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Stiller Has gibt keine Ruhe

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Autor: Frederic Auderset

Zwei doch eher unterschiedliche Vertreter des Berner Mundartrock haben – wie Endo Anaconda von Stiller Has sagte – «mit einem Fuss den Röstigraben überschritten», um auf dem Python-Platz die zahlreich erschienenen Freiburgerinnen und Freiburger mit ihrem Schaffen zu beglücken. Nachdem der Seeländer George und seine Band den Abend mit eingängigem und unkompliziertem Rock eröffnet hatten (siehe Kasten), erschienen die feingeistigen Altmeister des lyrischen Dialekt-Blues pünktlich um 22 Uhr auf der grossen Bühne, um dem Freiburger Publikum hauptsächlich Lieder ihres letzten Albums «so verdorbe» zu präsentieren.

Eingespielte Bluescombo

In den 22 Jahren ihres Bestehens hat sich die Band durch Erweiterung (2002 kam Schifer Schafer als drittes Mitglied hinzu) und Neubesetzung (Salome Buser am Bass und Markus Fürst am Schlagzeug lösten vor vier Jahren Gründungsmitglied und Synchron-Multiinstrumentalist Balts Nill ab) vom Rumpelduo zur veritablen Bluescombo entwickelt.

Wo früher der musikalische Tausendsassa Balts Nill für ungehobelt schepperndes, aber durchaus sympathisches Chaos sorgte, kann der Wundergitarrist und musikalische Kopf der Band Schifer Schafer nunmehr ungehindert auf einem grundsoliden Rhythmusgerüst seine ganze unaufdringliche Virtuosität ausspielen. Auch Frontmann, Sänger, Texter und Herz der Gruppe, Endo Anaconda, blüht in der neuen Formation sichtlich auf. Als perfekt eingespieltes Quartett lassen Stiller Has ihren Aussenseiterblues wie einst rumpeln, neuerdings aber auch rollen und bisweilen sogar rocken, so dass bald einmal die Mehrheit auf dem gut gefüllten Python-Platz im Rhythmus versank und mitzuwippen begann.

Die mehrheitlich vom letzten Herbst erschienenen Album «so verdorbe» stammenden Lieder handeln gewohnt sprachgewandt und poetisch von Lebenslust und Todesahnung, setzen sich kritisch und mit bissiger Ironie mit alltäglichen Beobachtungen und Erlebnissen auseinander, sind gleichzeitig aber auch morbider, beinahe ernster als frühere Stücke. Mit dem Alter und den letzten beiden Alben ist der Has vielleicht ruhiger geworden, besinnlicher und weniger kabarettistisch, doch Ruhe wird er wohl noch lange nicht geben. Mit geistreichem Wortwitz weiss er immer noch prächtig zu unterhalten, und dass er nicht zum alten Eisen gehört, erfahren Skeptiker, die dem Hasen von früher nachtrauern, auf eindrückliche Weise. Wer dem Has zum Vorwurf machen will, er richte sich jetzt nach der breiten Masse, dem entgegnet Endo Anaconda selbstironisch auf seine korpulente Statur zeigend: «Ja, und die breite Masse bin ich!»

Auch alte «Hits»

Wer sich auf die Klassiker aus der langen Bandgeschichte gefreut hat, wurde an diesem Abend (bis auf «Ängle» und «Käthi») aber auch gut bedient, «Walliselle» und «Fäderliecht» fehlten ebenso wenig wie die zu einem nahtlosen Medley verschmolzenen «Moudi», «Gruusig» und «Znüni näh».

Nach knapp zwei Stunden verliessen die Hasen sichtlich zufrieden und glücklich die Bühne. Nachdem sich Endo Anaconda im Song «Merci» bereits zigmal für alle möglichen helvetischen «Errungenschaften» ironisch bedankt hatte, rief er ein letztes Mal «Merci!», und der im selben Song geäusserte Wunsch, die Leute endlich lachen zu sehen, erfüllte ihm das begeistert klatschenden Publikum nur zu gerne .

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