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«Sie haben einfach vertraut»

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Das Pflegeheim des Saanebezirks, die Ambulanzdienste des Saanebezirks, die Agglomeration Freiburg oder die Präventionsorganisation Reper: Dies sind nur einige der zwölf Arbeitgeber, die bei der Vorsorgestiftung des Gemeindeverbands der medizinisch-sozialen Dienste des Saanebezirks (ACSMS) versichert sind.

Wie diese Woche bekannt wurde, hat der Stiftungsrat der Pensionskasse einem Vermögensverwalter Gelder anvertraut, welche dieser in hochriskante Anlagen investiert hat (siehe FN von gestern). Die Kasse verlor dadurch Gelder in der Höhe von 45 Millionen Franken–einen Grossteil ihres Vermögens. Ihr droht nun der Konkurs. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die fünf Mitglieder des Stiftungsrats eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsführung und möglicher Veruntreuung eröffnet; bis zum Abschluss der Untersuchung gilt aber die Unschuldsvermutung.

Mehrere Mitglieder

Eine der fünf Personen, welche die Staatsanwaltschaft in den kommenden Wochen befragen wird, ist Stiftungsratspräsident Albert Lambelet. Der CVP-Grossrat und Syndic von Corminboeuf wollte aber gestern gegenüber den FN keine Aussagen darüber machen, wie es so weit kommen konnte. Er habe am Montag der Tageszeitung «La Liberté» Auskunft gegeben. «Nun habe ich beschlossen, nicht mehr zu kommunizieren. Ich möchte nicht immer im Vordergrund stehen, denn ich bin nicht der Einzige, gegen den ein Verfahren läuft», betonte er.

Wie Lambelet der Zeitung «La Liberté» erklärt hat, war die Hypothekenkrise im Jahr 2008 dafür verantwortlich, dass die Rendite der Anlagen deutlich sank. Da sich die Vorsorgestiftung des ACSMS bereits davor in einer kritischen finanziellen Lage befunden habe, seien sofort Sanierungsmassnahmen ergriffen worden. Diese hätten aber nicht genügt. «Wir hatten keine andere Wahl, als eine aggressivere Anlagestrategie zu wählen», so Lambelet gegenüber der «Liberté».

Aufgrund fehlender Kenntnisse im Stiftungsrat habe sich dieser entschieden, eine Summe von 45 Millionen Franken einem professionellen Vermögensverwalter der Lausanner Firma Hope Finance anzuvertrauen. Dieser habe sich jedoch nicht an die Abmachungen gehalten und das Geld statt in relativ sichere Obligationen und Aktien in hochriskante Immobilienanlagen im Ausland investiert. Gegen den Verwalter ermittelt die waadtländische Staatsanwaltschaft wegen strafbarer Handlungen gegen das Vermögen der Kasse.

«Niemand ist ein Profi»

«Der Verdacht gegen die Stiftungsratsmitglieder ist unvernünftig», sagte Rechtsanwalt Olivier Carrel auf Anfrage der FN. Neben Albert Lambelet vertritt er auch drei weitere Stiftungsräte. «Es wird ihnen vorgeworfen, sie hätten das Geld absichtlich verspekuliert. Dabei sind drei meiner vier Klienten selbst bei dieser Pensionskasse versichert.» Er sei sich sicher, dass die Stiftungsratsmitglieder kein Vergehen begangen hätten. «Sie haben einfach vertraut.»

Ob der Stiftungsrat hingegen bei der Auftragsvergabe zu gutgläubig war, konnte Carrel nicht sagen. «Niemand dieser Leute ist ein Profi auf dem Gebiet. Zudem gab es auch Revisionsorgane–und niemand hat Alarm geschlagen.»

Auf dieselbe Frage gab schliesslich auch Albert Lambelet den FN Auskunft: «Ich bin unschuldig. Auf die Ausübung meiner politischen Ämter wird dies deshalb überhaupt keinen Einfluss haben.»

Reaktionen : Die Liberalen sind schockiert

D ie FDP ist überrascht, mit welcher Leichtigkeit die Organe der Vorsorgestiftung der Firma Hope Finance ein Verwaltungsmandat nach deren Ermessen erteilt haben», schreiben die FDP der Stadt Freiburg und die FDP Saane-Land in einer Mitteilung. Damit reagieren sie auf die Anfang Woche bekannt gewordenen Risikospekulationen, die ein Vermögensverwalter für die Vorsorgestiftung des ACSMS getätigt hat. Wenn die in den Medien berichteten Tatsachen stimmten, erwarteten die Liberalen von den Verantwortlichen, dass diese die Verantwortung für ihr Handeln übernähmen, «damit die Versicherten und die Rentner keinen Nachteil erleiden». rb

Versicherte: Sicherheitsfonds deckt Verluste

D ie rund 600 Angestellten, die bei der Vorsorgestiftung des Gemeindeverbands der medizinisch-sozialen Dienste des Saanebezirks (ACSMS) versichert sind, müssen sich trotz des drohenden Konkurses der Pensionskasse kaum Sorgen machen. «Nun kommt der Sicherheitsfonds ins Spiel», sagte Stiftungsratspräsident Albert Lambelet den FN. «Für die Versicherten sollten die Finanzprobleme kaum Auswirkungen haben.» Geht eine Pensionskasse Konkurs und wird liquidiert, steht der nationale BVG-Sicherheitsfonds für die nicht gedeckten Leistungen gerade – zumindest bis zu einem versicherten Lohn von rund 126 000 Franken pro Jahr. rb

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