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SBB/Post springen auf Sensetalbahn auf

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Der Kanton Bern und der Bund verkaufen ihre Aktien für 3,2 Millionen Franken

Autor: Von CHRISTIANSCHMUTZ

Mit der Bahnreform 1996 hat sich im Rahmen des öffentlichen Verkehrs einiges verändert. Zwischen Ersteller und Besteller sowie zwischen Infrastruktur und Verkehr wird sauber getrennt. Das beste Angebot bekommt den Zuschlag, auf Traditionen kann nicht mehr Rücksicht genommen werden. Ein kleines Unternehmen wie die Sensetalbahn (STB) kann dadurch längerfristig nur mit Hilfe eines starken Partners überleben.

Eine Million Passagiere pro Jahr

Die STB AG wird im Herbst 99-jährig. Das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern betreibt die zwölf Kilometer lange Bahnlinie von Flamatt nach Laupen und fünf Buslinien in der Region. 1999 hat die STB rund eine Million Personen befördert. Oft führen die Wege über die Kantonsgrenzen ins Freiburgerland, bisher nach Kerzers und Flamatt, wohl auch bald nach Bösingen (s. Kasten links). Neben den Grossaktionären Kanton Bern und Bund gehören sieben Prozent der rund 140000 Aktien Gemeinden, Burgergemeinden und Privaten.

Für Aktien der Sensetalbahn, die seit 1946 einen Nominalwert von 20 Franken haben, wurden von Liebhabern bis zu 40-mal mehr bezahlt. Dies zeigt, dass die Bahn in der Region sehr stark verankert ist. Der bisherige Verwaltungsratspräsident Ernst Burri setzte sich beim Verkauf denn auch das Ziel, im Sensetal weiterhin eine qualitativ einwandfreie Verkehrserschliessung mit Bahn und Bus sicherzustellen. Die Berner Regierungsrätin Dori Schär erklärte an der gestrigen Medienkonferenz, dass man die bestmögliche Lösung gefunden habe und nun dieses Ziel erreichen könne:«Ein kundenfreundlicher öffentlicher Verkehr ist im Sensetal langfristig gesichert. Mindestens bis Ende 2004 wird das heutige Verkaufsnetz aufrechterhalten.»

Erfolgsversprechende Offerte

Bereits im Herbst 1999 haben die Hauptaktionäre der Sensetalbahn – Kanton und Bund – beschlossen, gemeinsam mit dem Verwaltungsrat der STB einen Partner zu suchen. Eine Kurzdokumentation mit Verkaufsangebot richtete sich an eine Reihe von Transport-Unternehmen. Die gemeinsame Offerte von SBB und der Post erfüllte schliesslich alle Anforderungen. Es ist das erste Mal, dass sich die Post an einem Schienenunternehmen beteiligt. «Wir sind aber weiterhin nur am Postautobetrieb interessiert», schränkt Direktor Daniel Landolf ein.

Die SBB fährt im Rahmen der Berner S-Bahn bereits nach Laupen und das Postauto verbindet Laupen mit Bösingen und Düdingen. Beide kennen also die Verhältnisse im und ums Sensetal bestens.
Die neuen Partner bezahlen den bisherigen Aktieninhabern 24,50 Franken. Zum Kaufspreis von 3,2 Millionen Franken verpflichten sich SBB und Postauto, das gesamte
Personal der STB zu gleichen Bedingungen weiterzubeschäftigen. Den Besitzern der übrigen 10000 Aktien wird das gleiche Übernahme-Angebot gemacht. Es gilt bis Ende
September.

Besitzverhältnisse und Betriebsform sind zwei Paar Schuhe

September 2000 ist auch der Zeitpunkt, an dem der Berner Grosse Rat über das Angebot des öffentlichen Verkehrs beschliesst. Die Diskussionen über den Einsatz von Zügen oder Bussen im Sensetal haben aber nichts mit dem jetzigen Verkauf der Aktienmehrheit zu tun. Sowohl die alten wie die neuen Verantwortlichen der Sensetalbahn zeigen sich aber zuversichtlich, dass für die Kunden die bestmögliche Lösung gefunden wird. «Rund 85 Prozent brauchen nach wie vor den Zug», weiss Geschäftsführer Erich Scheidegger aus Erfahrung, «aber in Neuenegg hat es mit dem Bus sechs Haltestellen, die für viele Leute näher sind. Dazu kommt, dass bei geringer Auslastung der Bus um einiges billiger ist.» Die Bahninfrastruktur ist gesichert. Spezialprogramme wie die Draisinen- und die Dampflokomotive-Fahrten werden neu geprüft. Aber gerade Ausflüge auf der Draisine sind mittlerweile im Sensetal so beliebt, dass sie kaum beschnitten werden.

Alle sind zufrieden. Ob es die Kunden zwischen Thörishaus und Kerzers auch werden, wird sich im neuen Jahr weisen. Die Transaktion der Aktien wird auf den 1.1.2001 vollzogen.

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