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«Sogar zu trocken, um Rüebli zu ernten»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Seit September ist das Wasser im Seeland knapp. Besonders leiden darunter die Gemüseproduzenten, die ihre Kulturen bewässern sollten, damit sie nicht kaputtgehen. Aus öffentlichen Gewässern dürfen aber nur noch jene Gemüsebauern Wasser entnehmen, die vom Kanton eine Ausnahmebewilligung verlangt und erhalten haben. Manche Bauern müssen ihre Kulturen rund um die Uhr bewässern, um die vom Markt verlangte Qualität sicherzustellen. Das braucht Geld und ziemlich viel Nerven.

Erst recht, da die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit nun immer groteskere Formen annehmen. Jüngst ist ein weiteres Problem dazugekommen: Es ist sogar zu trocken, um normal zu ernten.

«So etwas noch nie erlebt»

«Bei Kartoffeln und Rüebli müssen wir die Felder stark bewässern, um überhaupt etwas zu ernten», sagt Daniel Brandt, Gemüsebauer in Ried bei Kerzers. Eine andere Möglichkeit gibt es laut Brandt nicht, denn ohne Bewässerung würden in den Kartoffelfeldern grosse Löcher zurückbleiben. Viele Kartoffeln würden Schlagschäden davontragen, und die Rüebli würden beim Ernten schlicht und einfach abbrechen. Diese Ware könnte nur noch als Futtermittel verwendet werden. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Brandt. Und auch sein Vater, ebenfalls Gemüsebauer, erinnere sich an keinen vergleichbaren Herbst.

Durch die Trockenheit besonders gefährdet seien bei diesen Verhältnissen auch der Zuckerhut und der Chinakohl. «Von aussen sieht man diesem Gemüse meist keine Schäden an, aber wenn es zu trocken ist, entwickelt es einen Innenbrand, das heisst es wird innen braun und schwarz», so Brandt. Als Präsident der Gemüseproduzenten-Vereinigung der Kantone Bern und Freiburg (GWBF) weiss Brandt, dass nicht nur sein Betrieb mit diesen Problemen kämpft. Die momentane Trockenheit ist ein Ereignis, mit dem im Seeland kein Gemüseproduzent vertraut ist.

Grundwasser reicht noch

Immerhin: An den meisten Orten reicht das Wasser im Moment für die Gemüsebauern noch aus, um die Ernten durchzuführen, wie Brandt am Montag auf Anfrage mitteilte. So verfügen etwa Brandts Gemeinde Ried bei Kerzers wie auch die Nachbargemeinde Galmiz über eigene Bewässerungsgenossenschaften, welche die benötigte Wassermenge aus dem Grund pumpen und an die angeschlossenen Betriebe verteilen.

Falls es weiterhin derart trocken bleibt, ist dies laut Brandt nicht nur für die Gemüseproduzenten ein Problem, sondern für die ganze Bevölkerung. Der Grundwasserspiegel könnte weiter sinken. «Um zu sehen, wie atypisch dieser Herbst ist, reicht schon ein Blick auf den Pegelstand des Murtensees», sagt Brandt und wagt eine Schätzung: «Der Seespiegel ist etwa einen halben Meter niedriger als normal.»

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