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Nachtarbeit schadet der Gesundheit

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Autor: Arthur Zurkinden

«Ja, ein erster Schritt ist getan», meinte Wyna Giller, Sekretärin des Verbandes des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Am vergangenen Montag hatte Finanzdirektor Claude Lässer erklärt, dass im Staatsbudget 2010 28 neue Stellen vorgesehen sind, um die Nachtarbeit zu kompensieren. Rund 20 Stellen betreffen dabei das Pflegepersonal in den Spitälern. Sie werden ab 1. Januar 2010 dafür sorgen, dass das Pflegepersonal in den Genuss eines Zeitzuschlages für Nachtarbeit von 10 Prozent (Ausgleichsruhezeit) gelangt, wie dies im Arbeitsgesetz vorgesehen ist.

20 Prozent gefordert

«Wir fordern aber Zeitzuschläge von 20 Prozent für Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr, wie dies in andern Kantonen wie Bern, Waadt, Zürich, Luzern, Solothurn praktiziert wird», betonte Wyna Giller. Die für das Gesundheitswesen verantwortliche VPOD-Sekretärin der Sektion Freiburg wartete aber auch mit andern Forderungen für das Pflegepersonal auf. So gelte laut Arbeitsgesetz auch der Bereitschaftsdienst als volle Arbeitszeit, auch wenn das Personal nicht zum Einsatz gelangt.

Auf fünf Jahre rückwirkende Zahlungen

Laut Wyna Giller werden zudem Zahlungen der geschuldeten Geld- und Zeitzuschläge für nachts arbeitendes Personal für die letzten fünf Jahre gefordert. Nach ihren Worten kann dies für eine Person, die jährlich rund 60 Nächte im Einsatz steht, bis zu 12 000 Franken für fünf Jahre ausmachen. «Der VPOD unterstützt alle, die rückwirkende Zahlungen beantragen möchten», sagte sie weiter und rief das Pflegepersonal auf, sich zu melden. Sie gab sich dabei nach Erfolgen in andern Kantonen ziemlich siegessicher. Vorerst soll mit dem Staatsrat verhandelt werden. Sie schloss aber einen Gang ans Verwaltungsgericht nicht aus.

Der VPOD fordert aber auch allgemein mehr Pflegepersonal, um die Überstunden und vor allem auch Stress abzubauen. Zudem liess Wyna Giller auch verlauten, dass der Verband die beabsichtigte Einführung von Fallkostenpauschalen bekämpfen wird, die zu einer ungesunden Konkurrenz unter den Spitälern und zu einer Rationalisierung der Gesundheit führen werde.

Erhöhtes Brustkrebsrisiko

Wyna Giller war an der Pressekonferenz umgeben von Frauen, die über ihre Erfahrungen mit Nachtarbeit berichteten. Valérie Nicolet, Ko-Präsidentin des Freiburger Berufsverbandes der Pflegefachfrauen (SBK), wies auf Studien hin, welche beweisen, dass die Nachtarbeit der Gesundheit schadet. Nach ihren Worten belegen Studien, dass das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, bei Nachtarbeit wesentlich steigt. Nachtarbeitende seien auch anfälliger auf Dickdarmtumore, auf Herzinfarkt, auf Verdauungsstörungen usw. Nachtarbeit verursache auch Schlafstörungen und führe zu einer dauerhaften Übermüdung und schliesslich zu einem Burnout. Auch das Unfallrisiko sei erhöht, sagte sie.

Chantal Devaud, Pflegefachfrau im Notfalldienst, mach-te deutlich, dass sich der Mensch nicht an Nachtarbeit gewöhnen kann, da sich die innere Uhr nicht einfach verstellen lasse. Sie gab zu bedenken, dass immer mehr Pflegepersonal das Arbeitspensum freiwillig reduziere, weil ihm die Gesundheit, aber auch das Privat- und Familienleben wichtiger sei. «Ja, auch junge Leute reduzieren ihre Arbeitszeit und nehmen Lohneinbussen in Kauf», meinte sie.

Viel Nachtarbeit wird auch in den Pflegeheimen geleistet. Das Heimpersonal kann aber nicht von den beschlossenen Zeitzuschlägen von 10 Prozent profitieren, zumindest vorläufig nicht.

GAV für Heimpersonal gefordert

«Der Arbeitsinspektor klärt gegenwärtig ab, welche Heime und welche Arbeitsverträge in den Heimen auch unter das Arbeitsgesetz fallen», hielt Verbandssekretärin Wyna Giller fest. Hilfspflegerin Irène Zurkinden wünscht sich deshalb einen Gesamtarbeitsvertrag für das Heimpersonal, wie sie am Donnerstag erklärte.

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