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Senslerin ist Leiterin der «Rundschau»

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Senslerin ist Leiterin der «Rundschau»

Beim Schweizer Fernsehen DRS entscheidet Belinda Sallin

Sie ist in Schmitten aufgewachsen, hat in Freiburg studiert und bei Telebärn Pionierarbeit geleistet. Heute sitzt die 36-jährige Mutter eines kleinen Sohnes im Hochhaus des Schweizer Fernsehens Leutschenbach: Seit einem Jahr ist Belinda Sallin Leiterin der «Rundschau».

Von IRMGARD LEHMANN

Ein Hochhaus inmitten einer trostlosen Industrielandschaft in Oerlikon. Das ist Leutschenbach, der Standort des Schweizer Fernsehens. Hier gehen 1600 Medienschaffende und Angestellte ein und aus. Hier mischen sie sich unter die Gäste im Café. Hier speisen sie im hauseigenen Restaurant. Hier besprechen sie sich. Inzucht pur? Belinda Sallin, Leiterin der «Rundschau»: «Es ist schade, dass wir so abgelegen sind und sich alles im Haus abspielt.»

Tatsächlich. Im grossräumigen Café gibts keine Ruhe. Jedenfalls dann nicht, wenn die Chefin da ist. Kaum Platz genommen, und schon ist ein schicker Herr zur Stelle. Vom nächsten Weiterbildungskurs für die Redaktion ist die Rede. Eine Minute später der Reporter aus dem eigenen Team. Seine Message: «Alles bestens – alles ok». Jetzt das Natel. Moskau ist dran. Ein Reporter in Schwierigkeiten. Auch dafür ist Belinda Sallin zuständig. Der Kaffee ist längst kalt geworden.

Denkgemeinschaft im siebten Stock

Kreativität und Nachdenken sind in ihrem Kern einsame Angelegenheiten, und daher hat die 36-Jährige auch ein geräumiges Büro, wo sich die Türen bei Bedarf schliessen lassen. Doch das tut sie selten. Die Produktionsassistentin (Sekretärin von Sallin) ist gleich nebenan. Moderator Reto Brennwald zwei Türen weiter. Belinda Sallin stellt ihn vor und führt durch die andern Räume. Da bleiben Füsse auf dem Tisch, auch wenn die Chefin reinschaut. Schliesslich ist Donnerstagnachmittag. Die Sendekritik hat man grad hinter sich. Ein Laisser-aller ist toleriert.

Auf dem Stockwerk ist Kollegialität gross geschrieben. Als Denkgemeinschaft will Belinda Sallin ihr 21-köpfiges Team verstanden wissen.

Budget und Personalfragen
auch bei ihr

Die aktuellen Themen für die Rundschau vom Mittwoch werden am Montag festgelegt. Daran nehmen etwa acht bis zehn Leute teil. «Die Stossrichtung, den roten Faden und die Fragen besprechen wir gemeinsam», sagt Sallin. Sämtliche Entscheidungen liegen allerdings bei der Chefin.

Dass die Leiterin sich ebenfalls mit Budget- und Personalfragen befassen muss, überrascht zunächst. Ob ein Team – meist ein Kameramann mit Redaktorin oder Redaktor – nach Hongkong oder in den Irak reist, liegt in ihrer Kompetenz. Sallin: «Die hat ein fixes Budget und damit muss ich zurechtkommen.» Insofern sind auch Anstellungen ihre Sache.

Partner, Kind und Grossmütter

Einen anspruchsvollen Fulltimejob ausüben und trotzdem ein Kind haben – wie schafft man das? «Mein Partner, der auch Fernsehjournalist ist, hat für ein Jahr Vaterschaftsurlaub», sagt sie und freut sich offensichtlich ob der gefundenen Lösung. Ausserdem seien die zwei Grossmütter, die eine aus Schmitten und die andere aus Langnau i. E., für den kleinen Elijah wenn nötig immer zur Stelle.

Courage lernt man bekanntlich nicht in den Schulstuben. Belinda Sallin hats erfahren. Als sie 13 war, starb ihr Vater. Von frühster Jugend an war sie gewohnt, Entscheide selbst zu treffen.
Bei Telebärn ist sie 1995 (Startjahr) als Videojournalistin und Moderatorin eingestiegen. In Eigenregie hat sie sich das Metier angeeignet. «In diesem Jahr habe ich enorm viel gelernt.» Man habe ihr eine Kamera in die Hand gedrückt und gezeigt, wo sich der rote Knopf befindet. Und dann hiess es ganz einfach «debrouille-toi».

Pionierphase der Privatsender
mitgestaltet

Nach dem Telebärn-Jahr gings rasant: 1996 stieg sie beim Schweizer Fernsehen ein, war Redaktorin beim Frauenmagazin «Lipstick», Redaktorin bei der Rundschau, später Produzentin und jetzt Leiterin.

Was wohl hat ihr die Karriereschritte so leicht gemacht? Belinda Sallin lehnt sich zurück, spricht in ihrer gewohnt bedächtigen Art und meint: «Ich bin ungemein lernwillig und sehr selbstkritisch.» Aber andere können das doch auch sein? «Stimmt.» Einen kurzen Moment zögert sie und fügt an: «Ich habe Glück gehabt und konnte die Pionierphase der Privatsender mitgestalten.» Das habe ihr zum Sprung verholfen. Trotzdem wundert sie sich manchmal selbst darüber, wie alles gekommen ist.
35 Jahre «Rundschau»

Seit 35 Jahren wird die «Rundschau» regelmässig ausgestrahlt. Das Konzept «aktuelles Magazin für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft» habe sich bewährt, sagt die Leiterin Belinda Sallin.

Ein wichtiger Bestandteil der Sendung ist das Live-Interview im «Rundschau»-Studio: Für die Rubrik «Auf dem Stuhl» werden Personen eingeladen, die während der vergangenen Woche im Kreuzfeuer der Kritik standen oder sonstwie Aufsehen erregten. Das Markenzeichen des Interviews lautet: «hart, aber fair», betont Sallin. Die Gäste wissen allerdings, auf was sie sich einlassen. Ein ausführliches Vorgespräch findet jeweils statt.

Für elf Minuten zwei Tage drehen

Die Filmbeiträge hingegen handeln von aktuellen Ereignissen und latenten Brennpunkten im In- und Ausland. «Die Zuschauerinnen und Zuschauer sollten sich jede Woche umfassend über Themen des Zeitgeschehens informieren können», sagt Sallin.

Dass dabei der Aufwand oft enorm ist, erwähnt die Senslerin nur nebenbei. Für einen Elf-Minuten-Beitrag über eine Schweizerin, die HIV-positiven Kindern hilft, hat beispielsweise kürzlich ein Team an der Elfenbeinküste rund zwei Tage gedreht. Aus finanziellen Gründen werden Auslandbeiträge vielfach von Agenturen eingekauft und bearbeitet.

Themenbeschaffung

Dass die Frau an vorderster Front bestens informiert sein muss, ist eine der primären Forderungen. Die grossen Tageszeitungen und Wochenzeitschriften wie Spiegel, Cash, Woz, The Wall Street gehören zur täglichen Pflichtlektüre. Weitere Infos werden via Internet oder Agentur beschafft.

Belinda Sallin ist in Schmitten mit zwei Geschwistern aufgewachsen. Sie hat an der Universität Freiburg Germanistik und Journalistik studiert und mit einem Lizenziat abgeschlossen. Heute wohnt sie mit ihrem Partner in Zürich und ist Mutter eines sechs Monate alten Sohnes. il

Rundschau: Mittwoch, SF1, 20.50 Uhr; wird fünf Mal wiederholt, auch auf SFinfo und 3sat.

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