Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Papst Adams ohne «B»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Papst Adams ohne «B»

Country-Rock-Abend im Fri-Son

Ryan Adams gilt als eines der grössten Singer-Songwriter-Talente unserer Zeit. Im Fri-Son hat er am Mittwoch aber demonstriert, dass aus einem Haufen toller Songs nicht zwangsläufig ein tolles Konzert werden muss.

Autor: Von UELI STRASSER

Ryan Adams ist Ansichtssache. Wer schon beim blossen Gedanken an eine eiernde Lap-Steel-Gitarre die Krätze kriegt, wird zurzeit kaum glücklich werden mit dem Mann, den weit mehr als nur ein grosses «B» von kanadischem Stadionrock trennt. Die Begleitband «Cardinals» ist sehr auf Country ausgerichtet, in dem Adams schon seit seinen Anfängen mit der Band «Whiskeytown» seine Wurzeln hat.Stamm-Kardinal ist u.a. Neal Casal, seinerseits leidlich erfolgreicher Singer-Songwriter (das sind diejenigen, welche aus handelsüblichen Akkorden nette bis wunderschöne Songs zimmern), der die Show im Fri-Son eröffnen darf.Bemerkenswert sind weniger Casals Songs (die manchmal wunderschön, meistens halt aber nur nett daherkommen), sondern der Schlagzeuger, ein schluffiger Typ mit überdimensionaler Sonnenbrille und einer Frisur wie ein plattgefahrener Pudel – Papst Adams selber.

Schützenhilfe vom Papst

Trotz der Schützenhilfe seines Brötchengebers hat Casals Werk zu wenige Haken und Ösen, um länger hängen zu bleiben. Als Soundtrack für einen verkaterten Sonntagmorgen ist sie dennoch (oder gerade drum) uneingeschränkt zu empfehlen.

Liebling der Musikerkollegen

Adams gilt als Eklektizist (das sind diejenigen, welche Bekanntes so mischen können, dass es tönt, als wäre es neu). Er hatte es 2001 geschafft, mit dem folkig-rockigen «Gold» über Nacht der Liebling seiner Musikerkollegen zu werden oder mit «Rock’n’Roll» auf einer einzigen Platte so zu tönen wie alle angesagten Rock-Bands seit den Rolling Stones. Natürlich war schon bald wieder die Rede vom «neuen Dylan» – alles Quatsch, denn Adams klaut nicht nur bei sich selber, sondern bei den anderen (inklusive Dylan). Zeitweise veröffentlichte Adams seine Alben schneller, als der Normalbürger Zeit hat, um sich das Geld für deren Kauf zu beschaffen. Lediglich 2006 hat er uns noch nicht beglückt – aber dafür steht er ja da, auf der Bühne!

Guter Auftakt . . .

Der Auftakt gelingt der Band prächtig, zunächst mit «Willow Jane», einem weiteren Song aus der Feder Casals, dann mit einem süffigen «To be young (is to be sad is to be high)». Aber schon hier merkt man, dass der Adams-Dylan-Vergleich gewisse Berechtigung hat: Kaum ein älterer Song tönt live wie auf Platte; die folgenden, sonst so beschwingten «New York» und «Firecracker» kommen wie versoffene Cowboys um die Ecke, machen aber auch im neuen Gewand durchaus noch Spass. Leider bewegt sich dann der ausgiebige Teil des Repertoires irgendwo im Schaltbereich zwischen erstem und zweitem Gang (mit angezogener Handbremse), und auch die Stimmung im Publikum will deshalb nicht so recht auf Touren kommen.

. . . mauer Schluss

Dazu ist Adams kein Kommunikationswunder, er würde auch so spielen, wenn die Halle leer ist (vielleicht sieht er aber auch einfach nichts wegen seiner Sonnenbrille). Das Publikum in der ehemals halb gefüllten Halle dünnt sich gegen Mitte der zwei Stunden Konzert schon ziemlich aus. Erst gegen Ende gibt die Band mal ordentlich Gas – was allerdings nichts mehr daran ändern kann, dass der Abend eher als maue Angelegenheit, ohne Gruss ans Publikum und Zugabe, endet. Die gute Nachricht für alle Fans ist: Ryan war nicht besoffen genug, um in den Zuschauerraum zu fallen und sich etwas zu brechen. Wir dürfen uns also bereits auf die nächste Platte freuen.

Mehr zum Thema