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St. Silvester, wie es leibt und lebt…

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Der Haussegen hängt schief: Der Gemeinderat informiert mit Flugblatt

In dem Bestätigungsschreiben erwähnt die Erziehungsdirektion einen «negativen Antrag der Gemeinde St. Silvester». Damit hat sich die Erziehungsdirektion auf ein Gutachten bezogen, das der Gemeinderat im vergangenen Sommer erstellt hat. Es ging um die Ernennung der Lehrpersonen, die laut Gesetz alle vier Jahre bestätigt werden müssen. Der Gemeinderat stellte den Antrag, die Bestätigung aufzuschieben. Von einem Gemeinderat, der seinen Namen nicht genannt haben will, heisst es, die Formulierung «negativer Antrag» entspreche nicht der Realität. Niemand habe die Anstellung der beiden Lehrpersonen in Frage gestellt. Es gehe lediglich um aufschiebende Wirkung der Bestätigung. Dazu sagt Robert Rudaz, Abteilungsleiter der Erziehungsdirektion: «Für uns gibt es entweder eine negative oder eine positive Stellungnahme und nichts anderes.» Der Antrag des Gemeinderates von St. Silvester auf aufschiebende Wirkung zeuge von einer eindeutig negativen Haltung, und daher gäbe es an der Formulierung der Erziehungsdirektion gar nichts zu rütteln. Der Gemeinderat von St. Silvester fühlt sich nun «in seiner Arbeit nicht ernst genommen» und verlangt eine Untersuchung, um die «hängigen Dinge» zu klären. Sollte der Staatsrat auf die Forderung nicht eingehen, so werde der Gemeinderat in corpore sein Amt niederlegen.

Bestätigen – im Normalfall eine
Routinesache

Laut Gesetz muss die Ernennung des Lehrpersonals alle vier Jahre neu bestätigt werden. In St. Silvester war dies letzten Sommer fällig: So hat der Schulinspektor von staatlicher Seite her Erhard Kolly und Beat Peissard ein einwandfreies Zeugnis ausgestellt. Anderer Meinung war jedoch der Gemeinderat. In seinem Gutachten an die Erziehungsdirektion war der Antrag auf aufschiebende Wirkung mit der Bemerkung begleitet, dass «das Verhalten dieser Lehrer den Gemeinderat seit Jahren nicht mehr befriedige».

Auf Worte folgen Taten

Die beiden Lehrer fielen aus allen Wolken, als sie im Januar von der Erziehungsdirektion die Bestätigung erhielten und damit auch die Information, dass der Gemeinderat sich negativ geäussert hatte. «Wir waren überrascht, was sich alles hinter unserem Rücken abspielte», sagt Beat Peissard, der seit 20 Jahren in St. Silvester unterrichtet. Und auch Erhard Kolly, seit mehr als 30 Jahren im Schuldienst, meint: «Mir heicht das Gstürm zum Hals us.» Seit Jahren stehe man zwischen Hammer und Amboss. Erhard Kolly hat denn auch die Konsequenzen gezogen und kurzerhand das bevorstehende Muttertagssingen im Mai abgesagt. «Was soll ich mich noch engagieren, wenn in unserer Gemeinde seit Jahren alles drunter und drüber geht.» Erhard Kolly und Beat Peissard sind überzeugt, dass die Bemerkung des Gemeinderates im Hinblick auf die Amtsbestätigung auf eine Episode im Schuljahr 1998 zurückführen sei. Streitpunkt und Anlass der Auseinandersetzungen zwischen dem Gemeinderat und den Lehrpersonen waren anscheinend Materialbeschaffungen für die Schule. Doch Erhard Kolly hat sich an der Gemeindeversammlung im März 1999 offiziell entschuldigt. «Für uns», meint Beat Peissard, «war die Sache damit erledigt.»

«Die beiden Primarlehrer hockten denn auch nicht aufs Maul», resümiert eine Bürgerin. Der 52-jährige Erhard Kolly und der 48-jährige Beat Peissard sprachen offen über das Schreiben respektive die Haltung des Gemeinderates. Die Reaktionen in der Gemeinde blieben nicht aus. Der Cäcilienverein wandte sich an das Oberamt. Eine Unterstützungsgruppe schloss gestern zuhanden der Schulkommission eine Unterschriftensammlung ab. Rund 70 Eltern, Sympathisanten, Bürgerinnen und Bürger haben unterschrieben und sich über das Verhalten des Gemeinderates beschwert: «Es geht scheinbar nicht mehr um das Wohl der Kinder, sondern vielmehr um rein persönliche Differenzen und Machtkämpfe.»
Zum Zwist in St. Silvester nahm ebenfalls Marius Zosso, Oberamtmann des Sensebezirks, Stellung. In einem Brief an den Gemeinderat von St. Silvester heisst es klipp und klar, dass sich das Oberamt vorbehalte, öffentlich über die Zustände zu informieren oder auch Massnahmen zu ergreifen – je nach Entwicklung der Lage. Den Brief erhielt der Gemeinderat am vergangenen Montag. Und der Gemeinderat informiert die Bürgerinnen und Bürger am kommenden Montag – mit Flugblatt.

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