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Rätselhafte Inschrift in Ueberstorf

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Die grosse unbearbeitete Holzfassade und die modernen Sonnenstoren, deren Orange mit der Farbe des Holzes im Einklang stehen, stechen im Weiler Riedern hervor. Die Architektin Jacqueline Brülhart hat sich am Haus, in dem schon ihre Grossmutter aufgewachsen ist, von der Terrasse bis zum Dachgiebel verwirklicht. Das Haus steht seit 2018. Doch nicht alle seine Komponenten sind so neu. «Ich wollte das Traditionelle mit dem Neuen verbinden», sagte sie. So behielt sie das Haupttor des ehemaligen Bauernhauses. Die Überraschung: Im Balken über dem Tor fand sie eine Inschrift, die inhaltlich so gar nicht in den Sensebezirk passt. «Dieses Haus ist gebauwen worden von dem Zimmermeister Peter Mülli Mann von Kilchberg in dem Jahr 1819», steht seit gestern Mittag gut leserlich auf dem gewölbten Balken. Denn gestern hat Historiker Jean-Pierre Anderegg, der sich mit der Geschichte von Bauernhäusern befasst, die Schrift aufgefrischt.

 

Neues Baujahr

Er weiss, welche Informationen die Schrift beinhaltet – und welche Rätsel ungelöst bleiben. «Der Balken ist mit dem Namen des Zimmermannes angeschrieben, der damals das Haus gebaut hat.» Doch das Baujahr war nicht 1819. Denn die Zahl selbst ist nicht in derselben geschnörkelten, gotischen Schrift geschrieben, sondern eingeritzt und weniger schwungvoll. «Der neue Besitzer des Hauses wollte bei seinem Einzug das Datum aufdatieren.» Leider sei deshalb nicht mehr ersichtlich, so Anderegg, wann Zimmermeister Peter «Mülli Mann» den Balken erstmalig beschriftet hat.

«Dem Besitzer war es wichtig zu zeigen: Jetzt sind wir auf katholischem Boden.»

Jean-Pierre Anderegg

Pensionierter Bauernhaus-Forscher

Wie kommt aber ein Tor eines Zimmermannes von Kilchberg – Anderegg geht davon aus, dass damit das bernische Kirchberg bei Burgdorf gemeint ist – nach Riedern? «Früher war es üblich, dass Bauernfamilien ganze Häuser gezügelt haben», erklärt Anderegg. Sie sind nicht selbst umgezogen, sondern haben leer stehende Häuser gekauft und mit Pferd und Wagen transportiert. «Wie ein Puzzle haben sie dann das alte Haus am neuen Standort aufgebaut», erklärt der pensionierte Bauernhaus-Forscher mit einem Farbpinsel in der Hand.

Unbekanntes Ursprungshaus

Unklar bleibt, was für ein Haus vor dem Wiederaufbau auf der Matte stand. Der Gewölbekeller ist mit 1775 datiert. «Es ist unwahrscheinlich, dass er gleichzeitig wie das erste Haus gebaut wurde.» Denn für das ursprüngliche Bauernhaus, das für einen Minimalbetrag versichert war, sei er zu gross.

Katholisches Monogramm

Der neue Hausbesitzer von damals, ein ferner Vorfahre von Jacqueline Brülhart, wollte dem Haus einen regionalen Stempel aufdrücken. Nach der Jahreszahl, die beim Wiederaufbau 1819 verändert wurde, steht «IHS». Das Christusmonogramm ist typisch katholisch und kam im reformierten Bernbiet nicht vor. «Dem Besitzer war es wichtig zu zeigen: Jetzt sind wir auf katholischem Boden», so Anderegg.

200 Jahre später hat Jacqueline Brülhart sich durch ihre Arbeit und ihren Stil im ehemaligen Bauernhaus verewigt. «An die Wand schreibe ich aber nichts», sagt sie lachend.

 

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