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«Nicht ein negatives Signal aussenden»

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«Nicht ein negatives Signal aussenden»

Erziehungsdirektor Augustin Macheret bedauert Zustandekommen des Referendums

Keine Freude hatte gestern Erziehungsdirektor Augustin Macheret an der Nachricht, dass das Referendum gegen die Revision des Schulgesetzes zustande gekommen ist. Er bedauert dies sehr und hofft, dass nun nicht ein negatives Signal ausgesandt wird, nachdem das klare Ja des Grossen Rates in der ganzen Schweiz ein positives Echo ausgelöst hatte.

Augustin Macheret konnte aber dem Referendum auch eine positive Seite abgewinnen: «Man wird nun über die Förderung der Partnersprache in den Freiburger Schulen im breiten Masse diskutieren. Der Staatsrat wird Gelegenheit erhalten, dem Volk die Wichtigkeit dieses Projektes für unsere Kinder, unsere Jugend und für unseren Kanton allgemein zu zeigen», hielt er gegenüber den FN fest.

Grosse Informationsarbeit

Dies bedeutet, dass der Staatsrat – wird das Zustandekommen des Referendums offiziell bestätigt – grosse Informationsarbeit wird leisten müssen. «Das Projekt zur Förderung der Partnersprache ist vom Staatsrat einstimmig angenommen worden; der Grosse Rat hat es mit einer sehr grossen Mehrheit verabschiedet. Viele Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch Eltern, stehen hinter diesem Projekt. Zahlreiche Schulkreise machen mit Begeisterung an Pilotprojekten mit. Es wäre sehr schade, wenn wir wieder rückwärts schreiten würden», gibt Staatsrat Augustin Macheret zu verstehen, dass er nicht der einzige ist, der über das Zustandekommen des Referendums enttäuscht ist. Die angelaufenen Vorbereitungsarbeiten allerdings will er jetzt nicht stoppen.

Eine Reihe von
Falschinformationen

Nach Ansicht von Augustin Macheret wurde eine Reihe von Falschinformationen und Gerüchten verbreitet, die ihre Wirkung nicht verfehlt haben. «Es ist ein sehr vernünftiges und realisierbares Projekt, das progressiv eingeführt wird. Viele glauben, dass das Projekt schon im nächsten Jahr stehen wird. Dabei haben wir in der Botschaft von acht Jahren gesprochen. Es ist ein langer Prozess. Deshalb verstehe ich nicht, weshalb so viele Lehrer ängstlich sind», führte er weiter aus.

Er kann auch den Vorwurf nicht akzeptieren, den Dialog mit der Lehrerschaft nicht gesucht zu haben. «Wir haben die Lehrerschaft in die Kommissionen und Gremien eingebunden, die sich mit dem Projekt befasst haben. Wir haben den Vorentwurf in eine breite Vernehmlassung geschickt. Wir haben deshalb alle Informationen gehabt, um den definitiven Entwurf auszuarbeiten. Deshalb hätten es viele nicht verstanden, wenn wir den Entwurf erneut in die Vernehmlassung geschickt hätten. Die Lehrerschaft wird auch in die künftigen Arbeiten eingebunden, bei der Ausarbeitung der Lehrpläne, der Programme usw. Es wird eine echte Partnerschaft stattfinden», erklärt der Erziehungsdirektor weiter.

Nur ein Rahmengesetz

Der Erziehungsdirektor streitet nicht ab, dass das Gesetz vage formuliert ist. «Es handelt sich um ein Rahmengesetz. Wir haben in einem 50-seitigen Konzept festgehalten, wie die Förderung der Partnersprache aussehen könnte. Wir haben in diesem Globalkonzept Thesen erläutert, Aktionspläne geschildert, haben über laufende Experimente informiert», fügt er bei, um diesen Vorwurf zu entkräften.

Vor allem will er auch nichts davon wissen, dass die Erziehungsdirektion auf die Lehrerschaft Druck ausgeübt haben soll. «Dies gehört ins Kapitel der Fantasie.» Er bedauert aber auch, dass der Initiant des Referendums, Alfons Gratwohl, von 20 Mio. spricht, welche die Umsetzung des Konzeptes jährlich kosten soll. «Wir haben für dieses Jahr eine halbe Million zusätzlich ins Budget aufgenommen», hält er fest und gibt zu verstehen, dass vor allem für die Weiterbildung der Lehrerschaft vermehrt Mittel eingesetzt werden.

Hoffen auf objektive Debatte

Augustin Macheret hofft nun, dass es zu einer objektiven, nicht emotionsgeladenen Diskussion um die Förderung der Partnersprache in den Freiburger Schulen kommt. «Wir wollen das Schulgesetz ändern, damit wir neue Formen des Sprachenunterrichts einführen können, die in der ganzen Schweiz Schule machen könnten. Unser Projekt wurde als Zeichen der Öffnung begrüsst. Würden wir unserer Jugend einen Dienst erweisen, wenn Freiburg nicht eine Vorreiterrolle einnehmen, sondern am Ende der Rangliste der Kantone figurieren würde?», gibt er zu bedenken, und fügt hinzu, dass es sehr schade wäre, wenn nun die ganze Debatte zu einem Streit zwischen Deutsch und Welsch ausarten würde.

7500 Unterschriften gesammelt

Anders sieht es natürlich der Initiant des Referendums, der aus Basel stammende Alfons Gratwohl, Ammann von Surpierre. «Ich habe das Referendum ergriffen, weil das Gesetz zu vage formuliert ist und nichts über die Umsetzung des Konzeptes aussagt. Zudem kann ich als Ammann einer kleinen Gemeinde nicht Ja sagen zu einem Gesetz, das jährlich 20 Mio. verschlingt. Um das Konzept zu verwirklichen, braucht es meiner Ansicht nach 200 Wanderlehrer, die jährlich rund 100 000 Franken kosten», erklärt Alfons Gratwohl gegenüber den FN.

Der Basler Alfons Gratwohl, der sich selber als nicht perfekt zweisprachig bezeichnet, weist auch darauf hin, dass ein Teil der Lehrerschaft die Partnersprache nur schlecht beherrscht. Er befürchtet auch, dass es zu einer Ungleichbehandlung kommt und jene Schüler bevorzugt werden, die an der Sprachgrenze wohnen.

Nur 15 Unterschriften
aus dem Sensebezirk

Nur gerade 15 der insgesamt 7500 Unterschriften stammen laut Alfons Gratwohl aus dem Sensebezirk. Jene aus dem Seebezirk schätzt er auf rund 500. Es waren vor allem der Saane-, Greyerz- und Broyebezirk, die ihn unterstützt haben. «Ich habe allen Ammännern des Kantons persönlich geschrieben und Unterschriftenbögen beigelegt. Auch die Schulkommissionen bin ich angegangen», erläutert er sein Vorgehen. «Ich war überrascht, dass in einer Gemeinde im Broyebezirk gar in einer Gemeindeversammlung über das Referendum diskutiert wurde und die Stimmung zu meinen Gunsten umgeschlagen ist», führt er weiter aus.

«Ich wurde auch von welschen Lehrern aktiv unterstützt», hält er fest und bestätigt, dass kein Lehrerverband das Referendum unterstützt hat. Hilfe hat er hingegen von der «Communauté Romande du Pays de Fribourg» erhalten. «Mit Ausnahme eines gefälschten Leserbriefes, den ich bedaure und verurteile, wurde bislang anständig diskutiert», erklärt er weiter und verrät, dass er nun ein Abstimmungskomitee auf die Beine stellen wird.

Arthur Zurkinden

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