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Pubertät macht Jugendliche risikofreudig

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Vergangene Woche hat ein Gerichtsfall im Kanton Freiburg aufgezeigt, welche Tragweite es annehmen kann, wenn Jugendliche intime und persönliche Inhalte im Internet weitersenden: Sie laufen einem Betrüger in die Hände. So erschlich sich ein 29-jähriger Pädophiler über weibliche Online-Profile das Vertrauen von minderjährigen Jungen, mit denen er schliesslich Nacktfotos und -videos austauschte.

Das öffentliche Tagebuch

Die sozialen Netzwerke und das Internet sei bei den Jugendlichen allgegenwärtig, sagt Seraina Lehmann. Sie ist Schulsozialarbeiterin der Orientierungsschulen Tafers und Plaffeien. Bei einigen Jugendlichen scheine es, als würde sich ihr Leben tatsächlich zu einem grossen Teil auf Whatsapp, Instagram und Snapchat abspielen. «Fast jeder Schritt wird auf Instagram festgehalten. Es ist wie ein elektronisches Tagebuch.» Dieses Verhalten spiele Cyberkriminellen in die Hände, da die Teenager durch jedes Foto, jede Ortsangabe und jeden Kommentar ein Stückchen mehr von ihrem Leben preisgeben würden. Es sei kontraproduktiv, wenn Eltern ihnen dies verbieten würden. Allerdings müssten Eltern und Lehrpersonen ihren Schützlingen schon von klein auf beibringen, im Internet vorsichtig mit persönlichen Daten umzugehen. «Zum einen erinnere ich unsere Schülerinnen und Schüler immer wieder daran, auf sozialen Netzwerken alle privaten Einstellungen anzuklicken, damit sie ihre Inhalte nur dem engsten Kreis zugänglich machen. Zum anderen rate ich ihnen, nur die Freundschaftsanfragen von Personen anzunehmen, die sie auch persönlich kennen.»

«Baustelle Gehirn»

Ab einem gewissen Zeitpunkt seien den Eltern, Lehrern und auch ihr die Hände gebunden, inwieweit sie die Kinder vor Cyberkriminellen und pädophilen Angreifern schützen können, sagt die Schulsozialarbeiterin. Besonders die Lebensphase der Pubertät sei geprägt von erhöhter Risikobereitschaft, Impulsivität und Irrationalität. «Der Körper verändert sich, so auch die Beziehung zu den Eltern. Alles unterliegt einem Wandel. Dies verunsichert die Jugendlichen.» Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass das Gehirn während der Pubertät zu einer «grossen Baustelle» werde. Jeder einzelne Teil des Gehirns wachse in seine richtige Form, doch geschehe dies alles nicht gleichzeitig: Der präfrontale Cortex, der dafür zuständig sei, die Konsequenzen für unser Handeln abzuschätzen, entwickle sich zuletzt. «Die Jugendlichen handeln schneller, als sie denken können. Erst nachdem sie ein Nacktfoto versandt haben, realisieren sie die Tragweite ihrer Tat.» Zudem würden Cyberkriminelle oft die Unsicherheit der Teenager ausnutzen und so ihr Vertrauen erschleichen.

Doch was können Eltern konkret unternehmen, damit ihre Kinder keinem Verbrecher zum Opfer fallen? «Inte­resse zeigen», antwortet Seraina Lehmann. Für die Eltern sei es wichtig zu wissen, was ihre Kinder im Internet so anstellten. Sie dürften sie nicht hartnäckig ausfragen, sondern ihnen das Gefühl geben, dass sich die Eltern wirklich dafür interessieren, mit wem sie online Kontakt haben und welche Internetseiten sie besuchen. Falle den Erwachsenen ein eigenartiges Verhalten bei den Kindern auf oder hätten sie einen Verdacht, dürften sie jederzeit die zuständige Lehrperson und die Schulsozial­arbeiterin kontaktieren. Ist ein Kind aber tatsächlich Opfer einer Straftat geworden, wie die Jungen im aktuellen Gerichtsfall, sollen sich die Eltern direkt bei der Polizei melden, rät Seraina Lehmann.

Des Weiteren sollte in jedem Haushalt klare Regeln für die Internetnutzung bestehen. «Es ist sinnvoll, klare Zeiten zu vereinbaren, wann das Smartphone benutzt werden darf und wann Hausaufgaben zu erledigen sind.» Sie erlebe auch vermehrt, dass die Schüler müde seien, weil sie zu lange online gespielt oder gechattet hätten. «Dies kann ihre Entwicklung negativ beeinflussen.»

Zuletzt dürfe das reale Leben nicht unterschätzt werden. «Wenn die Jugendlichen nur im Netz herumhängen, sollten die Erwachsenen besonders aufmerksam werden.» Je mehr Zeit die Kinder im Internet verbringen würden, desto grösser sei auch die Gefahr, dass sie von einem Cyberkriminellen angegriffen würden. Egal ob Fussballverein oder Schachklub – es tue den Kindern und Jugendlichen gut, soziale Kontakte in der Freizeit zu pflegen, so die Sozialarbeiterin. «Es stärkt ihr Selbstwertgefühl. Dies kann sie daran hindern, intime Inhalte zu versenden, da sie sich selbst wertschätzen.»

Information

Gefahren und Prävention

Die unten stehenden Internetseiten befassen sich mit dem Thema Jugend und Medien. Sie erklären die Funktion des Internets und der Sozialen Medien und zeigen auf, welche Gefahren diese bergen und welche Präventionsmass­nahmen Eltern und Jugendliche ergreifen können, um nicht Opfer eines Cyber­kriminellen zu werden.

jp

handysektor.de; jugendundmedien.ch; klicksafe.de; projuventute.ch; saferinternet.at; schau-hin.info; skppsc.ch; be-freelance.ch

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