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Rechtsprofessor und Romancier

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Der soeben erschienene Band 95 der «Freiburger Geschichtsblätter» schlägt eine Brücke zwischen den Historikergenerationen: Er enthält drei Aufsätze von jungen Wissenschaftlern, die aus deren Masterarbeiten hervorgegangen sind, und drei Beiträge von arrivierten Vertretern der Zunft, nämlich Ernst Tremp, Kathrin Utz Tremp und Hubertus von Gemmingen.

Kernstück ist der Aufsatz von Hubertus von Gemmingen, der zusammen mit Kathrin Utz Tremp die Schriftleitung der «Geschichtsblätter» innehat. Er schreibt über den Freiburger Rechtsprofessor und Schriftsteller Henri Legras (1882–1948), einen gebürtigen Franzosen, der unter dem Pseudonym Heinrich Herm Romane in deutscher Sprache verfasste. Legras’ umfangreicher Nachlass liegt seit 1989 in der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg. Er habe schon länger Kenntnis von dem Material gehabt, sagt Hubertus von Gemmingen. «Ich dachte, irgendwann würde jemand eine Master- oder Doktorarbeit daraus machen. Als dies nicht geschah, schlug ich zu und machte mich selber ans Werk.»

In Legras’ Nachlass finden sich nebst Dokumentationen zu jedem seiner zehn Romane seine präzise geführten Tagebücher. Hubertus von Gemmingen konzentriert sich in seinem 70-seitigen Aufsatz auf die Integration des Franzosen in Freiburg, auf seine Beziehungen zu Deutschland, speziell das Kennenlernen der deutschen Jüdin Gertrude Schlesinger, die er 1914 heiratete, auf den Alltag an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens und schliesslich auf den «Seeteufel» Henri Legras, der sich stets nach dem Meer sehnte und regelmässig lange Schiffsreisen unternahm, gerne als einziger Passagier auf kleinen Frachtdampfern. Als «Schilderer des Meeres in allen seinen Zuständen» habe es der Romancier Heinrich Herm gerade in Deutschland zu einer gewissen Bekanntheit gebracht, so Hubertus von Gemmingen gegenüber den FN.

Falck und Englisberg

Ernst Tremp befasst sich in seinem Aufsatz mit dem spektakulären Tod des Freiburger Staatsmannes Peter Falck im Jahr 1519. Kathrin Utz Tremp ihrerseits schliesst einige Lücken zu einem Zeitgenossen Falcks, Peter von Englisberg, einem langjährigen Komtur der Freiburger Johanniterkommende. Dazu kommen die drei Masterarbeiten junger Historiker: Nicolas Jutzet schreibt über die mediale Rezeption des Nationalsozialismus in der Deutschschweiz und in Freiburg, Adeline Favre über das Brevier des Freiburger Stadtpfarrers Wilhelm Studer und Alicia Cuche über die Namengebung der Frauen in Freiburg im 14. Jahrhundert. Die Arbeiten von Favre und Cuche sind auf Französisch abgedruckt mit deutschen Zusammenfassungen.

Erhältlich für 48 Franken in der Buchhandlung Kanisius Lüthy in Freiburg oder via www.geschichtsverein-fr.ch.

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