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Müdigkeit als häufigste Störung

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Müdigkeit als häufigste Störung

Repräsentative Umfrage bei den 11- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schülern des Kantons Freiburg

92 Prozent der Freiburger Schüler fühlen sich gesund und glücklich. Diese erfreuliche Tatsache hob am Mittwoch Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi hervor. Sie will jedoch die Probleme nicht übersehen.

Von ARTHUR ZURKINDEN

Die Freiburger Schülerinnen und Schüler haben ein ähnliches Gesundheitsverhalten wie ihre gleichaltrigen Kolleginnen und Kollegen in der übrigen Schweiz. Nur in wenigen Bereichen ist ein bedeutender Unterschied feststellbar, z. B. beim Konsum von alkoholischen Getränken. Sie sind aber nicht gewalttätiger als die Schüler in der übrigen Schweiz.

Verhalten der Eltern ändern

Ruth Lüthi will aber die bestehenden Probleme ernst nehmen und handeln, wie sie sagte, als sie die Ergebnisse der Umfrage bei den 11- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schülern vorstellte. Der Staat oder private Organisationen allein können jedoch nicht Wunder wirken. «Das Verhalten der Kinder ist oft das Spiegelbild des Verhaltens der Erwachsenen», betonte sie und wies darauf hin, dass Kinder von Eltern, die nicht rauchen, auch weniger dazu neigen, Raucherinnen oder Raucher zu werden.

Schlafmangel und Stress

Die Umfrage zeigt, dass die Schüler die Müdigkeit als häufigstes Gesundheitsproblem erwähnten. 42,3 Prozent der Knaben gaben an, mindestens einmal wöchentlich oder öfter müde zu sein. Bei den Mädchen liegt dieser Anteil gar bei 54,4 Prozent. Schlechte Laune, Schwierigkeiten beim Einschlafen, Wut, Nervosität, Traurigkeit, Kopfschmerzen, Rücken- und Bauchschmerzen, Angst, Unruhe und Schwindel sind andere Störungen, die sich bei den Schülern häufig bemerkbar machen. Kantonsarzt Georges Demierre führte am Mittwoch Schlafmangel, Stress und die vor dem Fernseher verbrachte Zeit als mögliche Faktoren für diese Störungen auf. Laut Umfragen fühlen sich 22 Prozent der Schüler durch die Schule gestresst.

Obwohl Störungen häufig auftreten, konnte Demierre darauf hinweisen, dass sich 94 Prozent der Knaben und 90,5 Prozent der Mädchen sehr oder ziemlich glücklich fühlen.

Auch wenn das Glücksgefühl weit verbreitet ist, fehlen bei den Schülern die negativen Gefühle nicht. Der Kantonsarzt wies dabei auf das mangelnde Selbstvertrauen hin: 31,6 Prozent der Mädchen haben manchmal, selten oder nie Vertrauen in sich selbst. Dieses Gefühl tritt «nur» bei 17,8 Prozent der Knaben auf. 30,8 Prozent der Mädchen (Knaben = 13,4 Proeznt) sind manchmal, selten oder nie mit sich zufrieden.

Mit dem eigenen Körper
nicht zufrieden

41,6 Prozent der Mädchen machen sich Sorgen, weil sie etwas an ihrem Körper nicht mögen, 22,9 Prozent, weil sie keinen Erfolg beim andern Geschlecht haben, und 18 Prozent verstehen ihre Eltern nicht. Bei den Knaben sind es nur je 17 Prozent, die ihren Körper nicht mögen oder keinen Erfolg beim andern Geschlecht haben.

Suizidversuche, die Sorgen bereiten

Sorgen bereitet der Gesundheitsdirektorin die Tatsache, dass vier Prozent der 14- bis 16-jährigen Mädchen schon einmal versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Bei den Knaben sind es 2,1 Prozent. «Dieser, wenn auch niedrige, Prozentsatz stellt ein wichtiges Alarmsignal dar», betonte sie und erinnerte daran, dass die Mädchen mehr unter negativen Gefühlen leiden als die Knaben.

Die ersten Sexualbeziehungen

Der Kantonsarzt konnte auch feststellen, dass 19,4 Prozent der 14- bis 16-jährigen Knaben und 15,6 Prozent der Mädchen schon eine oder mehrere Sexualbeziehungen hatten. Er wies auch darauf hin, dass 87,3 Prozent bei der letzten Sexualbeziehung ein Empfängnisverhütungsmittel verwendet haben. Im Schweizer Mittel waren es 91,4 Prozent.

Alkoholkonsum steigt an

Die Befragung hat auch ergeben, dass der Alkoholkonsum bei den Schülern deutlich steigt. «Im Kanton Freiburg haben schon 30 Prozent der Knaben und nahezu 14 Prozent der Mädchen im Alter von elf Jahren Alkohol getrunken», hielt Petra Del Curto, Beauftragte für Prävention und Gesundheitserziehung, fest. Sie gab zu bedenken, dass die Prozentzahlen jener Schüler, die gelegentlich oder regelmässig Alkohl trinken, wesentlich höher sind als in der übrigen Schweiz. Vor allem die 15-jährigen Knaben scheinen im Kanton Freiburg mehr Erfahrungen im Konsum von Alkohol zu besitzen als die Gleichaltrigen in andern Kantonen.

Laut Del Curto steigt auch der Konsum von Cannabis, was aber bei den harten Drogen nicht zutreffe.

Ohne Frühstück zur Schule

Auf erfreuliche und weniger erfreuliche Tatsachen konnte auch der stellvertretende Kantonsarzt, Pius Meier, aufmerksam machen, der vor allem auch auf die Essgewohnheiten zu sprechen kam. Gemäss der Umfrage frühstückt nur ein Drittel der 16-jährigen Mädchen an Schultagen, 54 Prozent gehen ohne Frühstück zur Schule. Bei den 16-jährigen Knaben frühstücken 18 Prozent nie.

Er gab auch zu bedenken, dass 4,3 Prozent der Schüler häufig oder immer Hunger haben, wenn sie zu Bett oder zur Schule gehen, weil es zu Hause nicht genug zu essen gebe. Nach seinen Worten ist jedoch die Interpretation dieser Zahlen schwierig.

«Hamburger» sind nicht beliebt

Pius Meier stellte weiter fest, dass 87,4 Prozent der Schüler nie oder nur selten einen «Hamburger» verzehren. 69,6 Prozent verzichten auf «Pommes frites», 62,9 Prozent auf «Pommeschips». Als positiv wertete er ebenfalls die Tatsache, dass nur 8,9 Prozent selten oder nie Früchte und 6 Prozent selten oder nie Gemüse essen. Weniger erfreulich war hingegen seine Feststellung, dass 88,4 Prozent regelmässig Schokolade und Bonbons verzehren.

1210 Schüler befragt

Bereits zum fünften Mal hat die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) im Jahre 2002 eine Umfrage zum Gesundheitsverhalten der 11- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, finanzierte der Kanton Freiburg eine weitere Stichprobe, so dass sich 571 Knaben und 639 Mädchen aus dem Kanton Freiburg an der Befragung beteiligen konnten. Die Fragen bezogen sich auf Themen wie Ernährung, Sport, Gewalt, Sexualität, Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum, Familie, Freunde, Gesundheit und Schule.

Wichtige Umfrage

Nach den Worten von Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi werden die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage wegweisend für die Festlegung der Prioritäten in der Gesundheitsförderung sein. Die Direktion für Gesundheit und Soziales hat in ihrer Synthese zur Umfrage viele Vorschläge ausgearbeitet, was aufgrund der Feststellungen zu tun wäre. Laut Lüthi sind aber auch Fachstellen und Organisationen aufgefordert, Vorschläge zu machen.

Im Staatsbudget 2004 sind zwei Millionen Franken für die Prävention und Förderung der Gesundheit vorgesehen. Auch Gelder der «Loterie Romande» stehen zur Verfügung.

Weil das Verhalten der Erwachsenen jenes der Schüler stark beeinflusst, startet die Gesundheitsdirektion in diesem Jahr ein neues Projekt. Dabei sollen die Eltern direkter angegangen werden, um ihnen bei Erziehungsfragen behilflich zu sein.

Die FN werden in den nächsten Tag

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