Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Mutter alles Lebendigen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Mutter alles Lebendigen

Katalog zur Sammlung «Bibel und Orient»

Die Sammlungen Bibel und Orient an der Universität Freiburg umfassen rund 14 000 einzigartige Objekte aus dem Alten Vorderen Orient. Kürzlich ist ein Katalog erschienen, in welchem die Göttinnenidole aus der Sammlung beschrieben werden.

Noch warten die einzigartigen Objekte der Sammlungen Bibel und Orient am Departement für biblische Studien an der Uni Freiburg auf einen angemessenen Ausstellungsort. Dies hindert aber den Initianten, den emeritierten Professor für Altes Testament, Othmar Keel, nicht daran, zu einzelnen Gruppen von Sammlungsobjekten, Kataloge zu erstellen. Zusammen mit seiner «Schülerin» Silvia Schroer, heute Professorin für Altes Testament an der Uni Bern, hat Othmar Keel einen Katalog zu Frauen- und Göttinnenidolen aus dem Alten Orient veröffentlicht: «Eva – Mutter alles Lebendigen», nach einer Stelle im Buch Genesis 3,20. Nach der Bibel ist Eva nicht bloss eine Menschenfrau, sondern die Mutter alles Lebendigen.

Silvia Schroer, die in einem einführenden Aufsatz die Vielfalt der Frauen- und Göttinnenfigürchen in einen Gesamtzusammenhang stellt, führt dazu aus: «Eva wird als Mutter alles Lebendigen wieder in ihre ursprüngliche Rolle zurückversetzt, nicht als Erst-Verführerin und Erst-Schuldige der Schöpfung, sondern als Ursprung des Lebens. Sie steht für die Forderung nach einer erosfreundlicheren Religion, die alle Facetten der Weiblichkeit in ihrer Sakramentalität ernst nimmt, statt einige von ihnen zu idealisieren und andere zu verteufeln.»
Im Katalog beschreibt Othmar Keel 240 Frauen- und Göttinnenfiguren aus dem Vorderen Orient, von der Steinzeit bis in die byzantinische Epoche. 153 Objekte stammen aus den Sammlungen Bibel und Orient, 46 aus einer Freiburger Privatsammlung und weitere aus verschiedenen Sammlungen. Die Figuren sind nach Epochen geordnet. Dies ermöglicht Keel zu demonstrieren, dass jede Zeit und jede Region in ihren Frauen- und Göttinnenbildern einerseits Altes tradiert und andererseits auch immer neue Akzente gesetzt hat – das Bild der vorbildlichen Frau hat sich stets weiterentwickelt. In einem Ausblick zeigt Othmar Keel auf, dass sich diese Tradition in der christlichen Zeit – vor allem in der Darstellung der Madonna mit oder ohne das göttliche Kind – bis in unsere Zeit fortsetzt. ja

Othmar Keel/Silvia Schroer: Eva – Mutter alles Lebendigen. Frauen- und Göttinnenidole aus dem Alten Orient. Freiburg: Academic Press 2004. 288 S., vierfarbig, über 400 Abbildungen. 55 Fr. Im Buchhandel erhältlich.

Mehr zum Thema