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Nur wenige Bundesfeiern finden statt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Spektakuläre Feuerwerke, lodernde Augustfeuer, aufflammende Zuckerstöcke und packende Reden von hochkarätigen Festrednern – all das wird es am diesjährigen Nationalfeiertag nur selten geben. Beinahe alle Deutschfreiburger Gemeinden verzichten auf eine aufwendige Feier zu Ehren der Schweiz am 1. August. Zu gross ist die Unsicherheit, zu gross sind die Bedenken betreffend die Einhaltung der verordneten Massnahmen.

So verzichtet auch die Gemeinde Rechthalten auf die geplante Bundesfeier. Sämtliche Sensler Gemeinden rundherum hätten ihre Veranstaltungen abgesagt, so Marcel Kolly, Gemeindeammann von Rechthalten. «Da gerieten wir unter Zugzwang.»

Ein Faktor, der zur Absage geführt habe, sei die Anzahl an Feiern in der Region gewesen. Die Gemeinde war eine der letzten, die noch an einer Feier festhielten. Entsprechend hoch war die Befürchtung, dass vermehrt auswärtige Besucher auftauchen könnten. «Das Risiko wuchs, dass alle zu uns nach Rechthalten gekommen wären», so Kolly. Auf einen solchen Ansturm sei das Schutzkonzept nicht ausgelegt gewesen. Auch wegen der anstehenden Bestellungen sei es Zeit gewesen, eine Entscheidung zu treffen, sagt Kolly. «Es war das letztmögliche Datum, wegen Corona abzusagen.» Mit der Bezahlung allfälliger Lieferanten wären die Kosten merklich höher gewesen. «Nach Rücksprache mit den beteiligten Personen haben wir uns zur Absage entschieden.»

Gleiches Bild auch in Alterswil

Auch Alterswil hoffte auf eine Besserung der Situation, um die diesjährigen Festivitäten auf der Sportanlage durchführen zu können. Schweren Herzens musste Ammann Hubert Schibli die Feier absagen. «Wir hätten ein umfassendes Sicherheitskonzept erstellen müssen», erklärt er den Entscheid. Die Unsicherheit, ob wieder Anpassungen verlangt werden würden, sei für das Organisationskomitee dann doch zu gross gewesen.

Nach dem Rückzug von Alterswil und Rechthalten führt nun keine einzige Gemeinde des Sensebezirks eine offizielle Bundesfeier durch. Auch in den anderen Bezirken werden die Feste abgesagt. Selbst die Stadt Freiburg annullierte die bereits angekündigten Festivitäten in der Freiburger Unterstadt. Zu gross sei die Unsicherheit, was sanitäre Fragen betreffe, schreibt die Stadt auf Anfrage. «Wir haben den letztmöglichen Moment abgewartet, um die Veranstaltung zu annullieren», schreibt Raphaël Chabloz von der Stadt. Dank einem umfassenden Dialog mit allen beteiligten Organisationen rechne Freiburg nicht mit einer finanziellen Belastung durch die Absage. Obschon der Anlass in der Grossrahmengasse (Grandes-Rames) nicht stattfindet, dürfen Freiburgerinnen und Freiburger jedoch ihren Blick in den Himmel richten: Am 1. August wird um 22 Uhr das grosse Feuerwerk beim Loretto gezündet. «Das Spektakel wird von vielen Plätzen in der Stadt aus zu sehen sein. Deshalb ist es nicht nötig, sich an einem Punkt zu versammeln. So können die geltenden Hy­gie­ne­vor­schrif­ten eingehalten werden», so Chabloz. «Die Stadt hält am Feuerwerk fest, um der Bevölkerung trotz allem einen Anlass zur Feier der Schweiz zu bieten.»

Der Seebezirk mit zwei Feiern

Welchen Aufwand die Durchführung eines solchen Anlasses mit sich bringt, zeigt sich am Beispiel von Jeuss. Zusammen mit den Nachbargemeinden Lurtigen und Salvenach organisiert Jeuss eine «einfache und gemütliche» Bundesfeier in der Nähe des Pflegeheims. «Wir rechnen mit einer deutlich kleineren Feier als im Normalfall», sagt Ruth Wasserfallen, Präsidentin des Dorfvereins Jeuss und Mitglied des OKs. Der Entschluss zur Durchführung wurde schon früh gefällt. «Das traditionelle Schützenfest kann heuer nicht stattfinden. Deshalb haben wir gesagt, wir probieren es einfach unter Beachtung der Schutzmassnahmen.»

Das Gelände werde abgesperrt sein, die Einhaltung der Hygienemassnahmen von zwei Personen dauernd kontrolliert, erklärt Wasserfallen. Des Weiteren gebe es keinen Offenausschank, um das Ansteckungsrisiko zu vermindern. «Auf dem Areal hat es Platz für höchstens 200 Gäste. Wenn das Festgelände voll ist, dann ist es voll», präzisiert sie den Umfang der Feierlichkeiten. Dieses Jahr habe man als Gastrednerin bewusst auf eine Frau aus der Region gesetzt, die nicht in der Politik sei. «Frau Anja Lüth wird uns erzählen, wie sie die Zeit in der ehemaligen DDR erlebt hat und wie es ist, nun Schweizer Bürgerin zu sein.» Die Veranstaltung wird von den Örgelifründe vom Galm­guet musikalisch umrahmt. Zusammen mit der Bundesfeier in Murten (siehe Kasten unten links) ist das Fest beim Pflegeheim Jeuss die einzige Veranstaltung zum 1. August. «Auch die Pflegeheimbewohner können dem Fest beiwohnen», sagt Wasserfallen. Diese blieben aber auf Distanz und folgten dem Programm von der Terrasse des Pflegeheims aus. Die Einnahmen gingen dann auch an die Heimbewohner. «Wir sammeln so Geld, um Ausflüge zu organisieren.»

Schicken Sie uns Ihre Texte: Die FN interessieren sich für Ihre privaten Bundesfeiern. Schicken Sie Fotos und einen kurzen Text über Ihren Anlass bis am 3. August, 12 Uhr, an: fn.redaktion@freiburger-nachrichten.ch

Zu den Veranstaltungen

Offizielle Feiern in den Gemeinden

 

Ort: 1.-August-Wiese (Säulimatte) beim Hafen.

Datum: 1. August.

Zeit/Programm: ab 18 Uhr Festwirtschaft; 19 Uhr offizielle Feier mit Festansprache und musikalischer Unterhaltung mit der Stadtmusik und dem Tambourenverein Murten (nur bei schönem Wetter).

Festredner: Marius Widmer, Leiter Kommunikation Universität Freiburg.

 

Ort: beim Pflegeheim Jeuss

Datum: 31. Juli.

Zeit/Programm: ab 19 Uhr Festwirtschaft; 20 Uhr Beginn Festprogramm mit Festrede und musikalischer Unterhaltung mit den Örgelifründe vom Galmguet (nur bei schönem Wetter).

Festrednerin: Anja Lüth, aufgewachsen in der ehemaligen DDR und nun Schweizerin

 

Ort: Loretto.

Datum: 1. August.

Zeit/Programm: 22 Uhr Zünden des Feuerwerks.

 

Ort: Schulhausplatz.

Datum: 1. August.

Zeit/Programm: ab 20 Uhr Festbetrieb sowie offizielles Programm mit Ansprachen, Musik und Feuerwerk.

Festrednerin: Isabelle Raboud-Schülé, Direktorin des Greyerzer Museums.

 

Keine Angaben seitens der Gemeinde.

nmm

Inoffizielle Anlässe

Mehrere Feiern im inoffiziellen Rahmen

Auch wenn die von den Gemeinden organisierten Bundesfeiern nicht stattfinden, gibt es Gemeinden und Vereine, die fernab der Offizialität Veranstaltungen planen. So auch Fräschels. «Es ist schade, dass der 1. August nicht normal stattfinden kann», sagt Gemeindeammann Peter Hauser. «Die Bundesfeier ist immer gut besucht.» Deshalb habe die Gemeinde beschlossen, eine inoffizielle Zusammenkunft zu organisieren. «Es gibt kein Festprogramm, und jeder ist selber für die Verpflegung verantwortlich.» Das gelte auch für die Sicherheitsmassnahmen. Während sonst um die 150 Leute kämen, seien es dieses Jahr bestimmt weniger, so Hauser.

Im Sensler Oberland musste die Gemeinde Plaffeien ihre Pläne ebenfalls zu den Akten legen. Es gebe auf dem ganzen Gemeindegebiet – Schwarzsee inbegriffen – keine offiziellen Anlässe. «Die Region Schwarzsee ist gut besucht», äussert sich Adolf Käser, Direktor von Schwarzsee Tourismus, zur Frage, ob die abgesagte Feier ins Gewicht falle. «Wir möchten nicht zusätzlich Leute an touristischen Orten bündeln.» Deshalb sei die Absage eine gute Entscheidung. Zusammen mit Restaurants, Hotels und Ferienwohnungsvermietern habe man sich auf ein Feuerwerk verständigt. «Für die schon anwesenden Gäste werden wir etwas bieten. Mit dem Feuerwerk zünden wir der Schweiz immerhin eine kleine Geburtstagskerze an», sagt er.

Die Restaurants am Schwarzsee seien trotz den verschärften Massnahmen gut besucht. Weil die Sicherheit durch die privaten Anbieter gewährleistet werde, sei die Durchführung der geplanten Endless Horizon Beach Party auf dem Gypsera-Areal nicht gefährdet. «Die Party ist draussen. Dennoch müssen die Leute respektieren, dass die Abstände eingehalten werden», sagt Käser.

Bauernbrunch findet statt

Während beispielsweise der 1.-August-Brunch des Pflegeheims Jeuss ebenfalls abgesagt wurde, werden die traditionellen Brunchs auf den Bauernhöfen durchgeführt. Der Schweizerische Bauernverband hat den teilnehmenden Höfen ein Schutzkonzept auferlegt. So sei gewährleistet, dass das Bauernzmorge in einem sicheren Rahmen stattfinde.

nmm

 

Murten

«Es nicht zu machen, wäre falsch gewesen»

Bis zu 5000 Gäste verfolgen jeweils am 1. August das Feuerwerk über dem Murtensee, das die örtlichen Tourismusverbände jährlich in ­Zusammenarbeit mit der Gemeinde Murten realisieren. Die Ausstrahlung des Lichtspektakels geht weit über die Kantonsgrenzen hinaus. In diesem Jahr bleibt der Himmel über dem mittelalterlichen Städtchen jedoch dunkel. «Das Feuerwerk zieht jedes Jahr eine unglaubliche Menge an Zuschauern an», sagt Rudolf Herren, Gemeinderat von Murten. Das habe den Ausschlag gegeben, einen der Höhepunkte der Festlichkeiten abzusagen. Die Zuschauer strömten nämlich zu Tausenden Richtung Seepromenade. Dabei die Massnahmen zur Eindämmung von Covid-19 einzuhalten, wäre illusorisch gewesen. «Der Zugang zum Seeufer ist für uns unkontrollierbar», schätzt er die Lage ein. Deshalb habe sich der Gemeinderat entschieden, das Feuerwerk abzusagen.

Fest auf Säulimatte am Hafen

Die Feier fällt damit aber nicht ganz ins Wasser. Murten ist eine der wenigen Gemeinden, die trotz verschärften Einschränkungen den Feiertag mit einem offiziellen Fest begehen. «Normalerweise wäre die Ansprache des Redners beim Rübenloch im Stedtli gewesen. Nun zügeln wir auf die Säulimatte am Hafen», sagt Herren. Auf der Matte wird um 18 Uhr die Festwirtschaft eröffnet. Um 19 Uhr starten die offiziellen Programmpunkte, darunter die Festrede von Marius Widmer, Leiter Kommunikation der Universität Freiburg. Die Stadtmusik und der Tambourenverein umrahmen das Programm musikalisch.

Die Bundesfeier sei wichtig, betont Herren: «Wir müssen in Zeiten von Corona auch positive Zeichen setzen. Deshalb nehmen wir den Aufwand auf uns, die Feier trotz Auflagen durchzuführen.» In Absprache mit dem Oberamt ist die Gästezahl platzbedingt auf zirka 600  Personen begrenzt. Deshalb bitte der Gemeinderat um eine vorherige Anmeldung per E-Mail oder Telefon. So funktioniere die Feier auch im reduzierten Rahmen. «Es nicht zu machen, wäre falsch gewesen.» Die Feier werde nur bei schönem Wetter stattfinden. Über die definitive Durchführung werde am 29. Juli informiert.

nmm

 

 

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