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Stadt Freiburg sagt Abfall den Kampf an

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Autor: Carolin Foehr

Freiburg Wer mittags durch die Innenstadt geht, kennt das Bild: Plastikflaschen, Pappbecher und -teller von nahegelegenen Fast-Food-Restaurants säumen die Trottoirs, auf den öffentlichen Plätzen liegen Servietten und Sandwich-Verpackungen rum. Wer geflis-sentlich seinen Müll in die Abfallkörbe werfen will, muss enttäuscht den Rückzug antreten: Sie sind in und nach der Mittagspause meist übervoll.

Weil dieses Bild für die Stadt nicht gerade vorteilhaft ist, haben der Gemeinderat und das Strasseninspektorat dem Abfall den Kampf angesagt. «Wir haben es mit zwei Phänomenen zu tun», erklärte Kurt Krattinger, Verantwortlicher des Strasseninspektorats, gestern an einer Medienkonferenz. «Einerseits hat in der Stadt das Littering zugenommen, also das Liegenlassen von Müll im öffentlichen Raum.» Besonders während den Mittagsstunden stehe die Stadt vor schier unlösbaren Problemen. «Eine halbe Stunde nach ihrer Leerung sind die Körbe wieder voll», so Krattinger.

Das zweite Problem trete auch erst seit einigen Jahren auf: «Wir stellen fest, dass immer mehr Menschen ihren Kehricht neben die öffentlichen Abfalleimer stellen, anstatt die offiziellen Säcke der Stadt zu benützen.» Gleiches passiere bei den Sammelstellen, wo das Reinigungsteam jede Woche eine Tonne Restmüll wegschaffen müsse. «Wir erhalten Anrufe von Anwoh-nern, die wütend sind, weil sich vor ihrer Haustür der Müll stapelt – ich kann sie verstehen», sagt Krattinger.

Teurer Spass

Doch damit soll bald Schluss sein. Nicht weniger als 17 Massnahmen hat das Inspektorat zusammengestellt, um den Müll bis 2016 so weit wie möglich von den Strassen der Stadt zu verbannen. «Uns ist klar: Glänzend sauber wird es nie sein – aber wir wollen, dass sich die Bewohner und Besucher der Stadt wohlfühlen.»

Darum will die Stadt zunächst ihre Reinigungsgeräte und Abfalleimer austauschen. Zurzeit werden auf dem Georges-Python-Platz vier «Big Belly»-Mülleimer getestet. Diese aus den USA stammenden Modelle sind mit Solarstrom betrieben und pressen den Abfall zusammen. «Statt dreimal täglich müssen wir diese Container nur einmal pro Woche leeren – das spart viel Zeit und Geld», so Krattinger erfreut. Doch der Spass ist teuer – genau 9000 Franken pro Stück. Wie viele der 800 Abfalleimer der Stadt ersetzt werden, wird derzeit geprüft.

Mehr Bussen?

Auch den Rauchern will die Stadt genauer auf die Finger schauen. Geplant sei eine Zusammenarbeit mit Gewerblern und Firmen, so der Gemeinderat Jean Bourgknecht (CVP). Ziel ist, dass spezielle Aschenbecher vor deren Eingängen aufgestellt würden.

Neben einer Info-Kampagne im Sommer und Herbst 2012 sind aber noch andere, restriktivere Massnahmen geplant. So sollen weitere Videokameras bei den Sammelstellen angebracht und die Kontrollen verstärkt werden. Auch die Bussen des kommunalen Polizeireglements sollen angepasst werden. «Der Betrag wird sich nicht unbedingt ändern», beschwichtigt Polizeidirektor Thierry Steiert (SP). Vielmehr würden die Bussen klarer definiert. Dennoch: Das Wegwerfen eines grösseren Müllsacks würde dann nach den Vorschlägen des Strasseninspektorats mit 290 Franken bestraft. Heute liegt der «Grundtarif» bei 190 Franken.

Skeptisch ist der Polizeidirektor gegenüber dem Vorschlag, eigens für die Sauberkeit zuständige Beamte anzustellen. «Unsere sechs Sergents machen ihre Arbeit bislang gut», so Steiert. Ob die Stadt Freiburg eigene «Saubermänner» benötige, werde sich in Zukunft zeigen. «Eine Alternative wäre, einen zusätzlichen Beamten bei der Stadtpolizei einzustellen», so Steiert.

Erste Schätzungen

Mit 800000 Franken Kosten für Anschaffungen und Projekte sowie rund 300000 Franken zusätzliche Betriebskosten lässt sich die Stadt Freiburg ihre Sauberkeit einiges kosten. Doch die gestern vorgestellten Zahlen seien nur erste Schätzungen, so Gemeinderat Jean Bourgknecht. «Welche Massnahmen wir wie umsetzen, wird sich im Laufe des nächs-ten Jahres zeigen.»

2011 hat jeder Bewohner 525 Kilogramm Abfall verursacht. Die Stadt Freiburg hat fünf Millionen Franken für das Einsammeln, Trennen und Entsorgen des Abfalls bezahlt.

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