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Preis für Rechthaltner Mr. Sicherheit

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Die Reise nach Vietnam dieses Jahr dürfte für den Sicherheitsdelegierten in Hugo Schuwey eine Herausforderung gewesen sein. «Der Verkehr dort ist sehr chaotisch», erzählt er. «Es gilt das Recht des Stärkeren: Der Lastwagenfahrer ist stärker als der Autofahrer, und der steht über dem Rollerfahrer; Fussgänger haben keine Chance. Rotlichter werden nicht beachtet, und Fussgängerstreifen sind reine Zierde.» Er habe fast nicht allein zu Fuss die Strasse überqueren können, das sei zu gefährlich gewesen.

«Schöne Anerkennung»

Ganz anders in Rechthalten: An diesem Herbstmittag spielen Kinder auf dem Trottoir mit Laub, und Autos fahren gemächlich über die Quartierstrassen, während Hugo Schuwey auf dem Parkplatz vor dem Gemeindehaus steht. Dass die Rechthaltner Strassen so ruhig sind, ist unter anderem sein Verdienst. Als Gemeinderat und Sicherheitsdelegierter der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat er angeregt, Tempo 30 auf allen Stras­sen im Dorf ausser der Kantonsstrasse einzuführen und den Spielplatz beim Schulhaus zu erneuern. Für seine Anstrengungen hat er gestern in Interlaken den Regionalen Sicherheitspreis der BfU erhalten (siehe Kasten). «Der Preis ist eine schöne Anerkennung für meine Arbeit», sagt er.

Um den Posten als BfU-Sicherheitsdelegierten hat sich Hugo Schuwey nicht aktiv beworben. Als er 2011 in den Gemeinderat kam, übernahm er das Dossier Öffentliche Sicherheit und wurde damit automatisch Sicherheitsdelegierter. Da er bei der Polizei arbeitet, ist er mit dem Thema Sicherheit vertraut, und auch persönlich liegt es ihm am Herzen. Ziel eines BfU-Sicherheitsdelegierten sei es, Probleme zu erkennen, sagt Schuwey. Er besucht dafür ein bis zwei Weiterbildungskurse pro Jahr und tauscht sich bei Problemen mit dem Chef-Sicherheitsdelegierten aus.

Verkehrskonzept erarbeitet

«Als ich meine Arbeit im Gemeinderat aufnahm, stand die Verkehrssicherheit bereits auf der Traktandenliste», erzählt Schuwey. Die Gemeinde habe ein Verkehrskonzept ausarbeiten wollen, um das Dorf sicherer zu machen. Schuwey machte sich an die Arbeit und kam zum Schluss: Rechthalten sollte flächendeckende Tempo-30-Zonen einführen. Der Gemeinderat war rasch dafür, nun galt es, die Bevölkerung zu überzeugen.

«Das lief besser, als ich gedacht hatte.» Bereits früh bildete er eine Arbeitsgruppe mit Einwohnern aus den verschiedenen Quartieren und organisierte später einen Info-Anlass. An der Gemeindeversammlung im Dezember 2014 stimmte eine grosse Mehrheit der Anwesenden für die Einführung der Tempo-30-Zonen.

Die Umsetzung gestaltete sich langwieriger: Erst mussten Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden; dann Detailpläne jeder Kreuzung inklusive Signalisation erstellt und dem kantonalen Tiefbauamt und dem Amt für Mobilität vorgelegt werden. Diese hatten Änderungsvorschläge, die umgesetzt werden mussten. Während des Wartens auf Rückmeldungen und Bewilligungen nahm Schuwey den Spielplatz unter die Lupe.

Er fand so manches, das nicht BfU-konform war: Die Latten beim Rutschbahn-Turm waren so weit auseinander, dass Kinder den Kopf durchstecken konnten. Und die Schaukel war so gestellt, dass die Kinder beim Abspringen auf dem Gehweg landeten. Schuwey beantragte kurzerhand beim Gemeinderat und dann an der Gemeindeversammlung eine Neugestaltung des Spielplatzes. Die alten Geräte wurden durch neue ersetzt. Die Latten beim Rutschbahnturm liegen nun näher beieinander, und die Schaukeln stehen in einem anderen Winkel zum Gehweg. Unter den Geräten und um sie herum sind Fallschutzplatten ausgelegt. Sie sollen verhindern, dass sich die Kinder bei einem Sturz verletzen.

Limite wird eingehalten

Und während der neue Spielplatz 2016 gebaut wurde, ging es auch mit den Tempo-30-Zonen langsam, aber stetig voran. An Ostern 2018 konnten sie endlich eingeführt werden. Grundsätzlich werde die Tempolimite gut eingehalten, stellt Hugo Schuwey fest. «Nur im Quartier Entenmoos hapert es noch etwas.» Dort gebe es eine längere Strecke ohne Häuser – «da haben einige Autofahrer Mühe, langsam zu fahren».

Schuwey macht in seiner Doppelrolle als Sicherheitsdelegierter und Gemeinderat viel mehr, als Probleme zu erkennen. Er arbeitet Lösungen aus und setzt sie auch gleich um. Die nächste Knacknuss hat er bereits identifiziert: Er will den Fussgängerstreifen zwischen Kirche und ehe­maligem Dorflädeli sicherer machen.

Zum Preis

Auszeichnung zum ersten Mal vergeben

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat mit den BfU-Sicherheitsdelegierten ein Netzwerk aufgebaut, das Unfälle in Städten und Gemeinden verhindern soll. In der ganzen Schweiz gibt es 1200 von ihnen. Sie sind Gemeinderäte, Werkhof-Mitarbeiter, Ortspolizisten oder nehmen andere Rollen in den Gemeinden wahr, wie die BfU in einer Mitteilung schreibt. Erstmals hat sie dieses Jahr den regionalen Sicherheitspreis vergeben, der mit 2000 Franken für die Siegergemeinde dotiert ist. Künftig soll die Auszeichnung im Zweijahresrhythmus verliehen werden, dies jeweils in acht Regionen der Schweiz. Für die Region Wallis/Freiburg/Bern waren dieses Jahr neben Hugo Schuwey, Gemeinderat von Rechthalten, auch Christoph Bregy, Kantonspolizist in Brig, sowie Christian Locher, Fachspezialist Infrastruktur bei der Gemeindeverwaltung Meiringen, nominiert. Die BfU hat Schuwey als Preis­träger auserkoren, weil er mit seiner Initiative an mehr als zehn Strassenkreuzungen in seiner Gemeinde das Unfallrisiko gesenkt habe. Schuweys Engagement beweise: «Ein Mensch allein kann bewirken, dass die Verkehrssicherheit in einem ganzen Dorf erhöht wird.» Schuwey erhielt den Preis gestern in Interlaken.

nas

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