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Sechserfusion war ein zu grosses Projekt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Helene Soltermann

Das Resultat war deutlich: Mit Laupen und Kriechenwil wären gerade mal zwei der sechs Berner Gemeinden im ehemaligen Laupenamt bereit gewesen, die Fusionsgespräche zwischen den «G6»-Gemeinden weiterzuverfolgen. Die Bürger von Ferenbalm, Gurbrü, Golaten und Wileroltigen haben am Montag an ihren Versammlungen beschlossen, die Verhandlungen abzubrechen.

Bereits im Vorfeld gegen die Sechserfusion ausgesprochen hatte sich die Gemeinde Gurbrü (die FN berichteten). In dieser Gemeinde war denn auch der Entscheid am klarsten: Nur gerade 6 von 66 Stimmbürgern sprachen sich für die Fusion aus. Einen «Plan B» kann Gemeindepräsidentin Renate Hurni nicht präsentieren. «An der nächsten Gemeinderatssitzung analysieren wir erst einmal die Resultate.» Wie es weitergehe, könne sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Fusion wäre ein «Murks»

Obwohl die Gemeinde Laupen die Gespräche weiterverfolgt hätte, würden sich manche Bürger eine weniger pompöse Heirat wünschen. An der Gemeindeversammlung am Montag störten sich denn auch einige Bürger daran, eine einzige Fusionsvariante auf dem Tablett serviert zu erhalten. «Wir möchten verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt haben, so etwa eine kleine Fusion oder eine verstärkte Zusammenarbeit über die Kantonsgrenze hinweg», sagte ein Bürger. Eine Sechserfusion sei ein «Murks», sagte ein anderer. Die Laupener sollten lieber das konsolidieren, was sie jetzt bereits hätten.

Derzeit arbeitet Laupen bereits mit Kriechenwil zusammen, so etwa bei der Feuerwehr. Eine Fusion mit diesem Nachbarn wäre also am naheliegendsten.

Die Kriechenwiler ihrerseits wollen jedoch «erst mal abwarten», wie Gemeindepräsident Hans-Rudolf Lehmann sagt. «Das G6-Fusionsprojekt ist über zwei Jahre gelaufen und nun deutlich abgelehnt worden. Es wäre völlig falsch, gerade wieder mit einem neuen Vorschlag zu kommen.» Kriechenwil sei derzeit finanziell gesund und müsse deshalb nicht fusionieren. «Aber für mich steht alles offen.» Theoretisch würde Kriechenwil zu Laupen gehören. «Aber eine Fusion wäre eine Eingemeindung», findet Lehmann.

Zu Kerzers hingezogen

Ob die anderen Gemeinden eine Fusion im kleineren Rahmen anvisieren, ist noch nicht klar. Es ist kein Geheimnis, dass einzelne Bürger der Gemeinden Golaten, Gurbrü und Wileroltigen mit einem überkantonalen Zusammenschluss mit dem freiburgischen Kerzers liebäugeln. Kerzers jedenfalls zeigt sich grundsätzlich offen. Dies betonte Gemeindepräsidentin Susanne Schwander in der Vergangenheit bereits mehrmals.

Keinen «Plan B» nach der gescheiterten Fusion: Die Gemeinde Gurbrü (im Bild) will zuerst die Resultate analysieren.Bild Charles Ellena

Clavaleyres: Noch immer kein Partner in Sicht

Die Berner Enklave Clavaleyres hat mit Spannung auf die Resultate der geplanten Fusion der G6-Gemeinden rund um Laupen geschaut. Hätten die sechs Gemeinden die Fusionsverhandlungen weiterverfolgt, hätte sich auch Clavaleyres in die Diskussionen eingeklinkt. «Wir hätten versucht, mithilfe des Amtes für Gemeinden und Raumordnung aufzuspringen», sagt Bruno Maurer, Gemeindepräsident von Clavaleyres gegenüber den FN. Wäre die kleine, 50-köpfige Gemeinde bei den G6-Gemeinden überhaupt willkommen gewesen? «Das weiss ich nicht», sagt Maurer. «Aber wir müssen jede Chance packen, um zu fusionieren.»

Auf Kallnach hoffen

Clavaleyres sucht bereits seit langem eine Partnerin. Kallnach würde mit der Gemeinde fusionieren – zumindest hat Maurer die Zusicherung des Gemeinderats. «Ob uns auch die Bevölkerung will, ist eine andere Frage», so Maurer. Derzeit ist Kallnach jedoch mit der Nachbargemeinde Niederried in Fusionsverhandlungen.

Sich zu Fusionen zwingen lassen, wie es der Kanton Bern beabsichtigt (siehe Kasten links), will sich Maurer auf keinen Fall. «Wir müssten uns wohl mit Münchenwiler zusammentun», mutmasst der Gemeindepräsident von Clavaleyres. «Diese Heirat würde wegen unserer Vorgeschichte nie klappen.» Die Fusion ist geplatzt, nachdem Münchenwiler Clavaleyres im Mai 2008 eine Absage erteilt hat. hs

Zwangsfusionen: Kanton Bern verschärft Vorgaben

Wenn eine Gemeinde künftig ihre finanziellen Mittel nicht im Griff hat oder ihre Ämter nicht besetzen kann, soll sie zur Fusion gezwungen werden können: diese Regelung hat der Bernische Grosse Rat gestern abgesegnet.

Will sich eine Gemeinde nicht mit einer anderen zusammenschliessen, könnte der Berner Regierungsrat gewisse Leistungen aus dem Finanzausgleich kürzen. Dies wäre etwa dann möglich, wenn eine Gemeinde eine Fusion verhindert, weil der Zusammenschluss dazu führen würde, dass die grössere Gemeinde weniger Geld aus dem Finanzausgleichstopf erhielte.

Über Zwangsfusionen hat die Berner Bevölkerung das letzte Wort. Die Stimmberechtigten müssen in jedem Fall über einen von oben angeordneten Zusammenschluss abstimmen. hs

 

 

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