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Seelsorger mit Blaulicht

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Seelsorger mit Blaulicht

Bald steht im Seebezirk eine Notfallseelsorge zur Verfügung

Bei einem Unfall ist die Ambulanz schnell vor Ort. Oft ist aber neben medizinischer auch psychologische Hilfe sofort erforderlich. Hier will die Notfallseelsorge des Seebezirks eine Lücke schliessen.

Von PATRICK HIRSCHI

Neben medizinischer Hilfe von Seiten der Ambulanz oder des Arztes ist bei einem Unfall häufig auch seelsorgerliche Hilfe notwendig – sowohl beim Opfer als auch bei den Angehörigen. Fünf Geistliche – reformiert und katholisch – haben sich zusammengetan, um für den Seebezirk eine Notfallseelsorge (NFS) anbieten zu können.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Der katholische Pfarrer von Gurmels, Jean-Marie Juriens, ist einer der Mitinitianten dieses neuen Angebots im Kanton Freiburg. Ab dem 20. Juni ist die NFS bereit. Dann übernimmt im Wochenturnus jeweils ein Seelsorger den Pikettdienst.

Trifft nun die Ambulanz beispielsweise auf einen Unfall und stellt fest, dass ein Seelsorger gebraucht wird, alarmiert sie den diensthabenden Pfarrer direkt über den Pager. «Es liegt am Ambulanzteam, jeweils zu entscheiden, ob ein Notfallseelsorger gebraucht wird oder nicht», sagt Pfarrer Juriens. Einmal eingetroffen, bleibt der Notfallseelsorger vor Ort, bis der Ortspfarrer, ein psychologischer Betreurer oder ein Care-Team die Betreuung übernimmt. Dies kann zwei bis drei Stunden dauern, aber auch mehrere Tage.

In vielen Notfallsituationen ist es so, dass die Ambulanz sofort eintrifft, umgehend aber wieder weitergeht. Oft bleiben Angehörige eines Opfers (Ehepartner, Kinder) für eine gewisse Zeit alleine und benötigen erste psychologische Hilfe.

Die Einsatzmöglichkeiten beschränken sich aber nicht nur auf Unfälle. Ein plötzlicher Tod in der Familie, Überbringen von Todesnachrichten mit der Polizei, ein Mensch mit ernsthaften Selbstmordabsichten oder gar Katastrophen von grossem Ausmass wie Brände, Erdrutsche, Hochwasser – überall kann der Einsatz eines Notfallseelsorgers hilfreich sein. Neben Opfern und Angehörigen können auch Helfer diese Dienstleistung in Anspruch nehmen.

Start mit fünf Seelsorgern

Neben Pfarrer Juriens ist der reformierte Pfarrer Peter Altorfer aus Ferenbalm der Hauptinitant der NFS. Altorfer arbeitet bereits in der Notfallseelsorge des Kantons Bern und hatte vor rund eineinhalb Jahren die Idee, diese Dienstleistung im freiburgischen Seebezirk ebenfalls anzubieten.

Im Kanton Bern arbeiten 71 Pfarrerinnen und Pfarrer in der NFS. Im Seebezirk sind es zurzeit deren fünf. Neben Juriens und Altorfer machen der reformierte Pfarrer Andreas Hess (Merlach), der katholische Pfarrer Fernando Santamaria (Bellechasse) und der katholische Pastoralassistent Rolf Maienfisch (Murten) mit.

Jean-Marie Juriens hofft, dass weitere dazu kommen. Die NFS bereichere den seelsorgerlichen Aufgabenbereich des Pfarrers und werte ihn auf, meint er. Wenn das Vorhaben im Seebezirk gut anlaufe, könne auch eine Ausdehnung auf den Sensebezirk und den französischsprachigen Teil des Kantons ins Auge gefasst werden.

Seelsorger arbeiten freiwillig

Die Notfallseelsorger sind keine psychologischen Spezialisten. Trotzdem werden für diesen Job gewisse Anforderungen gestellt. Drei Jahre muss jemand in einer Pfarrei oder Kirchgemeinde seelsorgerlich gewirkt haben, um bei der NFS mitmachen zu können. «Eine gewisse Erfahrung und die rasche Übersicht in einer Notfallsituation sind unbedingt notwendig», erklärt Juriens.

Alle Geistlichen, die in dieses Projekt involviert sind, arbeiten freiwillig ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung. Noch hat Jean-Marie Juriens keine Erfahrungen gemacht, wie häufig er als Notfallseelsorger im Einsatz sein wird. Er schätzt aber, dass er auf einen bis zwei Einsätze pro Woche kommen wird.

Am Tag der offenen Tür der Ambulanz Murten (19. u. 20. Juni; siehe auch FN vom 4. Juni) wird die Notfallseelsorge mit einem Stand vertreten sein und für Auskünfte zur Verfügung stehen. Kontakt: Peter Altorfer (031 751 02 92), peter.altorfer@ref-kirche.chst.german@bluewin.ch.

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