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Papierstapel sortiert, Gelübde abgelegt

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Autor: Marc Kipfer

Das Bundeshaus in Bern. Ursula Schneider Schüttel war noch ein Schulmädchen, als sie es zum ersten Mal betrat. Eine ganz gewöhnliche Besucherführung war es, und die Murtnerin konnte noch nicht ahnen, dass sie, Jahrzehnte später, wiederkehren würde als Politikerin mit einem nicht zu unterschätzenden Einfluss. Als Nationalrätin.

Der Tag ihrer Rückkehr war gestern, zum Start der Sommersession. Ist Schneider Schüttel zu Beginn eine Musterschülerin und hat alle Unterlagen gelesen? «Das ist gar nicht möglich, wenn man nebenher noch arbeitet», sagte sie bei ihrer Ankunft in Bern gegenüber den FN. Sie habe die Papierstapel nach den einzelnen Sessionstagen sortiert. «Schon dafür habe ich viel Zeit gebraucht», gestand Schneider Schüttel und schmunzelte.

Sie musste weiter, zuerst zu den Parlamentsdiensten, denn ihr Bundeshaus-Badge fehlte noch. Es folgten eine SP-Fraktionssitzung über Mittag, die Vereidigung, die ersten Ratsdebatten, die Journalisteninterviews. Von Termin zu Termin. Von Dossier zu Dossier. Was Ursula Schneider Schüttel gestern erlebt hat, wird ab sofort während Nationalratssessionen ihr Alltag sein.

Wie eine neue Bundesrätin

Die Sommersession begann pünktlich um halb drei Uhr. Ursula Schneider Schüttel war gleich der erste Name, der genannt wurde. Folgendes war sinngemäss zu hören: Schneider Schüttels Nachrutschen für Christian Levrat sei gültig zustande gekommen, sie sei Anwältin, 50-jährig, wohne in Murten. Noch schwatzten die meisten Ratsmitglieder, begrüssten sich, das Zeremoniell ging im Geplauder unter. Vorne in der Mitte, wo sich jeweils auch Bundesräte nach ihrer Wahl hinstellen, stand Schneider Schüttel und sprach: «Ich gelobe es.» Nun standen Sie auf,die Parlamentarier, inzwischen etwas aufmerksamer, und alle applaudierten, von Jositsch bis Amstutz, von Wyss bis Blocher. Die Freiburger Nationalrätin, die erste aus dem Seebezirk, erhielt Rosen und ging zu ihrem Platz; sie sitzt neben ihrem Kantons- und Parteikollegen Jean-François Steiert.

Gegen Abend in der Wandelhalle blickte die Murtner Vize-Stadtpräsidentin auf die Vereidigung zurück. «Ein spezieller Moment» sei es gewesen, «irgendwie bewegend». Nun werde sie sich einarbeiten, auch in der Kommission für Rechtsfragen, der sie angehört. Mit eigenen Vorstössen will sie noch warten, auch wegen der Hackordnung. «Mir wurde gesagt, ein Neuling halte sich besser eine Weile zurück.»

«Ein spezieller, bewegender Moment»: Der Nationalrat erhebt sich zur Vereidigung von Ursula Schneider Schüttel.Bild Aldo Ellena

Ständerat: Christian Levrat wurde als Nachfolger von Alain Berset vereidigt

Anders als Ursula Schneider Schüttel ist Christian Levrat ein routinierter Bundesparlamentarier. Am Dienstag war aber auch der Greyerzer für einmal ein Neuling. Im Ständerat, wo er den Sitz von Bundesrat Alain Berset geerbt hat, wurde er vereidigt. Knapp zwei Stunden nach Schneider Schüttel gelobte auch Levrat, er wolle seine Funktion nach bestem Gewissen erfüllen. Levrat nahm Blumen entgegen und nahm erstmals offiziell Platz. Er sitzt in der hintersten Reihe; ein Hinterbänkler dürfte er jedoch kaum werden.mk

Nun auch offiziell ein Ständerat: Christian Levrat.Bild Keystone

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