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Schon die Römer trugen «Espadrilles»

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Schon die Römer trugen «Espadrilles»

Antike Korbflechterei im Museum Avenches

Die neueste Ausstellung im Römermuseum gilt der experimentellen Archäologie. Dank der Zusammenarbeit von Archäologen und Kunsthandwerkern können Objekte des täglichen Gebrauchs aus der Zeit der Antike, die nachgearbeitet wurden, bewundert werden.

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

«Unsere Ausstellung zur Römischen Korbflechterei ist das Resultat eines erfreulichen Zusammenfindens von Guy Barbier, Korbflechter aus Frankreich, und uns Archäologen. So können wir nun Objekte zeigen, die bei Ausgrabungen nur in äusserst fragmentarischem Zustand vorgefunden und nach Vorbildern neu geflochten wurden», sagte Anne Hochuli-Gysel, Direktorin des Museums.

Alt und Neu im Vergleich

Barbier bezeichnet sich als Kunsthandwerker mit Betonung auf Handwerk. Der Autodidakt eignete sich die Kenntnisse des Flechtens selber an, er zieht auch die Pflanzen, vor allem Weiden, die er für die Korbwaren braucht, in seinem eigenen Garten. Bildhafte und literarische Zeugnisse dienten ihm als Vorlage für die Objekte.

Im obersten Stock des Museums sind die Abbildungen und Zeichnungen der Fundgegenstände neben den neu hergestellten Objekten, so dass sich Fragmente zu einem Ganzen zusammenfügen lassen. Der einzige bei Avenches gefundene Gegenstand ist ein sehr kleines Körbchen aus der Römerzeit, das aus heller Weide nachgearbeitet wurde.
Gegenstände aus dem täglichen Leben, Körbe für den Markt, Stühle, Transporttaschen, Erntekörbe, Fischerkörbe, ein Schutzschild mit Fell überzogen u. v. a. sind ausgestellt. Die Kornschwinge, auf Französisch «van» genannt, gab dem Berufszweig (vannerie) seinen Namen.

Besonders ins Auge von sommerlich gestimmten Museumsbesuchern sticht ein Paar fein geflochtener Sandalen mit Zöpfchenriemen. Das Beispiel zeigt, dass auch die Römer schon die heute noch verkauften «Espadrilles» liebten.

In der neuesten Ausgabe des Bulletins Pro Aventicum wird eine Kostbarkeit beschrieben, die als fragmentarischer Fund und als Nachkonstruktion aus Weide im Museum steht: Eine Graburne mit Deckel und Verschluss aus Knochen und Geflecht.

Sklaven als Korbflechter

Früher gab es zwei Gruppen von Korbflechtern, diejenigen, für die das Flechten nur eine Nebenarbeit war, und die professionellen Korbmacher. In der Antike waren Korbmacher meistens Sklaven, es gab aber auch freie Bürger, die es mit diesem Beruf zu Wohlstand brachten. Ein Korb mittlerer Qualität kostete ungefähr zwei Denare, ein Arbeiter verdiente damals pro Tag rund 45 Denare. Korbwaren waren für jedermann erschwinglich. Wenn Barbier seine nach antikem Vorbild gearbeiteten Sandalen verkaufen würde, so müsste er allerdings den Lohn von etwa 22 Arbeitsstunden (in Euro und nicht in Denaren) verlangen.

In der Ausstellung hängen auch 26 der gebräuchlichsten Pflanzen, die für die Flechtarbeiten verwendet werden. Neben der Weide sind das zum Beispiel Hanf, Waldrebe, Hopfen, Binse, Flachs, Schilf, Liguster u. v. a. Die Ausstellung wurde von Catherine Meystre, Sandrine Bosse und René Schmid gestaltet. Fachberatung erteilten Jacques Reinhard von Archeor und Joëlle Magnin vom Museum des botanischen Gartens, Lausanne.

Die Ausstellung «Römische Korbflechterei» im Römermuseum Avenches dauert vom 9. Mai bis 27. September 2003.

Vortragsreihe
im Museum

Unter dem Titel «Apéritifs du musée» findet im Römermuseum in Avenches von Oktober bis Juni jeweils an einem Samstag im Monat ein Vortrag statt. Oft werden Themen aus dem Alltag der Menschen zur Römerzeit behandelt. Der Vortrag beginnt jeweils um 11 Uhr und dauert eine Stunde. Anschliessend wird ein Aperitif serviert. Die Anlässe werden von der Museumsdirektorin Anne Hochuli-Gysel zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen organisiert. Meistens werden an den Museums-Aperitifs Gegenstände präsentiert, die nicht im Museum ausgestellt sind.

Die Vorträge werden in französischer Sprache gehalten, der Eintritt ist frei.

Am Samstag, 10. Mai, führt der Korbflechter Guy Barbier aus Frankreich seine Kunst vor. Die Archäologin Catherine Meystre informiert über die Geschichte.

Am Samstag, 14. Juni, ist der Archäologe Philippe Bridel in Avenches zu Gast, er führt durchs Amphitheater. ess

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