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«Muss ich dieses Ding jetzt anziehen?»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Bild auf den Strassen in Freiburg und Murten hat sich mit einem kleinen Gegenstand stark verändert: Auffallend viele Passantinnen und Passanten trugen gestern eine Maske – sei dies über dem Gesicht, über den Arm gestreift oder unter dem Kinn. Seit gestern gilt die Maskenpflicht für Kunden in Freiburger Supermärkten und Geschäften. Nicht zur Freude von allen, wie sich gestern ­zeigte.

«Möchten Sie eine Maske anziehen?», fragt Monika Sistov-Willi ihre Kundin freundlich. Die Kundin habe zwar durch Freunde erfahren, dass neu eine Maskenpflicht besteht, am Morgen aber schlicht nicht mehr daran gedacht. Für solche Fälle hat die Geschäftsführerin des Ladens Quarz Rose, wo man Mineralien und Fossilien kaufen kann, an der Lausannegasse in Freiburg einige auf Lager. «Wenn einzelne Personen keine Maske haben, gebe ich ihnen gerne eine.»

Verständigungsprobleme

Im Freiburger Comic- und Buchladen La Bulle hängen Stoffmasken zum Verkauf. Verkäuferin Stéphanie Dupasquier trägt selbst einen solchen bunten Mund- und Nasenschutz. «Im Moment geht es gut, fragen Sie mich aber besser nochmals am Feierabend», antwortet sie auf die Frage nach der neuen Regelung. Im Gespräch habe sie bemerkt, dass es leichter zu Verständigungsproblemen komme. «Wir werden uns daran gewöhnen», sagt sie zuversichtlich.

Etwas weniger Verständnis für das Fehlen der obligatorischen Maske hat ein Verkäufer im Coop am Bahnhof Freiburg. «Muss ich dieses Ding jetzt wirklich anziehen?», ruft ihm ein unmaskierter Kunde beim Eingang zu. Der Verkäufer, natürlich maskiert, ruft zurück: «Ja, sicher!» Der Kunde regt sich weiter auf und betritt schliesslich ohne Maske den Supermarkt, worauf die beiden zu diskutieren beginnen.

Hoffen auf treue Kunden

Auch den Blumenkeller in Murten betrat am Morgen eine Kundin ohne Maske. «Ich fragte sie, ob sie eine Maske habe», erzählt die Inhaberin, Janine Nieder­hauser. «Sie sagte, ihre Maske sei im Auto. Von der neuen Maskenpflicht hatte sie noch nichts gehört.»

Janine Nieder­hauser, die auch Präsidentin von Shopping Murten Morat ist, geht davon aus, dass sich die Kunden nach einiger Zeit an die Schutzmasken gewöhnen werden. Sie hoffe zudem, dass die Kunden den Murtner Geschäften treu bleiben und nicht im Kanton Bern einkaufen, wo derzeit keine Maskenpflicht gilt. «Bern wird vielleicht noch nachziehen.»

Einkaufen in Bern: «Quatsch»

Man müsse abwarten und schauen, welche Auswirkungen die neue Pflicht auf die Kunden haben wird, sagt Thomas Iller. Sein Modehaus Iller ist mit seinen Geschäften in Murten und Kerzers nicht weit weg vom Kanton Bern. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten schon vorher freiwillig eine Maske tragen. Die Pflicht für die Kunden sieht er kritisch: Virusübertragungen in Läden seien bisher nicht bekannt.

«Das Tragen einer Schutzmaske ist nicht immer angenehm, aber sinnvoll», sagt eine Passantin in der Hauptgasse im Murtner Stedtli. Dass einige nun überlegen im Kanton Bern einzukaufen, sei «totaler Quatsch», so die Murtnerin, die gerade vom Einkauf in einem Supermarkt zurückkehrt. «Wenn die Infektionen weiter steigen, überlege ich mir aber, online einzukaufen.» Jedoch seien die Lieferdienste der grossen Detailhändler in der Vergangenheit komplett ausgebucht gewesen.

Lieber Maske als Schliessung

Zurück nach Freiburg in die Lausannegasse: In der Bottega Etica, ein Geschäft mit nachhaltigen Produkten, zeigt eine Kundin kein Verständnis für die Pflicht. «Das ist lächerlich», sagt sie sichtlich empört. Eine Stoffmaske hat sie dennoch auf dem Gesicht. Die Mitarbeiterin Lea Zignani befürchtet nicht, dass wegen der neuen Regelung weniger Kunden kommen. «Natürlich ist es jetzt noch ungewohnt, aber es ist doch besser, als den Laden zu schliessen.» Zudem sei sie der Meinung, dass die Vorschrift allen zum Schutz dient und es deshalb auch Verständnis dafür bei der Kundschaft gibt. Hingegen ist Monika Sistov-Willi noch unsicher, ob nun weniger Kunden kommen werden. «Die Stammkundschaft kommt sicherlich auch weiterhin.»

«Schrecklich für Verkäufer»

Ein Kunde des Ladens La Bulle in Freiburg glaubt, dass die Menschen durch das Tragen der Maske aggressiver werden. «Es ist vor allem aber schrecklich für die Verkäuferinnen und Verkäufer, den ganzen Tag eine Maske tragen zu müssen», sagt er.

Janine Nieder­hauser von Shopping Murten zieht eine Maskenpflicht gegenüber einer erneuten Schliessung der Geschäfte vor. «Die Schliessung ein zweites Mal erleben zu müssen, wäre tragisch und sehr schlimm.»

Zahlen und Fakten

Masken immer besser akzeptiert

Bis gestern 17 Uhr zählte der Kanton Freiburg 26 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Am Donnerstag waren es 24, am Mittwoch und Dienstag je 18, am Montag wurden zehn neue Infektionen gemeldet. Letzte Woche erreichte die Zahl der im Kanton Freiburg infizierten Personen mit 132 einen neuen Höhepunkt. Aufgrund des Anstiegs hat der Kanton eine Maskenpflicht verhängt. Gemäss einer jetzt veröffentlichten repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit nimmt in der Schweiz die Akzeptanz für eine Maskenpflicht in Einkaufsläden zu. Im April hatte sich mit 53 Prozent eine knappe Mehrheit dafür ausgesprochen, Ende Juli lag der entsprechende Wert bei 62 Prozent.

jmw/sf/sda

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