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Samariter kämpfen ums Überleben

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«Die Mitglieder wurden immer weniger», sagt Zita Bielmann. Sie war jahrelang im Samariterverein Rechthalten und dort auch lange als Samariterlehrerin, Ausbildnerin, tätig. Essei schwierig geworden, junge Mitglieder zu finden, und auch für die Arbeit im Vorstand habe sich niemand mehr verpflichten wollen. «Zuletzt waren wir noch 13 Leute. Dasbedeutete, dass bei jedemEinsatz immer alle antrabenmussten.» Ein Engagement,das schliesslich zu viel wurde: Der Samariterverein Rechthalten löste sich vor kurzem auf.

Grosser Zeitaufwand

Die Arbeit als Samariter erfordert viel Aufwand. Postendienste bei Anlässen wie Grümpelturnieren oder Volksläufen,Blutspendeaktionen, Übungenmit der Feuerwehr und Kursefür die Bevölkerung gehörenzu den Hauptaufgaben vonSamaritern. Auch bilden sich die Mitglieder stetig weiter. In vielen Samaritervereinen, wie in Rechthalten, gehört zudemein Engagement für ältereLeute dazu. «Wir haben mehrere Nachmittage pro Jahr mitPflegeheim-Bewohnern verbracht», erzählt Bielmann.«Das wurde sehr geschätzt.»

Für sie war es hart, den Verein aufzulösen. «Wir haben gelitten», sagt sie. Das bestätigt auch Brigitte Zbinden, die zuletzt Präsidentin des Samaritervereins Rechthalten war. «Man gehört nie gerne zu denen, die den Schritt machen müssen», sagt Zbinden, die seit der Gründung des Recht-haltner Vereins 1977 dabeiwar. «Aber es ging einfachnicht mehr.»

Kein Einzelfall

Rechthalten ist kein Einzelfall. Gab es 2007 im Kanton Freiburg noch 57 Samaritervereine, sind es jetzt noch 47, und weitere Vereine sprechen über die Auflösung. Zbinden und Bielmann gibt dabei besonders zu denken, dass Wissen und Können verloren gehen. Samariter leisten oft auch im Alltag Erste Hilfe (siehe Kasten). Deshalb haben die verbleibenden Mitglieder in Rechthalten eine Erste-Hilfe-Gruppe gegründet. «Wir wollen uns weiterhin weiterbilden», sagt Bielmann. Auch die Nachmittage mit älteren Menschen werden weitergeführt.

Darüber ist Ammann Marcel Kolly froh. «Ich bedauere die Auflösung, kann das aber verstehen.» Er hofft, dass sich aus der Erste-Hilfe-Gruppe wieder ein Verein gründen könnte. Das hoffen auch Bielmann und Zbinden. «Es ist einfacher, auf etwas aufzubauen, als ganz neu anzufangen», sagt Zbinden.

Samariter: Sie handeln bei Unfällen automatisch

S amariter seien gut ausgebildet, sagt Beatrice Aebischer, Präsidentin des Kantonal-Freiburgischen Samariterverbandes. «Wenn sich Vereine auflösen, verlieren wir wichtige Ressourcen.» Es komme regelmässig vor, dass Samariter im Alltag Erste Hilfe leisten und so Leben retten. Gewisse Samariter sind sogenannte «First Respon der». Kommt es in abgelege nen Gebieten wie Jaun zu einem Unfall, werden in der Nähe wohnende Samariter alarmiert. «Es dauert viel zu lange, bis eine Ambulanz dort ist», erklärt Aebischer. Aber auch bei weniger schlimmen Vorfällen, etwa wenn sich jemand einen Fuss verstaucht oder in Ohnmacht fällt, wissen Samariter automatisch, was sie zu tun haben. «Für einen Samariter ist es normal zu handeln.»

Als Grund für den Mitgliederschwund sieht auch sie die fehlende Zeit. «Und es ist kein Verein, bei dem man einfach konsumieren kann», sagt sie.

Einige Vereine erhalten fi nanzielle Unterstützung von der Gemeinde, der Kanton biete jedoch keine Mittel. «Es wird auch schwieriger, Instruktoren zu finden. Deren Einsatz ist noch zeitintensiver als jener von anderen Mitgliedern», betont Aebischer. «Wenn wir diese besser entlöhnen könnten, würden sich wohl mehr zur Verfügung stellen.»

Sie könne die Auflösungen nachvollziehen. «Wir sind als Kantonalverband gefordert.» Es sei wichtig, die verbleibenden Vereine zu unterstützen. Gut sei auch, wenn Mitglieder von aufgelösten Vereinen in einem Verein im Nachbardorf mitwirken. «So können wir ein Netz aufrechterhalten.» mir

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