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Sie will berühmt sein und einen Hund

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carolin Foehr

Der Zeigefinger ihrer linken Hand huscht über den Bildschirm, tippt auf Bilder. «Ich bin», ertönt eine Frauenstimme aus dem Computer-Lautsprecher. Myriam Schoen hält kurz inne, denkt nach. Noch ein paar Tasten, dann sagt die Stimme «etwas überrascht». Überrascht darüber, dass zu ihrem Vortrag weniger Leute gekommen seien als zu dem vorherigen. «Aber mir hat man mehr Fragen gestellt», macht sie mit Computer und Gebärden – und einem schelmischen Lachen – klar.

Seit ihrer Geburt leidet Myriam Schoen an einer cerebralen Bewegungsstörung. Ihren rechten Arm kann sie nicht benutzen, ebenso wenig die Lautsprache, um sich zu verständigen. Wie sie dennoch in ihrem Alltag zurechtkommt, hat sie gestern an der internationalen Konferenz über unterstützte Kommunikation im Forum Freiburg (siehe Kasten) gezeigt.

Wütend über Reaktionen

Myriam Schoen arbeitet in der Werkstatt Creahm in Villars-sur-Glâne als Künstlerin. Ihre Werke stellt sie wie jeder andere Maler in Galerien aus und verkauft sie. «Es macht mich wütend, wenn Leute denken, das habe ein Kind gemalt», sagt sie. Die 40-Jährige will ernst genommen werden. Ihr Traum ist es, mit ihren kraftvollen und farbenfrohen Bildern berühmt zu werden.

In ihrem Vortrag erzählt die Schmittnerin, warum sie Malerin werden wollte, wie ein neues Bild entsteht und welches ihr nächstes Projekt sein wird. Die Sätze sind fliessend, Myriam Schoen hat sie vorher auf dem Computer programmiert. Im Gespräch braucht sie mehr Zeit, um die richtigen Worte zu finden. Öfter muss sie hin- und herschalten oder ein Wort löschen. «Ja, es ist manchmal schwierig», sagt sie über die Maschine, die sie seit zwei Jahren bedient. Das Sprechprogramm basiert auf dem Prinzip «pro Wort ein Bild». Buchstabieren muss die Malerin nur, wenn ein Ausdruck nicht als eigene Taste gespeichert ist. Das spart zwar Zeit, erfordert aber ein gutes Gedächtnis, Geduld und Konzentration.

Trotzdem möchte sie ihren Computer nicht missen. Er sei kleiner, praktischer zum Mitnehmen und habe viel mehr Funktionen als sein Vorgänger. Und, quasi als Nebeneffekt, mit ihm lasse sich auch eine Fremdsprache erlernen: Ein Klick auf das entsprechende Bild, und die Stimme sagt die gewählten Wörter auf Französisch. «Ich möchte probieren, die Sprache wieder zu verstehen», erklärt die Frau. Nach dem Tod des Grossvaters habe sie viel von ihren Französischkenntnissen verloren.

Selbstständig sein

Die sprechenden Laptops tragen vor allem dazu bei, Behinderten ein Stück weit ihre Selbstständigkeit wiederzugeben. Das will die Konferenz, die so zum ersten Mal in der Schweiz stattfindet, aufzeigen. «Einige Teilnehmer sind ohne Betreuer hier», sagt denn auch Fabien Stauffacher, der die Veranstaltung koordiniert. «Sie kommen sehr gut ohne Hilfe zurecht.»

Auch Myriam Schoen wirkt nicht so, als bräuchte sie viel Unterstützung. Ihr nächstes Ziel hat sie fest vor Augen: Sie will sich einen Hund zulegen – und natürlich fleissig Bilder verkaufen.

 

Ihr «Baby» nennt Myriam Schoen scherzhaft den Laptop, über den sie mit anderen Menschen kommuniziert.Bild Corinne Aeberhard

Isaac-Konferenz

160 Teilnehmer aus ganz Europa

Seit Donnerstag empfängt das Forum Freiburg Erfinder, Hersteller und Nutzer von Hilfsmitteln für behinderte Menschen. Organisiert wird die Konferenz von der Vereinigung Isaac, die sich für Menschen ohne verständliche Lautsprache einsetzt. cf

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