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Muh ist nicht gleich Meuh

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Als ich neulich im Internet surfte, fand ich einen Artikel über Kühe, die im Dialekt muhen sollen. Je nach Kanton muhen die Kühe anders. Die Sprachforscher denken, dass dies das gleiche Prinzip sei wie bei den Menschen. Durch das enge Verhältnis zu den Eltern erlernen die Kinder beim Spracherwerb eine bestimmte Sprachvariante. Beim Muhen der Kühe könnte dies ähnlich sein. Übrigens waren regionale Dialekte zuvor auch schon bei Vögeln und Hunden entdeckt worden.

Muhen wohl unsere Freiburger Kühe sowohl in Französisch als auch im Senslerdialekt? Muhen Pamela und Betty, die Kühe des Bauern, der bei uns in der Nähe wohnt, wohl eher Französisch oder Deutsch. Der Bauer spricht zwar Deutsch, aber wenn seine Enkelkinder zu Besuch kommen, sprechen diese mit den Kühen Französisch. Sind die Kühe mittlerweile zweisprachig geworden und muhen sie, wenn der Bauer sie melkt, ganz anders, als wenn die Enkelkinder ihnen Gras zum Fressen geben?Und mein Hund, wie spielt der wohl auf der Wiese mit einem Französisch bellenden Hund?Oder ist den Tieren die Sprache egal? Hauptsache mein Hund kann mit einem anderen Hund spielen, und Betty und Pamela können in Ruhe ihr Gras auf der Wiese fressen. Ganz gemäss dem Spruch, den ich mal in der Schule lernte, ganz am Anfang, als Französisch ein neues Schulfach im Stundenplan wurde: «Ob Tütsch, ob Welsch, c’est tout égal, le même soleil schiint überall!»Wahrscheinlich spielt es bei den Tieren wirklich keine Rolle, niemand korrigiert sie oder macht sie auf Fehler aufmerksam. Eigentlich wie bei kleinen Kindern: Als ich klein war, war ich meistens mit Französisch sprechenden Kindern zusammen. Doch ich erinnere mich, dass mir nicht bewusst war, dass wir in zwei verschiedenen Sprachen spielten. Natürlich wussten wir, dass wir nicht die gleiche Sprache redeten, doch dies war gar nicht so schlimm. Im Gegenteil: Es bot sich sogar als ideale Spielmöglichkeit an – wir lernten uns gegenseitig die andere Sprache und versuchten unseren Barbies und Puppen die beiden Sprachen beizubringen. Erst in der vierten Klasse wurde es dann ernst, als die andere Sprache korrigiert und benotet wurde. Das Spiel wurde – wie so vieles in der Schule – auch ein Kampf; man musste mit den anderen mithalten. Und so kam auch die Scham. Man ist nicht gerne der Letzte und deshalb schweigt man lieber, denn wenn man nichts sagt, macht man immer noch weniger Fehler, als wenn man zu viel redet.Und egal, ob nun die Behauptung mit dem Tierdialekt stimmt oder nicht, eines ist klar, und dies wusste schon Mani Matter: Das, was uns von den Tieren und Kindern unterscheidet, ist, dass «mir Hemmige hei».Doch weshalb? Wir sollten uns doch freuen, wenn wir uns unterhalten können, auch wenn wir noch so viele Fehler machen. Schlussendlich soll man sich verstehen . . . und die Korrekturen soll man ruhig den Lehrern überlassen.*Simone Flüeler (17) wohnt in Freiburg und besucht das Gymnasium St. Michael. Sie ist Mitglied einer FN-Autorengruppe, die im Monatsrhythmus frei gewählte Themen zur Zweisprachigkeit bearbeitet. Der Inhalt der Kolumne braucht sich nicht zwingend mit der Meinung der Redaktion zu decken.

Autor: Von SIMONE FLÜELERVon SIMONE FLÜELER

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