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Nach Griechenland – jetzt erst recht

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Was, ihr fahrt nach Griechenland? Jetzt, wo das Land in seiner tiefsten Krise steckt? Jetzt, wo keiner weiss, wann Fähren streiken und Flugzeuge am Boden bleiben und es gar mit dem Lebensmittelnachschub hapert? Eine Menge Bedenken und keine davon treffen zu. Im Gegenteil. Jetzt nach Griechenland zu reisen ist das A und O. Warum? Weil die Strände den paar wenigen Touristen gehören. Weil es am Swimmingpool ruhig ist, und weil die Preise in die Tiefe purzeln. Griechenland hat eine touristische Einbusse von 40 Prozent. Jeder Gast wird mit offenen Armen empfangen. Das jedenfalls hat die sechsköpfige Velogruppe kürzlich erfahren: Seit 14 Jahren organisiert Velotrek in den Kykladen Radwanderungen.

Mit Begleitbus

Auf Santorini mit Edelweissair gelandet, führt uns die Fähre am nächsten Tag nach Paros. Da geht es gleich los mit einer kleinen Rundtour, und man spürt, wie mit jedem Meter auf dem Velosattel der Alltagsstress zurückbleibt.

Während der 14 Tage führt Birgit Hermann, ehemalige Bankfachfrau aus Berlin, Aussteigerin und seit acht Jahren Tourenleiterin auf den Inseln Paros, Antioparos und Naxos, ihre Gäste sieben Mal auf Etappen von einer Länge zwischen 30 und 60 Kilometern. Auf Strassen mit wenig Verkehr, auf Strand- und Feldwegen, manchmal auch über hügelige Landschaften. Wobei die Anstiege meist kurz sind und der Begleitbus die Radler mit Wasser versorgt und weniger Trainierte aufnimmt. Und sollte die Hitze einem allzu arg zusetzen, kann man sich auch auf halber Strecke in den Bus setzen, um dann vom Agios Illias, dem höchsten Berg auf Paros (755 Meter), wenigstens runterzusausen.

Feine Küche

Highlights sind die Mittagspausen in kleinen Tavernen mit ihren köstlichen Gerichten, die ohne die Leiterin niemand entdeckt hätte. Für rund 14 Franken ist dank dem günstigen Wechselkurs ein komplettes Essen samt Getränk fast überall zu haben. Oft bleibt auch Zeit, um sich im glasklaren Meer abzukühlen oder im Schatten eines Baumes ein Nickerchen zu machen.

«Entwirf deinen Reiseplan im Grossen und lass dich im Einzelnen von der bunten Stunde treiben», rät Kurt Tucholsky. Velotrek macht es so. Von den Touren ist man zeitig im Hotel zurück, und freie Tage lassen in den zwei Wochen genügend eigenen Spielraum. Einzig die Hitze war unerwartet. Im Juni sollte es um die 25 Grad warm sein – doch meist waren es um die 30 Grad und mehr. «Der kühle Nordwind macht die Radtouren auch im Sommer möglich. Wenn aber der Südwind bläst, spürt man die Hitze um einiges mehr», erklärt die Leiterin.

Zu den Kykladen zählen rund 150 Inseln. Bewohnt sind allerdings nur 24, und auf den kleineren Inseln leben oft nur wenige Hundert Menschen. Die geringen Entfernungen machen das Inselspringen für Touristen zum Erlebnis. Naxos ist die grösste Insel der Gruppe und Santorini mit knapp 14000 Einwohnern die spektakulärste. Bereits im Altertum wurde sie treffend als «Kallisti», die Allerschönste, bezeichnet.

Einzigartig sind die Sonnenuntergänge. «Sonnenuntergänge und der Blick aufs Meer mit den vielen Inseln, die wie Zuckerhüte aus dem tiefblauen Meer ragen, gehören für mich zu den eindrücklichsten Ferienerinnerungen, die ich bisher erleben durfte», sagt ein Gast aus der Schweiz.

Tatsächlich gilt die Ägäis mit den Kykladen als der schönste Teil des Mittelmeeres. Das Ansteuern der Häfen Santorini – Paros – Antiparos ist daher immer wieder ein faszinierendes Erlebnis.

Sorge tragen zum Dorfbild

Die Inseln halten so vieles bereit. Die übereinander gestaffelten Häuserreihen, die überkuppelten Kirchen, die auf Felsplateaus hoch über dem Meer wie Sonnenblumen himmelwärts streben, wirken wie riesige Skulpturen. Zum Glück hat man die Bedeutung dieser Architektur erkannt und Bauordnungen erlassen, welche die Geschlossenheit der Dörfer wahren. Und die Griechen halten Sorge dazu und versehen im Frühjahr das Haus mit einer neuen Kalkschicht. Auf den Flachdächern wird das Regenwasser gesammelt und in Zisternen weitergeleitet. Neuerdings stehen auf vielen Dächern auch Sonnenkollektoren. «Damit wird der Strom für Heizung und Warmwasser gedeckt», erklärt Birgit Hermann.

Reisen ist Bewegung für Körper und Geist. Und wo kann dies besser gelingen als in einem Land mit viel Sonne, wunderschönen Stränden und tiefblauem Meer.

Auf Santorini mit einem Blick erfasst: Das Blau des Meeres und die steil abfallenden Kraterwände.Bild Ursula Hasler

Nahe am Abgrund: Die weissen Dörfer der Vulkaninsel Santorini wurden am Rand des Kraters gebaut.Bild Ursula Hasler

Zwischen Himmel und Erde: Hunderte von Kapellen und Klöstern bestechen mit weissen Glockentürmen.Bild Irmgard Lehmann

Daumen drehen und warten: Die Griechen leiden unter der Krise und dem Rückgang des Tourismus.Bild Ursula Hasler

Aussteigerin und Tourenleiterin Birgit Hermann.Bild Ursula Hasler

Nützliches

Velos und Begleitbus sind inbegriffen

Die 14-tägige Radreise «Kykladen» kostet bei Velotrek 1280 Euro. Inbegriffen sind Hotel, Räder, Begleitbus, Tourenleitung und Fähren. Günstige Direktflüge nach Santorini bietet Edelweissair an (www.edelweissair.ch). Weitere Angebote von Velotrek finden sich unter www.velotrek.de. Die Touren können auch bei Baumeler Reisen gebucht werden.

Günstige Hotels sind zum Beispiel Lianos Village auf Naxos an einem der schönsten Strände Griechenlands (www.lianosvillage.com) und das Hotel Kouros auf Paros (www.hotelkouros.gr). il

Hintergrund: «Mit dem Plastikgeld fingen die Probleme an»

Von Mai bis Oktober bietet Velotrek die zweiwöchige Radreise «Kykladen» 13 Mal an. Mit der Krise ist die Nachfrage stark zurückgegangen, und darum investiert Velotrek unter anderem vermehrt in Sardinien, die Algarve und Andalusien. Doch auch die Hoteliers leiden: «Wir haben seit zwei Jahren über 40 Prozent weniger Gäste», sagt Antonias Peridis, der auf Paros das Familienhotel Kouros leitet. «Für die Griechen sind Ferien das Wichtigste. Nun kommen sie nicht mehr, weil ihnen das Geld fehlt.» Doch die Probleme hätten bereits mit dem Plastikgeld vor 15 Jahren angefangen. «Mit dem Euro ist alles teurer geworden, die Löhne jedoch sind gleich geblieben. Alle lebten auf Pump.» Vor fünf Jahren hätten aber die Banken die Kredite gestoppt.

Der 43-jährige Hotelier sieht die Lösung des Problems in der Reduzierung der Berufsparlamentarier: «Ein Land mit nur zehn Millionen Einwohnern braucht kein Parlament mit 300 professionellen Abgeordneten.» Auch müsse die Privatisierung der Staatsbetriebe eingeleitet und die Reichen endlich zur Kasse gebeten werden.

Billy Kuzmanov, Wärter am Strand von Kolimbithres auf Paros, verdient 1000 Euro plus Kost und Logis. «Ein guter Lohn, wenn man bedenkt, dass ein Lehrer auch 1000 Euro verdient.» Der 43-Jährige spricht fünf Sprachen und Schweizerdialekt. Viele Jahre war er Seilakrobat beim Zirkus Nock, bis ihn ein Berufsunfall zum Aufhören zwang. Jetzt verteilt er für den Zirkus Werbeplakate und arbeitet auch diesen Herbst in der Schweiz. «Beim Zirkus verdiene ich 1500 Franken. Viel mehr als hier bleibt mir nicht», sagt er.

Am letzten Wochenende hat sich Griechenland mit der Präsidentenwahl für Europa ausgesprochen. Hotelier Peridis hat es so gewünscht. il

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