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«Now!» – eine bildstarke Choreografie

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Choreografin Carolyn Carlson hat die französische Tanzszene geprägt wie Pina Bausch die deutsche. Beider Werke sind Gesamtkunst und finden deshalb breite Bewunderung. Am Samstag kehrte Carlson nach 2013 zurück nach Freiburg und präsentierte ihr Stück «Now!». Carlsons Tanz schreibt sich darin ein in einen poetischen Text, tiefe Worte weben und wiegen sich in Bewegung. Die Musik (René Aubry) surrt wie Fliegen zwischen den Zuhörerreihen; wenn ein Berg einreisst, eine Schneedecke todkündend losbricht, dann ist das Publikum mittendrin.

Es tickt die Uhr

Im ersten Bild einer Folge suggeriert lautstark ein entschlossener junger Mann «Rewind back to now!» (Spule zurück auf jetzt!). Er versucht verzweifelt, alle Fäden der Möglichkeiten, versäumte wie geplante, in einem Moment einzufangen. Wie Endlosschleifen auf das Jetzt zurückzubiegen und zu verknoten. Ein erschöpfendes Unterfangen, dessen Opfer wir heute alle sind. Der Gegenwartsfanatismus terrorisiert uns. Es tickt dazu die Uhr.

Im zweiten Bild elektrisiert die geballte Energie von vier Männern (Constantine Baecher, Juha Marsalo, Riccardo Menenghini, Yutaka Nakata) den Raum. Sie holen aus, wuchten unsichtbare Brocken, stemmen, schieben, stützen. Sie bauen der Familie ein Haus, verkünden sie. «In ihm soll sie glücklich sein!», schreien sie, schon ausser Atem. «Be happy!», keucht es wiederholt. Was die geduldig in Sepia posierende Familie – wie aus dem Album – schon nicht mehr vernimmt, weil sie zerrinnt.

Hypnotische Bilder

«Es ist Zeit, einen Apfelbaum zu pflanzen!», klingt entsprechend die poetische Botschaft. «Damit er dich, Geliebte, begleite, du ihm dein Leid klagen kannst und darunter ruhst.» Doch was da als zart-herbe Kulisse ragt, ist ein verdorrtes Geäst. Sind unsere Träume Totgeburten? Oder singt Carlson eine liebevolle Hymne auf unsere ausgedienten Ideale? Denn bald knien die ehemals gärtnernden Männer zu Füssen ihrer Gepriesenen: Sie schieben sie, ihre Hände gen Himmel verästelnd, wie ein Piedestal vor sich her. Hypnotische Bilder.

Zwischen heute und morgen

Carolyn Carlson lässt seit vier Jahrzehnten mit gewagten Pinselstrichen unsere Widersprüchlichkeit schillern und lässt dabei den Stil der ganz Grossen einfliessen: Als einstige Solistin des amerikanischen Choreografen Alwin Nikolais’ dessen Licht- und Klangerbe, als einstige Leiterin des berühmten schwedischen Cullberg-Balletts dessen erdig-humorvolle Bewegung. «Now!» packt uns heute – wir warten auf Carsons «Tomorrow!».

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