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Simon Bucher eröffnete seinen Klavierabend mit der

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Autor: Von ERNST CHRISTEN

Simon Bucher eröffnete seinen Klavierabend mit der Aria variata a-Moll BWV 989. Mit den ersten Takten schon liess er den kleinen (wenn auch kürzlich gut revidierten) Flügel vergessen. Das heisst, der Flügel wuchs unter seinen Händen. Nichts von trocken-akademischem Bachspiel. Im Gegenteil, man staunte, wie er Bach zum Sprudeln brachte. Man ist versucht zu sagen «Nomen est omen».

Bald gewahrte man nebst dem Klavierspiel auch cembalistische Töne, dann Orgelspiel mit verschiedenen Registern. Welche Lebendigkeit, welche Gestaltungsfreude, welche Gestaltungsmöglichkeiten ihm zur Verfügung stehen!
Die Gestaltungsvariabilität offenbarte sich ebenso in der Haydn-Sonate C-Dur Hob XVI/50 dem staunenden Hörer in Motiven und Themen. Bei den 17 Variations sérieuses op 54 von Felix Mendelssohn erhielt der junge Künstler Gelegenheit, seine Fähigkeiten bei der Gestaltung innigster gesanglicher Partien unter Beweis zu stellen. Grossartig vor allem auch die mächtige virtuose Aufgipfelung am Schluss der letzten Variation.

Die Kunst des Improvisierens

Nach der Pause zeigte er eine spezielle Begabung, die heute nur noch selten anzutreffen ist: Die Improvisation in Form einer Moment-Komposition eines Blues.

Feierliche pastose Atmosphäre herzustellen gelang ihm in den drei Préludes von Sergej Rachmaninow.
Auch in den zwei Sätzen aus «vingt regards sur l’Enfant Jésus» wusste er mit der sehr modernen Kunst eines Olivier Messiaen das gesamte Publikum zu fesseln, welches mit mächtigem Applaus eine Zugabe in Form einer weiteren Improvisation erzwang.
Vielleicht beruht eben seine explizite Spontaneität im Vortrag auch auf dieser Fähigkeit zum Improvisieren.
Wenn einem bei vielen Künstlern oft das Gefühl beschleicht, dass sie Musik nur spielen, hat man bei Simon Bucher den Eindruck, dass Musik im Moment neu entsteht, dass man den «status nascendi» eines Werkes erlebt.
Es reift da bei diesem im Auftritt sympathisch bescheidenen Künstler eine Persönlichkeit heran, die sich erfreulicherweise abhebt vom heutzutage leider gängigen Nur-Beherrschen des technisch korrekten virtuosen Ablaufs, sondern eine, die zurückfindet zum Wesenhaften der Musik.

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