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Schreckensminuten im Taferser Oberdorf

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Schreckensminuten im Taferser Oberdorf

Vor 50 Jahren stürzte ein Militärflugzeug in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets ab

Am 9. August 1955 stürzte im Oberdorf in Tafers ein Militärflugzeug ab. Der 25-jährige Pilot verlor beim Unfall sein Leben. Die Bewohner des Oberdorfes kamen mit dem Schrecken davon.

Von ANTON JUNGO

Der damals 10-jährige Albin Waeber – er war wie durch ein Wunder dem Tod entkommen – erinnert sich noch gut an die dramatischen Momente am 9. August 1955. Dem Staunen über die Kampfübungen der Dreierstaffel am Himmel über dem Dorf Tafers folgte bald der Schreck (vgl. Kasten). Albin Waeber sieht noch heute, wie sich der Vampire aus der Dreierformation löste, knapp über das Maggenbergholz flog und sich dem Oberdorf näherte. Das Flugzeug brannte auf einer Seite und verlor auf seinem Weg Material.

Ganzes Flugzeug in Feuer

Im Oberdorf streifte die Maschine die Stromleitung, riss vom Haus des Alfons Cattilaz den First weg und prallte dann mit lautem Knall in den Abhang vor dem Haus der Familie Peter Waeber. Das ganze Flugzeug stand in Feuer und auch der Abhang brannte lichterloh. Albin Waeber schätzt, dass beim Aufprall rund zehn Kubikmeter Erdreich ausgehoben wurden. Sein Vater habe das Terrain später wieder aufgefüllt.

Beim Herannahen des Flugzeuges eilte die Mutter ins Haus und wollte das zehn Monate alte Kleinkind, einen jüngeren Bruder von Albin Waeber, retten. Sie hatte befürchtet, dass das Flugzeug ins Haus stürze. Als sie wieder aus dem Haus kam, war die Maschine schon abgestürzt. Therese Cattilaz, die Frau aus dem Nachbarhaus, wurde durch den Rückstoss des Aufpralls gegen die Hauswand geschleudert und musste sich in der Folge während längerer Zeit pflegen lassen. Albin Waeber erinnerte sich auch, wie ihr Hund in der Hundehütte verschwand und sich drei Tage lang nicht mehr zeigte. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass beim Flugzeugabsturz – ausser jenem des Piloten – keine Menschenleben zu beklagen waren.

Schon bald nach dem Absturz eilten Schaulustige ins Oberdorf. Noch bis Mitternacht und in den nächsten Tagen kamen immer wieder Leute und wollten die Unglückstelle sehen.
Auch die Eltern und die Freundin des verunglückten Piloten Gerhard Bünter kamen nach Tafers. Sie wiederholten ihren Besuch in den folgenden Jahren jeweils am Jahrestag des Unglücks. Der Vater des getöteten Piloten bat Peter Waeber um die Erlaubnis, an der Absturzstelle ein Gedenkkreuz errichten zu dürfen. Albin Waeber weiss noch, dass er seinem Vater zwei Goldvreneli für die Zusage überreichte, dass das Kreuz während zwanzig Jahren erhalten bleibe.

Als später Moritz Waeber, der Bruder von Albin, in der Nähe der Absturzstelle ein Haus baute, wurde das Kreuz versetzt. Zur Erinnerung an die dramatischen Momente steht es noch heute gut sichtbar im Garten von Albin Waeber.

Im Rahmen eines Übungsfluges

Das im Oberdorf bei Tafers abgestürzte Militärflugzeug gehörte einer Dreierstaffel an. Die Staffel war kurz vor 11 Uhr auf dem Militärflugplatz Payerne zu einem Übungsflug gestartet. Gesteuert wurde das Düsenflugzeug vom Typ Vampire vom 25-jährigen Feldweibel Gerhard Bünter aus dem nidwaldnerischen Dallenwil. Er gehörte zur Fliegerstaffel 14 und war am Tag zuvor für einen Wiederholungskurs in die Kaserne Payerne eingerückt. Im Zivilleben war er Linienpilot bei der Swissair.

In eine Buche geflogen

Es wird angenommen, dass Feldweibel Bünter über Tafers in den Düsenstrahl seines Partouillenführers geraten war und sich dann im Stechflug von der Formation trennte. Beim Tiefflug über den Maggenbergwald streifte er eine Buche, die die andern Bäume weit überragte. Der Vampire wurde dabei so stark beschädigt, dass er beim Weiterflug Teile der Maschine und Treibstoff verstreute.

Entgegen verschiedenen Augenzeugenberichten war die Maschine nicht in der Luft explodiert. Sie zerschellte bei ihrem Absturz im Oberdorf, nordwestlich von Tafers. Der Pilot wurde rund 30 Meter weggeschleudert und erlag kurz nach seinem Absturz den schweren Verletzungen.

Gemäss Bericht in den FN vom 10. August 1955 hatte der Pilot offensichtlich im letzten Augenblick noch versucht, den Schleudersitz zu betätigen. Vielleicht versuchte er auch eine Notlandung auf dem nahegelegenen Lamprat, was ihm aber wegen der geringen Höhe nicht mehr gelang.

Neben den zahlreichen Schaulustigen waren gemäss FN kurz nach dem Absturz auch der Arzt Anton Merkle aus Düdingen und Fliegerfeldprediger Joseph Grossrieder auf der Unglücksstelle. Das Oberamt forderte bei der Polizei Verstärkung für den Ordnungsdienst an. Die Feuerwehr Tafers unter dem Kommando von J. Blanchard nahm mit Schaumlöschern die ersten Löscharbeiten vor. Gegen Mittag trafen die Hilfs- und Pikettmannschaften des Waffenplatzes Payerne in Tafers ein.

Offensichtlich waren auch Souvenierjäger unterwegs, die FN jedenfalls schreiben zwei Tage nach dem Unglück: «Anlässlich des Fugzeugabsturzes konnte ein für die Untersuchung wichtiges Messinstrument nicht mehr aufgefunden werden. Die Bevölkerung wird gebeten, sämtliche aufgefundenen Gegenstände auf dem Polizeiposten Tafers abzugeben.»

Bereits 1920 ein Unfall

In unmittelbarer Nähe des Unglücksortes war am 21. November 1920, im Rahmen eines Flugtages, der 34-jährige Militärpilot und Akrobatikflieger Leon Progin aus dem Greyerzerland abgestürzt und tödlich verletzt worden. ja

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