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Stürzt die CVP in die Bedeutungslosigkeit?

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Die 1970 aus der katholisch-konservativen Partei hervorgegangene CVP plagen existenzielle Probleme. Die einst stolze Volkspartei, die seit 1959 in der Landesregierung jeweils zwei Bundesräte stellte und 1979 noch einen Wähleranteil von über 21  Prozent aufwies, ist seit einigen Jahren auf der politischen Talfahrt in Richtung Bedeutungslosigkeit. 2003 musste sie einen Bundesratssitz an die SVP abtreten, und bei den letzten Nationalratswahlen kam sie noch auf einen Wähleranteil von rund 11  Prozent. In 13 von 15 kantonalen Wahlen der letzten Jahre hat sie in den Parlamenten deutlich an Sitzen eingebüsst, und die letzte politische Ausmarchung in Obwalden hat der alten Sonderbunds­partei einen Sitzverlust im Regierungsrat gebracht. Mit nur 29  Stimmen Differenz hat der Kandidat der SVP den Sitz eingeheimst. Und anlässlich der Genfer kantonalen Wahlen vom vergangenen Sonntag musste die CVP wiederum Federn lassen. Ein amtierender Staatsrat steht vor der Abwahl, und für den zweiten Wahlgang im Monat Mai ist es gut möglich, dass ein SP-Vertreter den CVP-Politiker verdrängt. Immerhin gibt es auch einen kleinen Lichtblick. Im Genfer Kantonsparlament konnte die CVP die bisherige Vertretung nicht nur halten, sondern um einen Sitz auf 12 Mandate ausbauen.

Der seit rund zwei Jahren amtierende Parteipräsident, Nationalrat Gerhard Pfister, will die Zukunft der Christlichdemokraten in Siegesbahnen lenken und prognostiziert für die kommenden eidgenössischen Wahlen einen Anteil von 15  Prozent. Gleichzeitig will er die Anzahl der Ständeräte auf 15 anheben. Um dies zu erreichen, will er die Partei auf eine konservative Position verpflichten, verbunden mit einer christlichen Wertedebatte, die wahre Basis für die Schweiz und für Europa.

Pfister übersieht einige elementare Punkte in dieser politischen Debatte. Die CVP als Partei der Katholiken hat im Laufe der Zeit ihre Bedeutung zugunsten der Säkularisierung verloren, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Nicht die Frage der Religionszugehörigkeit treibt die Menschen um, sondern die politische Position. Heute ist es keine Sünde mehr, liberal zu wählen oder linke Listen einzulegen. Und dieser Fortschritt hin zur Säkularisierung ist irreversibel und kann auch durch Pfisters neue Zielvorgabe nicht umgekehrt werden. Das katholische politische Modell, eben die CVP, hat sich überlebt, hat ausgedient und wird wohl in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Eigentlich schade für eine Partei, in der in den letzten Jahren neben einigen religiösen Irrungen vermehrt aufklärerische Einsichten Platz gewonnen haben.

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