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«Offensichtlich nicht die richtige Strategie»

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«Wir verlangen eine Grundsatzdebatte»: Das sagte Léo Tinguely gestern, einen Tag nach der Wahlniederlage der Sozialdemokraten. Im Rennen um den frei werdenden Staatsratssitz von Marie Garnier (Grüne) unterlag die SP-Kandidatin Valérie Piller Carrard dem FDP-Politiker Didier Castella deutlich. Léo Tinguely, Ko-Präsident der Freiburger Jungsozialisten (Juso), hatte bereits im Januar an der Delegiertenversammlung der SP das Vorhaben kritisiert, eine eigene Kandidatin aufzustellen; die Juso verlangten, die SP solle sich mit den Grünen auf eine einzige Kandidatin einigen. «Nur geeint können wir gewinnen», sagte damals Juso-Mitglied Oxel Suarez Alvarez.

«Aus den Fehlern lernen»

«Nun haben wir den dritten linken Sitz in der Regierung verloren», sagt Léo Tinguely den FN. «Das bedauern wir sehr.» Und er schaut nach vorne: «Die nationalen Wahlen 2019 kommen in grossen Schritten näher.» Darum möchten die Juso nun innerhalb der SP eine Grundsatzdebatte führen, «damit wir aus unseren Fehlern lernen und sie nicht wiederholen», wie Tinguely sagt. Denn für die Juso ist klar: «Die Strategie der SP war falsch.» Denn der Sitz von Marie Garnier habe der «gauche plurielle» gehört – damit eben nicht nur die SP, sondern auch die kleineren linken Kräfte in der Regierung vertreten seien.

Wieder zusammenstehen

Ähnlich sieht das auch die SP-Nationalrätin und Murtner Gemeinderätin Ursula Schneider Schüttel. Auch sie hatte bereits an der Delegiertenversammlung im Januar Zweifel daran geäussert, dass eine SP-Kandidatur erfolgreich sein kann, wenn gleichzeitig eine grüne Kandidatin ins Rennen steigt. «Nun hat sich gezeigt, dass dies offensichtlich nicht die richtige Strategie war», sagt Schneider. «Ob die andere Strategie – eine gemeinsame Kandidatin der Linken – mehr Erfolg gehabt hätte, bleibt zu analysieren.»

Hier gehts zum Kommentar von Chefredaktor Christoph Nussbaumer.

Schneider ist es wichtig, dass sich die SP nun wieder mit ihren alten Bündnispartnern, den Grünen und der Mitte links – CSP, an einen Tisch setzt. «Wir müssen schauen, wie wir wieder zusammenarbeiten können, gerade im Hinblick auf kommende Wahlen.» Im Alltag seien die drei linken Parteien bei vielen Themen gleicher Meinung. «Wir arbeiten natürlicherweise zusammen.» Nun gehe es darum, diese Zusammenarbeit auf eine neue Basis zu stellen und zu intensivieren.

Bei den Diskussionen mit den Bündnispartnern stelle sich aber auch die Frage, wer sich an den Verhandlungstisch setze. «Teilweise haben sich in der Vergangenheit auch die Personen, die zusammen diskutierten, nicht verstanden.» Sie hofft, dass die drei Parteien Delegationen in die Verhandlungen schicken, «die mit einem konstruktiven Ansatz und ohne Aggressionen» verhandeln. Sie sei zuversichtlich, dass sich die drei Parteien wieder fänden.

«Differenzierte Ansicht»

Der Freiburger Stadtammann Thierry Steiert hatte sich als Mitglied der städtischen SP ebenfalls gegen eine Kandidatur der SP gestellt. «In der Stadt ist die Zusammenarbeit zwischen den linken Parteien enorm wichtig.» Mit diesem Argument hatte sich die städtische SP an der Delegiertenversammlung gegen die SP-Kandidatur ausgesprochen. Piller Carrard schnitt in der sonst rot eingestellten Stadt auch schlechter ab, als dies für SP-Leute üblich ist. Im ersten Wahlgang holte dort die Grüne Kandidatin Sylvie Bonvin-Sansonnens sogar mehr Stimmen als Piller Carrard.

«Wir werfen unserer Kantonalpartei vor, dass sie so tat, als ob die grösste und wichtigste Sektion in der grössten und wichtigsten Stadt des Kantons nicht existieren würde», sagt Steiert. Dass die Stadtsektion aber eine so klare Position gegen die SP-Strategie gezeigt habe, sei gut für die weitere Zusammenarbeit in der Stadt unter den Linken. «Die Grünen schätzten unsere etwas differenziertere Ansicht.»

Die Stadtsektion sei im Gegensatz zum Kantonalvorstand von Anfang an davon überzeugt gewesen, dass Bonvin-Sansonnens das Format zur Staatsrätin habe. «Sie hat im Grossen Rat gezeigt, dass sie dossierfest und rhetorisch gut ist.» Steiert hofft nun, «dass in der kantonalen Partei eine Nachbearbeitung folgt».

«Schwierig mit den Grünen»

Parteipräsident Benoît Piller sagte bereits gestern in den FN: «Unsere Strategie war nicht falsch.» Und er wiederholt es auch jetzt wieder: «Im Nachhinein kann man immer sagen, man hätte es anders machen können.» Aber als sich die SP für eine eigene Kandidatur entschieden habe, sei der Vorstand davon ausgegangen, dass eine Nationalrätin wie Valérie Piller Carrard deutlich mehr Erfolg haben würde als eine Grüne Grossrätin, die kaum jemand gekannt habe.

Für Benoît Piller ist klar, dass die kantonale SP die Resultate analysieren und Vergleiche zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang ziehen wird. «Wir brauchen aber etwas Zeit für die Analyse, die wir zuerst im Parteivorstand diskutieren werden.» Diese Analyse sei auch im Hinblick auf die nationalen Wahlen 2019 wichtig. «Wir wollen so viele linke Sitze wie möglich holen.»

Die SP werde sicher wieder mit den Grünen und der Mitte links – CSP über eine gemeinsame Strategie diskutieren. «Auch wenn es bisher immer schwierig war, mit den Grünen zu diskutieren.»

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