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Rund um die Freiburger Dolomiten

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Die Gastlosen in einer 360-Grad-Perspektive erleben ist nicht nur mit einer Drohne möglich. Ein Rundwanderweg führt am Fusse der felsigen Bergformation entlang. Die Gastlosen bleiben auf dem abwechslungsreichen Weg die einzige Konstante. Mal ist der Weg schmal, dann wieder breit, er führt über Waldboden, dann kurz über Teer. Mal kommt man beim Aufstieg einer felsigen Kraxelpartie ins Schwitzen, dann muss man sich beim Abstieg auf Wurzeln im Wald abstützen. Und alle paar Kilometer hat man die Möglichkeit, bei einer sich stetig ändernden Aussicht in einem Gasthaus einzukehren.

Jean-Marie Buchs, Tourismusdirektor von Jaun, nahm mich mit auf den Weg, der 2005 auf seine Initiative hin entstanden ist. Mit der Sesselbahn Gastlosen-Express fahren wir hoch auf 1540 Meter über Meer. Ein einfacher Einstieg in die fünfstündige Wanderung. Gemütlich beginnt der Rundweg dann auch auf einem breiten Feldweg. «Im Winter ist das die Schlittelpiste, im Sommer der Panoramaweg», erzählt Jean-Marie Buchs. Bald reihen sich die Wandergruppen hintereinander. Der Weg ist beliebt, ermöglicht er doch einen guten Mix zwischen Sportlichkeit und Gemütlichkeit.

Das Grossmutterloch

Nach ein paar hundert Metern ist erstmals die Längsseite der Gastlosen zu sehen. Die Felsen ragen ähnlich den Dolomiten im Südtirol senkrecht in die Höhe. «Hier ist das Grossmutterloch am besten zu sehen», sagt Buchs und zeigt mit seinem Wanderstock auf ein Felsloch. Von November bis Februar scheint die Sonne durch das Lücke – ein Spektakel, das von verschiedenen Standorten aus zu beobachten ist. An diesem Morgen zeigt sich die Sonne auf der Nordseite noch nicht. Kleine Wolken züngeln um die Spitzen der rund 400 Meter hohen Bergformation.

Der Weg wird schmäler. «Der Zivildienst hat dieses Teilstück gemacht», sagt der Tourismusdirektor. Der Waldweg ist auch nach einem heftigen Unwetter am Vortag dank der ausgelegten Holzlatten gut zu begehen. Beim kurzen Aufstieg hilft die kühle Waldluft gegen die Schweissperlen auf der Stirn. Plötzlich stehen wir auf einer ausgebauten Zufahrtstrasse, die zum ersten Zwischenziel führt: dem Soldatenhaus. Just zu diesem Moment fährt der Wirt, Nicolas Gavillet, in seinem orangen Jeep vorbei. «Mit dem Jeep ist es doch viel einfacher», scherzt er. Nicht so schnell wie der Vier-mal-vier, dafür auf einfachem Untergrund ist der Aufstieg zum ­Soldatenhaus leicht zu be­wältigen. Auf der Terrasse des Berggasthauses nimmt Nicolas Gavillet das Alphorn zur Hand. «Wenn man die Bergkette entlangläuft und einen die Musik begleitet, ist der Weg doch viel schöner», sagt er zum Abschied nach einer Kaffeepause.

Anstieg zum höchsten Punkt

Der Anstieg nach dem Soldatenhaus erfordert erstmals Trittsicherheit. «Wir haben zweimal eine Eisenkette montiert, und beide Male wurde sie gestohlen», so Jean-Marie Buchs. Eine Mutter mit ihren zwei kleinen Söhnen ist im steilen, felsigen Anstieg dann froh um etwas Hilfe. Sie hat den Weg unterschätzt. Tatsächlich empfiehlt es sich, die Hände in diesem Teilstück aus den Hosentaschen zu nehmen, um sicher am höchsten Punkt, dem Wolfs Ort, anzukommen. «Wir empfehlen, dass Kinder erst ab 12 Jahren den Weg machen», sagt Jean-Marie Buchs. Auf der kurzen Krete-Passage staunen die nach uns aufsteigenden Wandergruppen nicht schlecht und beugen sich vorsichtig über den Abhang. Rechts vom Weg geht es steil in die Tiefe. Die Sicht auf den Vanil Noir, den höchsten Berg Freiburgs, ist eine gute Ausrede, um kurz zu verschnaufen.

Kletterer im Südhang

Auf der Krete ist auch die Kantonsgrenze überschritten und der erste Abstieg steht bevor – im Zickzack durch eine Blumenwiese. Links ist eine Abzweigung gut markiert, und es geht weiter über eine breite Alpweide die Südseite der Gastlosen entlang. Zwischen den Steinhaufen packen viele Hungrige ihr Picknick aus. Die Hälfte der Wanderung ist geschafft. Zurück zum Ausgangspunkt sind es noch 2  Stunden 15 Minuten.

Erst wirken die Gastlosen auf der Südseite nicht gleich imposant wie auf der Nordseite. Doch spätestens nachdem die erste Kuppe überschritten ist, sticht die Felsformation nicht minder steil in die Höhe. Wanderer zücken hier ihr Fernglas, nicht um Wild zu bestaunen, sondern um die Kletterer in der Wand zu verfolgen. Ihre Rufe sind auf dem Weg gut zu hören. Zwischen ihre Rufe mischen sich jene von Murmeltieren. Vom weichen Untergrund geht es auf einem Schotter-Pfad sanft hinunter. Ein kleines Bächlein fliesst den Weg entlang, und langsam erreichen wir wieder Bäume und betreten ein mystisches Waldstück. Kaum habe ich mich an der dschungelhaften Landschaft sattgesehen, stehen wir wieder auf einer Wiese und hören zirpende Grillen. Der Pfad mündet in eine Teerstrasse, die zum Chalet Grat führt. Liegestühle laden auf dessen Terrasse zum Verweilen ein.

Nochmals runter und hoch

Noch 40 Minuten sind es bis zum Ausgangspunkt. Wieder geht es durch einen Wald. Der Weg wird stetig steiler. Nach starken Regengüssen ist der Weg hier teils sehr rutschig. Die eingebauten Treppenstufen helfen nur bedingt, und gutes Schuhwerk ist von Vorteil.

Nach einem kurzen Aufstieg ist das Tagesziel, die Bergstation, zu sehen. Vorsicht brauche ich hier nur noch, um den vorbeiflitzenden Trottinetts nicht in den Weg zu kommen. Um diese erholsame Wanderung abzuschliessen, gönne ich mir noch ein kühles Getränk auf der Terrasse des Bärghus.

Start und Ziel: Bergstation Gastlosen-Express, Jaun. 11 Kilometer, 780 Höhenmeter. Dauer ca. 5 Stunden. Verschiedene Einkehrmöglichkeiten.

Zum Ursprung

Zusammenarbeit zwischen Bern und Freiburg

2005 entstand die Gast­losen-Rundwanderung als kantonsübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Jaun und Saanen. «Am Abend erzählt ja niemand zu Hause von einer Sesselliftfahrt, deshalb wollten wir etwas Eindrückliches bieten», sagt der Tourismusdirektor von Jaun, Jean-Marie Buchs. Die Verantwortlichen der Berner Gemeinde Saanen seien von seiner Idee begeistert gewesen. Auf der Berner Südseite der Gastlosen gab es noch keinen Weg. Jener auf der Freiburger Nordseite wurde ausgebaut und umgeleitet. Dabei halfen unter anderen Schulklassen mit. «Insgesamt hat das Projekt 30 000 Franken gekostet, und das hat alles Saanen bezahlt», so Buchs. Eine Nachbesserung kostete nochmals 6000 Franken. Diese lag auf Jauner Boden, doch Saanen übernahm die Hälfte der Kosten. Für Jaun ist der Rundweg so eine Investition, die kaum etwas gekostet hat, aber viel abwirft. «Letztens waren an einem Tag gut 1200 Personen auf dem Sessellift, und rund 80 Prozent von denen, die hier hochkommen, laufen den Wanderweg.»

sf

 

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