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Ruhiger durch die Stadt Freiburg fahren

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«Das ist keine verkehrspolitische Massnahme, sondern eine Massnahme zur Lärmbekämpfung», stellte Gemeinderat Pierre-Olivier Nobs (CSP) gestern vor den Medien klar, als er bekannt gab, dass die Autos ab nächstem Sommer auf drei Vierteln der städtischen Strassen höchstens mit Tempo 30 unterwegs sein dürfen.

Gemeinden und Kantone sind dazu verpflichtet, den Strassenlärm zu senken, damit die Anwohnerinnen und Anwohner nicht unter dem Lärm leiden. Die Stadt hat dazu bisher zwölf Kilometer ihres Strassennetzes mit einem Flüsterbelag ausgestattet. Doch vielerorts reicht das nicht aus, um den Lärm im gewünschten Mass zu reduzieren. Darum sollen die Autos nun langsamer – und damit leiser – unterwegs sein. Und zwar auch auf grossen Verkehrsachsen wie der Pérollesstrasse, der Alpenstrasse und der Jurastrasse (siehe Kasten rechts aussen).

Drei Viertel aller Strassen

Das Projektteam der Stadt hat jene Strassen aufgelistet, die lärmsaniert werden müssen (auf der Karte in Violett). Zudem hat es geschaut, auf welchen Strassen die Fahrzeuge bereits heute mit weniger als den erlaubten 50 Stundenkilometern unterwegs sind (blau). Danach hat das Team jene Strassen bestimmt, auf welchen ebenfalls eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gelten soll, «damit die Massnahme kohärent wird», wie Nobs sagte; diese Strassen sind auf der Karte in dunklem Grün eingezeichnet. «Es ist sinnlos, ab und zu hundert Meter mit Tempo 50 zuzulassen und dann wieder auf 30 zu wechseln.» So kommt die Stadt auf drei Viertel ihrer Strassen, auf denen die Fahrzeuge bald langsamer unterwegs sein werden.

Trotz Flüsterbelag und Tempo 30 werden immer noch 156 Gebäude – und ihre Nutzerinnen und Nutzer – zu grossem Lärm ausgesetzt sein. Für sie wird die Stadt beim Bund um eine Ausnahmegenehmigung, eine sogenannte Erleichterung, anfragen.

Nobs verkaufte das Lärmsanierungsprojekt auch als Möglichkeit, auf den Strassen der Stadt Freiburg gleichzeitig Raum zu gewinnen – beispielsweise für neue Busspuren, Velostreifen oder eine Begrünung. «Je langsamer die Fahrzeuge unterwegs sind, umso weniger Raum benötigen sie», sagte Nobs. Damit sei die Tempo­reduktion auch «eine intelligente Art, die Stadt zu gestalten».

Pierre-Olivier Nobs betonte auch, dass die Sicherheit im Strassenverkehr steige, wenn die Fahrzeuge langsamer führen. «Und es ist auch angenehmer für die Velos, wenn ein Auto sie mit Tempo 30 statt mit 50 überholt.» Indem die Stadt die Geschwindigkeit senke, erhöhe sie die Lebensqualität.

Die kantonale Bau- und Raumplanungsdirektion hat das Lärmsanierungsprojekt gestern im freiburgischen Amtsblatt veröffentlicht. Ende Jahr soll die Verfügung publiziert werden. Geht alles nach Plan, werden die Tempo-30-Schilder nächsten Frühsommer installiert.

Zahlen

Bisher 80 Millionen Franken investiert

Nicht nur die Stadt Freiburg sorgt dafür, dass ihre Strassen leiser werden. Der Kanton Freiburg hat bis Anfang 2020 bereits rund 80 Millionen Franken in die Lärmsanierung investiert, im Februar hat der Grosse Rat weitere 35,6 Millionen gesprochen. Der Kanton setzt vor allem auf Flüsterbeläge. Insgesamt kosteten alle Massnahmen für die Lärmsanierung an den Kantonsstrassen 115 Millionen Franken. 96 Millionen Franken beträgt der Anteil des Kantons, 19 Millionen jener des Bunds. Das Sanierungsprogramm 2008 bis 2011 war mit 7,2 Millionen Franken (dabei betrug der Kantonsbeitrag 6 Millionen Franken) am günstigsten. Die Etappe 2012 bis 2015 kostete 32 Millionen Franken (Kanton: 26  Millionen) und jene von 2016 bis 2018 40 Millionen Franken (Kanton: 32 Millionen).

uh/njb

 

Fakten

Lärm kann krank machen

Rund 1,45 Millionen Menschen sind schweizweit Belastungen durch Strassenlärm ausgesetzt, die über den Immis­sions­grenz­werten liegen. Die Gemeinden sind verpflichtet, den Lärm einzudämmen. Lärm ist ein biologischer Stressfaktor und kann auf lange Sicht gesundheitsschädigend sein. Epidemiologen haben dies in langjährigen Studien mit grossen Gruppen nachgewiesen. Der Stress ist eine normale Reaktion des Körpers: Ein Geräusch deutet auf eine äussere Bedrohung hin, also setzt der Körper einen biologischen Prozess in Gang. Der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller, Hormone werden ausgeschüttet. Das kann Bluthochdruck und kardiovaskuläre Erkrankungen hervorrufen – bis hin zum Herzinfarkt.

njb

 

Mehr Informationen: www.laerm.ch

Unterschied

Tempo 30 ist keine Tempo-30-Zone

Der Freiburger Gemeinderat will auf drei Vierteln der städtischen Strassen die Geschwindigkeit von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde reduzieren. Dabei geht es rein um das Tempo; es gelten weiterhin die normalen Verkehrsregeln.

In einigen Quartieren hat der Gemeinderat bereits Tempo-30-Zonen mit speziellen Regeln eingerichtet. An Kreuzungen gilt der Rechtsvortritt, und es gibt keine Fussgängerstreifen. Die Fussgänger können die Strasse dort queren, wo sie wollen. Allerdings haben nach wie vor die Fahrzeuge Vortritt.

«Wir möchten durchaus weitere Tempo-30-Zonen einrichten», sagte Gemeinderat Pierre-Olivier Nobs (CSP) gestern vor den Medien. «Das braucht aber jeweils ein raumplanerisches Projekt und finanzielle Mittel.» Bis eine Tempo-30-Zone umgesetzt werden könne, dauere es rasch einmal fünf bis fünfzehn Jahre.

njb

 

Fakten

48 Strassen neu mit Tempo 30

Die Stadt sieht eine Geschwindigkeitsreduktion von Tempo 50 auf Tempo 30 auf folgenden Strassen vor: Villarsstrasse, Beauregardallee, Südallee (Avenue du Midi), Jurastrasse von der Kreuzung La  Chassotte bis zur Avenue Jean-de-Montenach, Louis-Weck-Reynold-Allee, Spitalgasse vom Barometerplatz (Square des Places) bis zum Verkehrskreisel Miséricorde, Alpenstrasse, Murtengasse von der Ampel- kreuzung La Poya bis zum Korn- haus (Grenette), Europaallee, Saint-Barthélemy-Strasse ab Kyburgerweg bis zur Heitera­strasse, Saint-Pierre, Steinbrückengasse (Rue du Pont-Muré), Wallriss, Romgasse, St.-Theresia-Strasse, General-Guisan-­Allee zwischen Kreuzung La Poya und Granges-Paccot-Allee, Barometerplatz (Square des Places), Saint-Barthélemy-­Strasse zwischen Kyburgerweg und François-Arsent-Strasse, Industriegasse, Neustrasse, Tivoli-Allee, Pérollesstrasse vom Verkehrskreisel Charmettes bis zur Bahnhofsallee, Pierre-Kaelin-Gasse, Louis-d’Affry-Gasse, Montenachallee, Glanestrasse ab Kreuzung Beaumont bis zur Cardinal-Unterführung, ­ General-Guisan-Allee zwischen Granges-Paccot-Allee und St.-Theresia-Strasse, Pierre-­Aeby-Gasse, Liebfrauengässchen (Ruelle Notre-Dame), Alpengasse, Rosenstockweg (Chemin des Rosiers), Apfelbaumweg, Cardinal-Mermillod-Gasse, Kalvarienweg, Weiherweg, Murtengasse auf der Länge zwischen Stadtgrenze und General-Guisan-Allee, Abbé-­Bovet-Gasse, Zeughausstrasse, Wilhelm-Kaiser-Strasse, Cardinal-Unterführung, Pilettesgasse, Jacques-­Gachoud-Strasse, Botzetgasse, Bahnhofallee, Antoine-de-­St-Exupéry-Gasse, Petermann-­Aymon-de-Faucigny-Gasse, Chamblioux-Strasse, Chantemerle-Strasse.

njb

 

Mehr Infos: www.stadt-freiburg.ch/stopp-strassenlaerm

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