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Solidarität im Seebezirk spielt nicht

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Autor: Helene Soltermann

Auch dieses Mal hat es der Seebezirk nicht geschafft, einen Sitz in der Kantonsregierung zu holen. Von den zwölf Staatsratskandidaten hat FDP-Mann Markus Ith am Sonntag am schlechtesten abgeschnitten. Nicht einmal in seinem Heimatbezirk erreichte der Murtner die Hälfte der Stimmen. In den Geschichtsbüchern muss man lange zurückblättern, um einen Seebezirkler Staatsrat zu finden. 1976 bis 1991 sass der Murtner Hans Bächler für die FDP in der Regierung. Seither ist der Seebezirk nicht mehr vertreten. Versuche gab es deren drei: 2001 scheiterte der damalige FDP-Grossrat Pascal Friolet, 2004 blieb SVP-Grossrätin Katharina Thalmann bei der Nachfolge von Urs Schwaller gegen Beat Vonlanthen chancenlos. Und 2006 scheiterte auch die SP mit Bernadette Hänni.

Überparteilicher Anlauf

Im Vorfeld zu den diesjährigen Wahlen wagten die Seebezirkler einen neuen Anlauf. Lange vor den Grossratswahlen war für die Parteien klar, dass sie in Freiburg wieder vertreten sein wollen. Dies haben denn auch die vier grössten Seebezirks-Parteien FDP, SVP, SP und CVP im Herbst 2009 in einem gemeinsamen Communiqué verkündet. Als die Wahlen näher kamen, bröckelte der Zusammenhalt. Aus den überparteilichen Gesprächen, zu denen sich die Bezirksparteien trafen, klinkte sich die SP aus. Und die SVP See ihrerseits fühlte sich ihrem Staatsratskandidaten Pierre-André Page aus dem Glanebezirk näher als dem FDP-Mann Ith. Offiziell unterstützt wurde Ith lediglich von der CVP See.

Dass sich nicht alle Bezirksparteien hinter Ith gestellt haben, hat laut CVP-Bezirkspräsident Theo Studer denn auch eine Rolle gespielt, dass Ith so schlecht abgeschnitten hat. Der Seebezirk müsse dafür sorgen, dass er bei den nächsten Wahlen einen fähigen Kandidaten stellt, meint Studer. Er ist bereit, sich künftig wieder mit den anderen Parteien an einen Tisch zu setzen. Nicht auf die Äste hinauslassen will sich momentan SVP-See-Präsident Daniel Schär. «Lassen wir die Wahlen zuerst vorbeigehen und schauen, wie sich das Endresultat präsentiert», sagt er. Die Parteien sollten zwar schon in einem «konstruktiven Kontakt» bleiben. Aber laut Schär ist es eine historische Tatsache, dass der Seebezirk zur Zeit Napoleons künstlich zusammengewürfelt worden sei. «Was haben Courtepin und Misery mit Fräschels und Kerzers zu tun? Wenig!», sagt er. Der Seebezirk sollte laut Schär zwar unbedingt wieder einmal im Staatsrat vertreten sein. «Bei einem Gewicht von zehn Prozent kann dies aber nicht übers Knie gebrochen werden.»

Laut SP-See-Präsidentin Bernadette Hänni müsse man überlegen, ob ihre Partei bei den nächsten Wahlen einen Kandidaten stellt. «Es ist aber nicht so, dass der Seebezirk um jeden Preis jemanden in jede Staatsratswahl schicken muss», fügt sie an.

Auch der ehemalige FDP-Grossrat und gescheiterte Staatsratskandidat Pascal Friolet fände es wichtig, dass der Seebezirk wieder einmal im Staatsrat vertreten ist. Das Problem sei, dass der Bezirk eine Welt für sich sei. Sollen sich die Parteien im Bezirk wieder zusammenrappeln, um bei den nächsten Wahlen einen Kandidaten zu stellen? «Nein», sagt Friolet. Die Parteien müssten ihre Identität wahren. «Man muss schon einen Star in Szene setzen, der weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt ist, um im Staatsrat eine Chance zu haben.»

FDP musste Federn lassen

Dass der Seebezirk sobald wie möglich im Staatsrat vertreten sein muss, darauf pocht Francis Python, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg. «Der Seebezirk ist eine Minderheit, die sich nicht so sehr Freiburg zugehörig fühlt», sagt er. «Die grossen Parteien müssen sich darum sofort auf Kandidatensuche machen.» Dass es mit Ith nicht geklappt hat, liege daran, dass die FDP zu schwach sei.

Zu Zeiten von FDP-Staatsrat Bächler waren die Voraussetzungen noch anders; dies zeigt allein schon die Verteilung im Grossen Rat: 1986 besetzte die FDP fünf der 14 Grossratssitze im Seebezirk. Heute sind es noch zwei von dreizehn Sitzen.

Gescheiterter FDP-Kandidat: Markus Ith macht sich am Sonntag auf den Weg ins Wahlbüro.Bild Aldo Ellena

«Die grossen Parteien müssen sich sofort auf Kandidatensuche machen.»

Autor: Francis Python

Autor: Professor für Zeitgeschichte

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