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«Nicht allein der Gang in die Kirche zählt, ob jemand ein guter Christ ist»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Mein Name ist Käthi Schaller. Ich komme aus Recht­halten. Eher zufällig bin ich im Juli 2004 dazu gekommen, für die Pfarrei als Sigristin zu arbeiten. Das Ehepaar, welches diese Aufgabe jahrelang alleine gemacht hat, suchte jemanden, der einmal im Monat sigristen und in den Ferien mit Sigristen und Putzen einspringen konnte. Ich war damals froh über die Arbeit, weil sie sich gut mit Haushalt und den noch schulpflichtigen Kindern kombinieren liess: Ich bin mit den Kindern morgens ins Dorf gefahren und habe sie mittags wieder mit nach Hause genommen. Ich bin meistens am Freitag am Kirchenputzen. Seit einem Jahr reinige ich auch das Büro des Pfarramtes. Ich fange schon um sieben Uhr in der Früh an und brauche bis zu vier Stunden. Es ist erstaunlich, wie viel Staub sich jede Woche ansammelt. Ich staube die Bänke ab und sauge die Sitzkissen. Ich sauge auch den Sandsteinboden und fege ihn.

Zur Arbeit gehört auch das Zieren der Kirche. Bis vor etwa zwei Jahren haben wir von einer Bauersfrau jeweils ein bis zwei Kübel Blumen erhalten, die ich in fünf bis sechs Vasen herrichtete. Als sie ihren Garten aufgeben musste, habe ich angefangen, Schalen mit Orchideen und Hydrokulturen hinzustellen. Die Sigristin ist auch dafür zuständig, die Sachen für die Messe vorzubereiten, die Kerzen anzuzünden, den Messwein ins Kännchen zu füllen, das Wasser für das Händewaschen bereitzustellen, die Kelche hervorzuholen und die Hostien in die Schälchen zu legen. Dazu helfen wir den Messdienern in die Kleider und informieren sie wenn nötig über Besonderheiten im Ablauf des Gottesdienstes. Nach der Messe versorgen wir die Sachen wieder. Auch bin ich dafür zuständig zu schauen, dass immer genügend Hostien, Opferkerzen, Kirchenkerzen, Weihrauch vorhanden sind. Viele Arbeiten sind auch vom Kirchenjahr abhängig, wie zum Beispiel vor dem Palmsonntag die violetten Fastentücher aufhängen, am Ostersamstag das Osterfeuer, Weihrauch und die Kerzli für Kirchenbesucher bereitstellen, vor dem Herrgottstag die Herrgottsbäume aufstellen, für den Herrgottstag alles für die Prozession wie Himmel, Laternen und so weiter bereitstellen, vor Weihnachten die Krippe aufstellen und vieles mehr.

Als mich die Pfarrei vor zehn Jahren fragte, ob ich die Aufgabe als Sakristanin ganz übernehmen wolle, habe ich abgelehnt, weil man doch recht gebunden ist. Weil aber niemand gefunden werden konnte, war ich einverstanden, zweimal im Monat den Sakristanendienst und die Reinigung zu übernehmen.

Als wegen der Corona-Krise nur noch TV-Gottesdienste aus der Kirche Rechthalten übertragen wurden, habe ich mich bereit erklärt, drei- bis viermal pro Woche das Sigristen zu übernehmen. Anfangs war es schon seltsam in der leeren Kirche. Mit der Zeit habe ich gar nicht mehr daran gedacht, dass mich die Leute im Fernsehen sehen. Im Laufe der Zeit bin ich immer wieder darauf angesprochen worden – auch ganz unbekannte Leute haben mich auf der Strasse erkannt.

Ich sehe mich wegen meiner Tätigkeit nicht als bessere Katholikin an. Ich bin der Meinung, dass nicht nur allein der Gang in die Kirche zählt, ob jemand ein guter Christ ist. Vielmehr ist es wichtig, wie man sich im Leben verhält. Leute, die im Stillen helfen, sind oft gläubiger. Sowieso sollte man meiner Meinung nach nur in die Kirche gehen, wenn dies für einen persönlich stimmt, und nicht, damit einen andere Leute dort sehen.»

Aufgezeichnet von Imelda Ruffieux

Was bedeutet für Sie Heimat?

«Heimat ist für mich der Ort, wo ich wohl bin und mich zu Hause fühle. Das muss nicht an ein Haus gebunden sein oder an eine Gemeinde. Wenn das Umfeld stimmt, kann das irgendwo auf der Welt sein.»

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