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Personell und finanziell überfordert

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Personell und finanziell überfordert

Ende des Schuljahres 2007 schliesst das Institut Guglera seine Tore

Die schwierige personelle Situation der Schwesterngemeinschaft ist neben den finanziellen Möglichkeiten des Klosters Ingenbohl der Hauptgrund für die Schliessung der Guglera.

Von ANTON JUNGO

Die Generalversammlung der Aktiengesellschaft des Instituts St. Josef in der Guglera hat am Mittwoch beschlossen, das Internat mit zweisprachiger Orientierungsschule auf Ende Juni 2007 zu schliessen. Sie folgte damit dem Antrag der Hauptaktionärin, dem Kloster Ingenbohl. Die Verantwortlichen des Klosters fassten diesen Entscheid, weil die Guglera – obwohl eine Aktiengesellschaft – faktisch vom Kloster Ingenbohl getragen wird. Längerfristig könne sich das Kloster aber weder personell noch finanziell weiter engagieren.

Eine Gründung des Gründers

Die Schliessung falle den Schwestern nicht leicht, betonte gestern Sr. Hildegard Zäch, Mitglied der Provinzleitung und des Verwaltungsrates. Geht doch der Beginn des Engagements der Ingenbohlerschwestern in der Guglera 1862 noch auf einen Entscheid von P. Theodosius Florentini, des Gründers der Schwesterngemeinschaft, und auf die erste Oberin Mutter Maria Theresia Scherer zurück. (vgl. Kasten). Der Kanton Freiburg hatte der jungen Institution in der Guglera damals 10 000 Franken zur Verfügung gestellt. «Bei diesen 10 000 Franken ist es bis heute geblieben», meinte Sr. Hildegard mit einem vielsagenden Lächeln im Gesicht.

Sensebezirk immer bevorzugt

Sie wies darauf hin, dass das Kloster Ingenbohl den Sensebezirk immer bevorzugt hat. Über 100 Schwestern wirkten in der Hochblüte ihres Engagements gleichzeitig in den verschiedenen Sensler Dorfschulen – eine riesige finanzielle Entlastung für die Gemeinden. Sr. Hildegard erinnert sich, dass eine vierköpfige Schwesterngemeinschaft noch 1966 den gleichen Lohn bezog, wie eine weltliche Lehrperson.

Grosse finanzielle
Belastung für das Kloster

Wie Marius Cottier, Präsident des Verwaltungsrates der Guglera AG, ausführte, waren Budget und Rechnung bis in die Neunziger-Jahre jeweils ausgeglichen. In den letzten Jahren übernahm das Kloster Ingenbohl jeweils das Defizit, das jeweils bei über 200 000 Franken lag. Würde noch der Lohn für die Schwestern aufgerechnet, müsste nochmals ein ähnlicher Betrag hinzugezählt werden. Auch für die Investitionskosten kam jeweils das Kloster oder wie bei der Gesamtsanierung der Gebäude in den Jahren 1999/2000 eine dem Kloster Ingenbohl nahe stehende Stiftung auf.

Das Kloster hatte sich im Laufe der Jahre daran gewöhnt, dass von der öffentlichen Hand keine finanzielle Hilfe zu erwarten war. Dies nachdem durch verschiedene Vorstösse beim Kanton um Unterstützung nachgesucht wurde, sei es über einen Leistungsauftrag für Zweisprachigkeit oder um Schulgelder für die Freiburger Schülerinnen. Die ganze Last auf die Schülerinnen abschieben wollte das Kloster aber nicht; wollen die Schwestern doch gerade auch Jugendlichen aus sozial schwierigen Situationen eine Chance bieten.

Die finanzielle Belastung ist neben der Überalterung der Schwesterngemeinschaft der wichtigste Grund für die Schliessung der Guglera. Sr. Hildegard wies darauf hin, dass von den 760 Schwestern, die zurzeit zur Schweizer Provinz gehören, noch 18 unter 50 Jahre alt sind; vier sind 100-jährig.

Zukünftige Nutzung ist offen

Was nach 2007 mit den Gebäuden in der Guglera geschieht, ist zurzeit noch offen. Klar ist gemäss Sr. Hildegard nur, dass das Kloster keine Verwendung für die Gebäude hat und sie verkaufen will. Am liebsten wäre dem Kloster, wenn sie auch in Zukunft in irgendeiner Weise Bildungszwecken dienen würden. Sowohl mit der Erziehungsdirektion und der OS Sense bestünden seit längerer Zeit Kontakte. «Bis jetzt wurden keine konkreten Ergebnisse erzielt», stellte Sr. Hildegard ernüchtert fest und wies darauf hin, dass der Kanton jedenfalls von Vorzugsbedingungen profitieren könnte.

In einem Brief an die Generalversammlung bedauerte der Gemeinderat von Giffers den Schliessungsentscheid und dankte den Schwestern für ihr Engagement. Der Gemeinderat gab den Schwestern die Zusicherung, er werde bei der Suche nach einer guten Lösung behilflich sein. «Es kann der Gemeinde Giffers nicht gleichgültig sein, was mit der Guglera geschieht», meinte Ammann Ruedi Vonlanthen gestern auf Anfrage. Bei der Prüfung der verschiedenen Möglichkeiten könnte auch der geplante Ausbau der OS in Plaffeien ein Thema sein, hielt er fest.
Walter Fasel, Präsident der OS Sense bestätigte, dass der Schulvorstand mit der Schulleitung der Guglera Gespräche geführt habe. Diese seien aber ergebnislos verlaufen. Jetzt, wo die Schliessung feststehe, müsste man vielleicht wieder Gespräche aufnehmen, erklärte er. Er ist aber überzeugt, dass sich vor allem die Erziehungsdirektion engagieren müsste.

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