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Sie ist eine Hoffnungsträgerin

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Schon seit Wochen war die Diskussionsrunde mit der nigerianischen Autorin Chimamanda Ngozi Adichie ausgebucht. Wer nicht dabei sein konnte, verfolgte die Veranstaltung per Live-Stream auf Facebook. Mit Jubelstürmen und lang anhaltendem Applaus empfing das Publikum am Freitag die 42-Jährige in der Aula Magna der Universität Miséricorde, wo sie am Morgen zur Ehrendoktorin der Universität Freiburg ernannt worden war. Mit den Freiburger Professorinnen Marion Uhlig und Elisabeth Dutton sowie Professor Alexandre Duchêne sprach die mehrfach preisgekrönte Autorin über ihre Kernthemen Rassismus und Sexismus.

Hinterfragen von Stereotypen

«Wir leben in einer Welt, in der es Rassismus gibt, aber keine Rassisten», sagte Chimamanda Ngozi Adichie. «Manchmal scheint es, als verletze es die Menschen mehr, Rassisten genannt zu werden, als dass sie die Tatsache verletzt, dass Rassismus existiert.» Die Autorin musste ihre Ausführungen an dieser Stelle unterbrechen: Begeisterte Zurufe und tosender Applaus stimmten der charismatischen Rednerin zu. «Dies sind Menschen, die persönliche Erfahrungen mit Rassismus haben», sagte Adichie über die applaudierenden Zuschauer. Auch sie begegne immer wieder Vorurteilen. «Rassisten sind keine Monster, aber sie sind Teil von Strukturen, die Menschen mit einer bestimmten Hautfarbe unterdrücken.» In ihrem Zweitdomizil, den USA, werde sie sich im Gegensatz zu ihrem Heimatland Nigeria immer wieder ihrer Hautfarbe bewusst. «Man muss das Thema wieder in den Fokus rücken.»

Adichie hatte zuvor aus ihrem Roman «Americanah» vorgelesen: Im kurzen Ausschnitt wird eine nigerianische Studentin in den USA bei der Anmeldung an der Universität mit Vorurteilen und Ignoranz konfrontiert. Die Büroleiterin spricht langsam mit der gebildeten jungen Frau mit fliessenden Sprachkenntnissen; Englisch ist in Nigeria Amtssprache. «Die Studentin war für die Büroleiterin nur ein unscharfer, dunkler Fleck. Sie assoziierte Afrika mit Aids, schlechten Englischkenntnissen und niedergebrannten Dörfern.» Eine autobiografische Erfahrung, wie sie verrät. Mit dem Storytelling will sie die Leser sensibilisieren. «Wir hinterfragen dadurch Stereotype. Diese sind manchmal sogar wahr, aber eben unvollständig, und deshalb unbrauchbar», so die längst Teil der Popkultur gewordene Akademikerin, die in ihren Romanen die Sprachen Englisch und Igbo vermischt. Wo sie schreibt, wollte Adichie nicht verraten. «Um es geheimnisvoll zu halten», sagte sie verschmitzt. Jungen Autoren rät sie, ihren Träumen zu folgen. «Erzählt davon aber ja nichts euren Eltern, und behaltet euren Job.» Dieser finanziere nicht nur die Miete, sondern nehme auch den Druck. «Ich habe als Babysitter gearbeitet.» Ausgegangen sei sie nie. Das Schreiben habe ihr dafür immer ein Hochgefühl vermittelt. Am liebsten in Prosa: «Das Transportmittel der Träume.»

Chimamanda Ngozi Adichie stellte sich zahlreichen Zuschauerfragen. Sie freute sich sichtlich über die Anwesenheit ihrer Leserinnen. «An jeder Veranstaltung ist ein Kern unglaublicher dunkelhäutiger Frauen, die ich meine Schutzengel nenne», sagte die starke Frau, die für viele zum Vorbild und zur Hoffnungsträgerin geworden ist. Viel zu schnell ging der Anlass zu Ende. «Wenn ich an Chimamanda Ngozi Adichies Romane denke, denke ich an Lachen», sagte Professorin Elisabeth Dutton in ihrem Schlusswort. «Neben ernsten Themen wie Rassismus und Geschlechterdiskriminierung zeigt uns Frau Adichie in ihren Romanen, dass auch das Lachen Platz haben kann.»

Zur Person

Eine starke Stimme Afrikas und der Frauen

Sie ist eine der einflussreichsten jungen Stimmen Afrikas: die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie. Aufgewachsen ist die 42-Jährige in einer Akademikerfamilie auf dem Campus der University of Nigeria. Zum Studium zog sie in die USA. Es folgten Fellowships an den Universitäten Princeton, Yale und Harvard. Während dieser Zeit publizierte sie Gedichte, Theaterstücke sowie Romane und gewann dafür erste Preise. Ihr Roman «Americanah» (2013) wurde in den USA und Grossbritannien als einer der wichtigsten zehn Romane aufgelistet. Ihre Rede «The Danger of a Single Story» an der TED-Innovationskonferenz war eine der meistgesehenen im Internet, der TED-Talk «We Should All be Feminists» initiierte eine weltweite Diskussion. Sie wurde 2015 vom Time Magazine zu einer der 100 einflussreichsten Personen gewählt.

ea

 

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