Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Pfarrer Bühler geht in Pension

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Dass die Kirchen gleich im letzten Amtsjahr des Laupener Pfarrers Konrad Bühler aufgrund der Corona-Pandemie leer bleiben mussten, ist ein Zufall. Kein Zufall hingegen ist der Umstand, dass sich die Kirche zum Abschiedsgottesdienst am Sonntag doch noch einmal füllte. Die Laupener Bevölkerung wollte ihrem Pfarrer einen gebührenden Abschied bieten. Nach 19 Jahren als Seelsorger der Gemeinde geht der 65-jährige Konrad Bühler nun in Pension.

Theologie erst mit 30

Dass Bühler eines Tages Pfarrer werden sollte, war eigentlich nicht geplant. «Ich wuchs nicht in einem unreligiösen Haus auf, aber auch nicht in einem speziell frommen.» In Nidau bei Biel aufgewachsen, absolvierte er nach der obligatorischen Schulzeit das staatliche Lehrerseminar. Anschliessend war er während rund zehn Jahren als Lehrer im Seeland tätig. Erst mit 30 Jahren entschloss er sich, ein Theologiestudium in Angriff zu nehmen. «Ich hatte mir das zuvor gar nie zugetraut. Doch in mir schlummerte dieses Verlangen, etwas Neues auszuprobieren und meine Neugierde zu stillen.» Ein Religionslehrer in der Lehrerausbildung habe ihn zudem geprägt und ihm das Interesse an der Religion und der Geschichte mitgegeben. So kam es, dass Bühler nach dem Studium Pfarrer wurde. Zuerst in der Gemeinde Limpach an der Grenze zum Kanton Solothurn, wo er fast sieben Jahre blieb. «Dann wurde ich nach Laupen gewählt. Der Zeitpunkt für einen Wechsel war ideal.»

«Die Botschaften der Liebe, Solidarität und Gewaltfreiheit, welche die Kirche vermitteln will, gelten noch heute und sind immer noch wichtig.»

Konrad Bühler

Emeritierter Pfarrer von Laupen

Weshalb Pfarrer?

«Ich mag Leute, und ich habe gerne Menschen um mich», erklärt Bühler, angesprochen auf die Frage, weshalb er überhaupt Pfarrer wurde. «Das Reden vor vielen Leuten fällt mir leicht. Das habe ich schon als Lehrer gemerkt.» Das Schöne am Pfarrerberuf sei, dass man viel in Kontakt mit Menschen komme und diese von der Taufe bis zur Bahre begleite. «Als Pfarrer begleitete ich junge wie alte Personen aus allen möglichen sozialen Schichten.» Ihm habe die Vielseitigkeit dieses Berufs gefallen. Auch die Vorbereitung für seine Predigten habe er genossen. Sein Ziel sei es gewesen, die Leute daran teilhaben zu lassen, wie eine Predigt entstehe. So habe er bei biblischen Texten eine historisch-kritische Methode angewandt. «Ich betrachte die religiösen Texte nicht als zeitlich endlose Gebote, sondern versuche sie, in die heutige Zeit zu interpretieren.» Selbst die Beerdigungen habe Bühler nicht ungern gemacht, auch wenn dies manchmal hart gewesen sei. «In meinen Augen sind Beerdigungen sehr wichtig.» Er persönlich habe dabei stets versucht, einen Aspekt der Verstorbenen oder des Verstorbenen aufzugreifen, der wichtig für sie oder ihn war und über dieses Thema zu predigen. «Auch wenn man einen Menschen einen Moment seines Lebens begleitet hat, so kennt man doch nur einen Teil seiner Biographie.» Deshalb masste er sich nicht an, über das gesamte Leben der Hingeschiedenen berichten zu wollen.

Stets weniger Leute

Dass der Kirchenbesuch an normalen Sonntagen abgenommen hat und lediglich ältere Leute den Gottesdienst besuchen, ist auch Pfarrer Bühler nicht entgangen. In den 19 Jahren, in denen er in Laupen tätig war, sei dies wohl die grösste Veränderung. Bei speziellen Gottesdiensten würden zwar immer noch viele Leute kommen, vor allem an diejenigen, die draussen stattfinden, wie beispielsweise beim Röselisee in Kriechenwil oder auf der Saanebrücke. Die normalen Gottesdienste würden jedoch stets weniger besucht. Pfarrer Bühler überrascht das nicht. «Kennen Sie eine andere Veranstaltung, die eine Person 45  Minuten lang ohne Bilder, nur von einer Orgel begleitet, bestreitet?» Hier müsse die Kirche Wege finden, um ihre Botschaften anders vermitteln zu können. «Denn die Botschaften der Liebe, Solidarität und Gewaltfreiheit, welche die Kirche vermitteln will, gelten noch heute und sind immer noch wichtig.» Heute sei die Kirche immer noch sehr pfarrerzentriert. «Das kann es meiner Meinung nach nicht sein.»

Wandern und campieren

Im Ruhestand werde er sicher eine Zeit lang nichts machen, was mit dem Pfarramt zu tun hat. «Meine Frau und ich haben vor ein paar Jahren das Weitwandern entdeckt; eine Woche mit dem Rucksack unterwegs zu sein, tut unglaublich gut. Wir werden sicher zwei Wochen im Tessin campieren und viele Ausflüge machen.» Zudem werde er die freien Abende geniessen. Als Pfarrer habe er fast jeden Abend etwas losgehabt. «Das wird eine ganz neue Erfahrung für mich.»

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema