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Ostern heisst, jetzt leben

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das völlig authentische im Hier-und-Jetzt-Sein von Menschen, die durch kognitive und oft auch körperliche Einschränkungen auf Unterstützung angewiesen sind, hat eine besondere Kraft. Eigentlich ist es eine österliche Botschaft: Ostern gibt es nur im Augenblick zu erleben – kein Vertrösten, kein Nachtrauern; jetzt leben, jetzt aufstehen, jetzt freuen und feiern oder trauern. Das lerne ich in meiner Arbeit. Ich hoffe, dass die Kraft dieser heilsamen Präsenz in den nachfolgenden Gesprächen spürbar wird: Wir haben über Ostern geredet und miteinander ein Oster-Memory gespielt. Einzelne Bilder dieses Memorys begleiten die Gruppe durch das Gespräch.

Das Grab Jesu ist mit einem grossen Stein verschlossen – wir suchen das ergänzende Bild dazu.

Alois Schafer: Das verstehe ich, dass die Frauen traurig waren, als sie zum Grab gehen mussten. Ich war auch sehr traurig im letzten Herbst: Da sind meine Mutter und bald darauf mein Bruder gestorben. Das war schlimm für mich. Manchmal ging ich in die Grotte, dort habe ich für sie eine Kerze angezündet. Ja, das ist wie eine Osterkerze. Das Licht von Ostern. Mit diesem Licht kann ich an meinen Bruder und an meine Mutter denken. Da kann ich mich wieder erinnern: Mein Bruder hat immer für mich einen Kaffee gekocht. Das war schön.»

Monika Roth: Da fragt man sich, ist Jesus wirklich echt tot oder nicht.

Das nächste Bild: Der Stein ist weg- gerollt. Das Grab ist offen und leer.

Nadja Maag: Er ist nun auferstanden.

Anita Rappo: Gott hat den Stein weggeblasen. Ein Wunder. Das ist schön. Der Tote ist weg!

Shanta Braun: Das Grab ist leer. Wo ist wohl Jesus, denken die Frauen.

Silvia Schneuwly: Mir sagte einmal ein Priester, Jesus sei enorm stark geworden nach der Auferstehung.»

Erika Portmann: Er ist nicht mehr tot! Er lebt.

Kleine schwarze Samen. Oder ist es bloss Sand …? Das ist auf der Memory-Karte nicht klar erkennbar.

Rita Habegger: Vor Ostern stelle ich einen Osterast her, einen Ast mit Knospen. Wir hängen ausgeblasene bemalte Eier daran. Ich freue mich, wenn die Knospen aufspringen. Früher machte ich oft mit meinen Eltern eine Frühlingsfahrt am Ostermontag.

Nina Däppen: Wir gestalten auch ein Osterbäumchen und hängen viele kleine Dinge dran.

Bunte Blumen spriessen aus dem feinen Samen.

Portmann: Unsere Osternestli haben wir selbst vorbereitet – wir staffierten sie mit Blüemli aus. Margritli, Schlüsselblümchen – was wir fanden. Die Eier verzierten wir mit Osterkraut und färbten sie mit Zwiebelschalen und Blauholz.

Kleine braune Zwiebeln. Sie wirken auf dem Bild etwas schrumplig – als ob sie von gestern wären …

Portmann: Der Ostertisch war mir wichtig: Er war schön geschmückt mit Osterglocken und Veilchen. Und wir assen Lammgigot.

Max Jenny: In den Osterferien fuhr ich ins Appenzellerland nach Trogen. Bei schönem Wetter ging es weiter an den Bodensee in ein Beizli. Da haben wir den Frühling erlebt.

Frische fröhliche farbige Freesien kommen zu den trockenen Zwiebeln hinzu.

Schneuwly: Ostern war immer ein Fest der Familie. Da kamen alle zusammen zum essen, trinken und reden. Ein richtiges Familienfest mit allen Geschwistern, Neffen, Nichten, auch die Grosseltern kamen dazu. Man ging zusammen in die Messe und feierte die Auferstehung. Die Mutter nahm jeweils einen Forsythienstrauss und machte ein Osterarrangement mit frischen Frühlingsblumen.

Ein Holz-Kreuz erinnert an den Karfreitag.

Portmann: Jesus ist für unsere Sünden gestorben und auferstanden. Das ist ein hoher Festtag. Für jeden ist er auferstanden, das ist tröstlich. Sogar dem grössten Verbrecher verzeiht er, wie dem Schächer am Kreuz. Wenn ich einen Sonnenaufgang sehe, ist das für mich wie ein Zeichen: neues Leben.

Das Oster-Kreuz: Es sieht aus, als könne man Jesus aus dem Kreuz herausnehmen.

Nina: Für unseren Blödsinn ist er gestorben und hat uns entschuldigt. Er stirbt. Aber an Ostern ist das Kreuz leer. Er ist daraus weggelaufen.»

Schneuwly: Schon als Kind hat es mich beschäftigt, dass Jesus so gelitten hat. Am Karfreitag war ich sehr traurig. Und an Ostern konnte ich wieder froh sein und mich freuen. Die Mutter erklärte mir: Jesus musste leiden, aber wenn er aufersteht, dann strahlt die ganze Welt.

Ein buntes Schoggi-Eili.

Rappo: Einmal haben sie mir ein ganz kleines Nestli versteckt. Ich fand es in den Turnschuhen.

Schafer: Als Kinder wurden für uns draussen die Osterhasen versteckt. Meiner war mal in einer Milchkanne, bevor die Milch hineinkam.

Markus Schaller: An Ostern gibt es bei uns ein Butterlamm und Eier. Wir machen einen Wettbewerb: Welches Ei lebt am längsten. Dann gibt es einen Lammbraten.

Und noch ein Schoggi-Eili.

Braun: «Wir färben zu Hause Eier und tütschen sie. Ich suche für mich das Stärkste, nämlich das Blaue oder das Violette.»

Ein Häufchen graue kalte Asche.

Portmann: Am Aschermittwoch gingen wir jeweils in die Kirche. Man kniet. Der Priester sagt: Gedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zu Staub wirst. Das Zeichen mit der Asche: dieses erdige Spüren. Das ist mir geblieben. Dann steht man wieder auf. Und einmal wird man auferstehen, ohne Sorgen, ohne Gebresten, es ist nur noch schön. Und das ist Ostern.

Theres Riedo: Eigentlich faste ich immer. Nicht nur nach Aschermittwoch. Süsses ist ungesund. Darauf verzichte ich jetzt. In meinem Zimmer hängt ein Bild von Jesus an Ostern. Er zeigt mir seine Hände. Sie sind durchbohrt von den Nägeln. Aber er lebt.

Die Osterkerze – das neue Licht, das in der Osternacht entzündet wird.

Portmann: Am Samstag in der Oster-Mette wurde um Mitternacht das Osterfeuer angezündet. Nun beginnen die Glocken wieder zu läuten. Der Priester singt: Halleluja, Jesus lebt. Wir nahmen eine Osterkerze auf den Weg, erneuerten das Taufgelübde und zündeten unsere Taufkerze wieder an.

Jenny: Im vorigen Jahr musste mein Bruder ins Krankenhaus, das machte mir Sorgen. Da zündete ich für ihn eine Kerze an, dass er wieder zwäg wird. Eine Kerze anzünden bedeutet, dass die Kraft von Ostern wirken kann. Jetzt geht es ihm besser.

Maag: Wenn ich zur Grotte gehe, ist das für mich beruhigend. Ich kann eine Kerze anzünden. Das tut gut. Manchmal kommen auch Tränen, wenn man fest an jemanden denkt. Aber die Kerze ist für mich Hoffnung. Ostern ist Hoffnung.

Zur Person

Ein Pfarrer für Menschen mit Behinderung

Willy Niklaus ist reformierter Seelsorger für Menschen mit einer Behinderung in Deutschfreiburg und Pfarrer in der Kirchgemeinde Thurnen im Kanton Bern. Als Amtsträger bei der Ökumenischen Behindertenseelsorge (OeBS) ist er angestellt von der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg. In seiner Funktion besucht er die beiden spezialisierten Institutionen in Deutschfreiburg: die Sensler Stiftung für Behinderte in Tafers (SSB) und die Stiftung des Seebezirks für Erwachsene Behinderte Muntelier (SSEB). Er erteilt Religionsunterricht in der Heilpädagogischen Schule Les Buissonnets in Freiburg und führt monatlich Feiern mit den betreuten Mitarbeitenden in Tafers, Schmitten, Muntelier und in der Abteilung «Homato» im Les Buissonnets durch. An diesen Veranstaltungen nehmen manchmal auch seine Kollegen von der katholischen Fachstelle für Behindertenseelsorge teil. Weitere Aktivitäten der OeBS beider Kirchen sind eine Disco für Menschen mit und ohne Handicap, Familiengottesdienste und Weihnachtsfeiern.

fca

www.ref-fr.ch/seelsorge-fuer-menschen-mit-einer-behinderung

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