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Natur, Kunst und biblische Geschichten

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Die Osterzeit lädt dazu ein, über das Menschsein und den Glauben nachzudenken. Dies zum Beispiel auf dem spirituellen Weg auf dem Friedhof von Düdingen. Er verbindet Geschichten, Kunst und Natur und nimmt den Besucher mit auf eine biblische Reise.

 

«Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und wirr.» – Mit der Erschaffung der Welt gemäss biblischer Schöpfungsgeschichte beginnt der spirituelle Weg auf dem Friedhof neben der Kirche Düdingen. Ein Steinhaufen symbolisiert dieses anfängliche Tohuwabohu, daneben wachsen Farne als Sinnbild der ersten einfachen Pflanzen, aus denen sich die Flora weiterentwickelt hat. Ein paar Schritte weiter steht ein Apfelbäumchen, dessen Früchte Adam und Eva im Paradies zum Verhängnis wurden. «Eigentlich ist in der Bibel immer nur vom Baum des Lebens und der Erkenntnis die Rede», erklärt Pastoralassistent Christoph Riedo beim Rundgang. Weil dieser auf Bildern aber oft als Apfelbaum dargestellt worden ist, hat auch jene Baumart auf dem Weg einen Platz erhalten.

Unerwartetes Geschenk

Der spirituelle Weg auf beiden Seiten der Pfarrkirche entstand, als 2011 der alte Friedhof aufgehoben wurde. «Das Seelsorgeteam hat damals mit dem Pfarreiseelsorgerat und dem Pfarreirat Ideen für die Neugestaltung des Platzes diskutiert», sagt Christoph Riedo. Im Andenken an die Menschen, die dort im Laufe der Jahrhunderte bestattet worden sind, sollte es ein Ort der Stille und Besinnung sein. Noch während der Projektierungsphase schenkte der Düdinger Steinbildhauer Cölestin Kilchoer der Pfarrei 30 Schiefertafeln mit biblischen Szenen und Motiven sowie mit Sinnsprüchen aus der Bibel, von Dichtern und Denkern. Es sind ausdruckstarke Werke, an denen er beinahe ein Jahr gearbeitet hat.

Kunst und Natur

«Als ich die Tafeln gesehen habe, erkannte ich ihr grosses Potenzial», sagt Christoph Riedo, der damals Präsident des Seelsorgerates war. Das Kunstwerk bildete die Grundlage eines Erlebnisweges, der sich nach und nach entwickelte. «Wir wollten etwas Schönes und zugleich Besinnliches schaffen.» Der Weg soll die Besucher anregen, über sich, ihr Leben und ihren Glauben, über das Woher und das Wohin nachzudenken. Für ihn ist diese Kombination von Kunst und Natur auch ein neuer Weg, Menschen die biblische Botschaft zu vermitteln. Alle Pflanzen am Weg sind in der Bibel erwähnt oder erhielten ihren Namen durch die nachbiblische Tradition. «Die Bibel ist ja nicht nur ein Geschichtsbuch, sondern vor allem auch ein Geschichtenbuch, der Weg macht diese Welt für den Besucher sichtbar», erklärt er beim Rundgang.

Und genau diese Geschichten sind es, die den Weg einen Besuch wert machen. Um sich von ihnen inspirieren zu lassen, empfiehlt es sich, das Handbuch zu konsultieren, das in der Bruder-Klaus-Kapelle aufgelegt ist und im Pfarramt erworben werden kann. Darin wird die Verbindung zwischen Texten, Pflanzen und Tafeln hergestellt. Hier der Olivenbaum, dessen Zweig im Schnabel einer Taube einst Noah wissen liess, dass nach Monaten auf dem Wasser wieder Land in Sicht war. Dort der brennende Dornbusch, in dem sich Gott gemäss altem Testament Moses offenbarte. Es gibt ihn gar in zwei Arten. «Der eine bekommt blutrote Blätter und wenn der Wind sie bewegt, sieht es aus der Ferne aus, als ob er in Flammen stehen würde.» Der andere sondert ätherische Öle ab, die bei grosser Hitze in der Luft flimmern und so ebenfalls den Eindruck eines brennenden Busches vermittelt.

Essigkraut und Senfkorn

Ein Schilfbeet erinnert an den kleinen Moses, der von seiner Mutter in einem Körbchen im Schilf am Nil versteckt worden ist, wie auch an die Rettung des Volkes Israel am Schilfmeer. Ysop, auch Essigkraut genannt, ist jene Pflanze, an der ein Schwamm voll Essig befestigt wurde, den die Soldaten Jesus am Kreuz zu dessen Verhöhnung reichten. Senfkorn und -pflanze weisen auf das Wachsen des Reich Gottes hin, die Osterglocken symbolisieren die Auferstehung. Eine Strecke des Weges ist der Liebe gewidmet, «auch als Erinnerung daran, was manchmal vergessen geht, nämlich dass das Christentum eigentlich die Religion der Liebe ist.»

Der Spaziergang erzählt von der Geburt Jesu, von der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten und von der Bergpredigt, einem der ersten öffentlichen Auftritte des jungen Jesus. Cölestin Kilchoer hat dies auf Tafeln festgehalten. Sinnsprüche von Gotthelf und Goethe ermuntern die Menschen, sich an dem zu erfreuen, was ihnen geschenkt wurde und die eigenen Talente zu nutzen. Die Tafel mit dem chinesischen Sprichwort «Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Weg zur Weisheit» steht sinnigerweise in der Nähe einer von der reformierten Kirchgemeinde geschenkten Winterlinde.

Kurven und Nischen

Die meisten Pflanzen sind angeschrieben. Die schlichten Schilder ziert in einer Ecke ein kleines durchsichtiges Taubensymbol, das den Hintergrund je nach Jahreszeit unterschiedlich durchschimmern lässt. «Wie die kleine Taube zeigt sich auch Gottes Geistkraft, der Heilige Geist, je nach Situation im Leben unterschiedlich», so Christoph Riedo. In diesem Zusammenhang spendet eine Tafel Trost mit den Worten: «Oft wenn du meinst, du seiest weit von mir, bin ich am nächsten dir.» Wie das Leben ist der Weg nicht gradlinig, mal ist er enger, mal breiter, hat Kurven und Nischen. Er entwickle sich weiter, es gebe noch weitere Ideen. «Auch hier die Parallele zum Glauben: Alles verändert sich, alles vergeht. Was bleibt, ist Gottes Wort.»

«Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Weg zur Weisheit.»

Chinesisches Sprichwort auf dem spirituellen Weg

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