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Silos und Krakenarme: 50 Jahre Sika-Werk Düdingen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Grosse Wegweiser, drei breite Fahrbahnen mit Pfeilen am Boden und mehrere Gleisspuren: Düdingen ist am grossstädtischsten in der Einfahrt zum Sika-Areal. Ein weisser Sattelschlepper steht neben einem Silo, ein Arbeiter lädt die Ladung aus. 41 Lastwagen liefern täglich flüssige und pulverförmige chemische Rohstoffe, 27 Lastwagen verlassen täglich das Areal mit den fertigen Produkten: verschiedene Klebstoffe sowie Abdichtungsmem­branen für Dächer oder Tunnels. Seit 1968 besteht das Werk in Düdingen – zum Jubiläum werfen die FN einen Blick in die Werkhalle für Klebstoffe.

Im Obergeschoss: Gelbe Fässer stehen auf der einen Seite eines Raumes auf Paletten, auf der anderen Seite sind die Fässer mit Schläuchen an eine Apparatur angeschlossen, die an ein Werk von «Alien»-Designer H.R.  Giger erinnert. Es surrt, manchmal knallt es in der hinteren Hälfte des Raumes, und es riecht nach frisch gestrichenen Wänden. Das ist der Eingangsraum für die neu angekommenen Rohstoffe, von hier aus werden sie weiterverarbeitet. «Wir wollen mit diesen Chemikalien keinen langen Weg zurücklegen müssen», sagt Sika-Mitarbeiter David Dutriat. Deshalb sind es von der Lagerung bis zur Apparatur nur gerade zwei Meter. Ein Strichcode registriert die Fässer und garantiert, dass sie nicht an die falsche Apparatur angehängt werden.

Selbstfahrende Gabelstapler

Ein paar Räume weiter kurven Gabelstapler in Sika-Gelb ganz von alleine um grosse Tanks. Darin werden je nach Rezept zwanzig bis dreissig Zutaten zusammengemischt zu einem Klebstoff. Zwischen den selbstfahrenden Gabelstaplern und Tanks hetzt ein Arbeiter mit Helm zu einem Computer auf einem Pult. Es dürfte die Grösse eines regulären Bürotischs haben, wirkt aber winzig in der grossen und lauten Halle. Zwei Türen und ein Gang weiter ist es ganz leise und hell. Pipetten, Gläschen, Mikro­skope: Hier werden die Sika-Stoffe drei bis zehn Tage lang geprüft. Erst dann kommen sie in die nächste laute Halle: Dort wird verpackt. Förderbänder schlängeln sich über die ganze Länge und Höhe des Raumes, in der Mitte hängt ein Banner: «Neuer Rekord! Herzliche Gratulation!» Im Mai haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 4043 Tonnen Produkte verpackt. Sie sind kaum auszumachen zwischen den Förderbändern. Auf diesen fahren handliche Päckchen und Klebstoff-Tuben in Richtung Lagerraum.

Davor werden sie automatisch sortiert: Eine Plastikplatte schubst die Päckchen in die richtige Ausfahrt, dort werden sie von einem krakengleichen Roboterarm mit Saugnäpfen gepackt und aufs Palett gelegt. Im Lagerraum hat es Platz für die Produktion von einem Tag. Bald werden die Paletten mit Päckchen und Tuben voller Klebstoff abgeholt und ins Verteilzentrum nach Stuttgart gefahren. Und von da geht es in den Rest Europas.

Konflikt

Übernahme-Streit nach Jahren beigelegt

Sika war in den vergangenen dreieinhalb Jahren immer wieder wegen des Streits zwischen Gründerfamilie und Geschäftsleitung in den Schlagzeilen. Die Gründerfamilie Burkard wollte ihre Aktien an den französischen Konzern Saint-Gobain verkaufen, was diesem eine Übernahme des ganzen Unternehmens ermöglicht hätte. Dagegen wehrten sich nicht nur die Minderheitsaktionäre sondern auch Verwaltungsrat und Management. Der Verwaltungsrat beschränkte deshalb die Stimmrechte der Familie, so dass die Übernahme blockiert war. Darüber entbrannte ein juristischer Streit. Im Mai nun gab es eine Einigung: In einem komplexen Deal übernimmt Saint-Gobain die Aktien der Familie und verkauft einen Teil davon an Sika weiter. Dabei wird der französische Konzern zwar zum grössten Aktionär von Sika – aber ohne die Kontrolle zu übernehmen. Sika bleibt unabhängig.

sda/nas

Geschichte

Von Dämmmitteln zu Hightech-Klebstoff

Am 14. Juni 1968 eröffnete das Sika-Werk in Düdingen. Initiiert hatte es Romuald Burkard, der das 1910 von Kaspar Winkler gegründete Familienunternehmen Sika damals in dritter Generation führte. Burkard hatte in Freiburg studiert und hatte bei der Auswahl des Standortes wohl auch die Autobahn A 12 im Blick: Diese wurde Ende der 1960er-Jahre geplant, 1971 eröffnete das erste Teilstück zwischen Düdingen und Matran. Die Fabrik in Düdingen stellte zu Beginn Fugenband und Dämmmittel her, wie Werksleiter Gunther Schaar erzählt. Der Anfang sei wegen der Ölkrise 1973 harzig gewesen. Trotzdem begann das Düdinger Werk in den 1970er-Jahren ins Geschäft mit Pulver und Mörtel einzusteigen.

Von da an ging es aufwärts. 1989 erhielt die Fabrik einen Anschluss mit Gleisen, 1991 wurde ein zweites Walzwerk, ein sogenannter Kalander, angeschafft. Ende der 1990-er Jahre erhielten die Düdinger ihren bisher grössten Auftrag: Ihre Materialien wurden im Gotthard-Basistunnel verbaut. 2005 beschloss Sika, das Werk auszubauen, und 2008 schliesslich weihte sie das Klebstoffwerk in Düdingen ein. Noch im selben Jahr aber brachen die Mengen wegen der Wirtschaftskrise ein. Kurz darauf folgte 2011 die Euro-Krise, fünfzehn Düdinger Mitarbeiter verloren ihre Stelle.

Momentan läuft es wieder gut für das Werk, wie Schaar sagt. Es gäbe am Standort Düdingen auch noch Platz zum Ausbauen; konkrete Pläne gebe es aber nicht, derzeit liege die Priorität bei der Verbesserung der bestehenden Anlagen. Das Jubiläum feiert Sika heute Samstag mit einem Fest für Mitarbeiter und Angehörige.

nas

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