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Schlötterli um Schlötterli um Schlötterli

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Man nehme ein Stück Seidendraht, falte es in der Mitte, lege dort eine Perle oder eine Paillette rein, ziehe ein Stück gezwirbelten Bouillon-Draht über den anderen Draht und daraus entsteht – das Hutwerk eines Ausserirdischen? Der Fühler einer futuristischen Schnecke? Wohl kaum. Daraus entsteht ein Schlötterli. Dank Schlötterli kann ein sogenanntes «Chränzli» entstehen, die Extravaganza der sonst eher einfachen Sensler Tracht. Gerade wenn man sie mit der Berner Tracht vergleicht, die mit viel Silberschmuck ausgestattet ist. «Durch das Handwerk und diese Machart gewinnt die Sensler Tracht an Wert und Wirkung», sagt die Handarbeits-Lehrerin Regula Lüthi. Sie ist die Leiterin des Workshops, der an diesem Abend im Gasthof St. Martin in Tafers stattfindet. Ihr Atelier ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die im Rahmen der Ausstellung «Textiles berührt – berührt Textiles!» momentan im Sensler Museum durchgeführt wird.

Eine Einsteigerin

Lüthi selbst hatte bis vor Kurzem mit Schlötterli nichts am Hut. Für die Ausstellung im Museum hat sie sich für diese alte Handwerkstradition entschieden: «Ich wollte etwas Altes, aber dies ganz neu umsetzen.» Dafür hat sie statt der Trachtenhaube ein kurzes, schwarzes Abendkleid mit kleinen Schlötterli versehen. Am Workshop ist der Tisch unterdessen voll mit kleinen, bunten Perlen und Pailletten, die umherkullern. «Ich hab einfach keine Geduld für so was!», ruft eine der Teilnehmerinnen und lässt ihre Arbeit auf den Tisch fallen. Tatsächlich bedarf die Schlötterli-Technik nicht unbedingt grossen handwerklichen Talents, sondern eher einer ordentlichen Portion Ausdauer. Gar meditativ wirkt der Anblick der 15 Teilnehmerinnen, wenn sie die kleinen Fühler herstellen – falten, Perle, aufwickeln, abzwicken. «Zum Teil hat es an einer Haube über 1000 Schlötterli», erzählt Esther Schwaller. Sie ist die Schlötterli-Expertin; an sie hat Lüthi sich gewandt, um die Handwerkskunst zu erlernen. Schwaller unterhält die Sensler Trachten der Pfarrei Düdingen und führt die Handwerkskunst aus, seit sie im Lehrerseminar war. Das Basteln habe sie einfach im Blut, sagt Schwaller; das Kränzli mit den unzähligen Schlötterli, das umhergereicht wird, hat sie hergestellt.

Tracht als Ausgangspunkt

«Der Grundgedanke war aber, mich von der Tracht zu lösen», sagt Regula Lüthi. «Ich wollte ein Abendkleid machen, das sowohl einen Auftritt auf dem roten Teppich haben könnte, aber auch in die Räumlichkeiten des Sensler Museums passt.» Die Stunden, die sie gebraucht habe, um den gesamten Brust- und Rückenbereich des Kleides mit den Schlötterli auszustatten, habe sie nicht gezählt. «Handwerkliche Arbeit gibt mir Befriedigung, es ist die pure Freude am Machen. Diese Freude will ich auch weitergeben.»

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