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SVP provoziert zweiten Wahlgang

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Autor: URS HAENNI

«Der Wille des Volkes ist, dass die Resultate des ersten Wahlgangs nicht definitiv sind», erklärte Kantonalpräsidentin Gilberte Demont gestern an einer Pressekonferenz das Festhalten der SVP an der Kandidatur von Pierre-André Page. «Das Volk soll entscheiden, nicht die Parteivorstände», entgegnete sie auf das Bestreben der anderen Parteien, einen zweiten Wahlgang zu vermeiden. Dass dies zusätzliche Kosten zur Folge hat, spielt für Demont keine Rolle: «Es sind die Kosten der Demokratie.»

Jean-François Rime sagte, der Vorstand habe sich am Montagabend mit zehn zu einer Stimme entschieden, in den zweiten Wahlgang zu steigen. Diesen Entscheid hat die SVP gestern erst kurz vor Ablauf der Frist bekannt gegeben und so alle anderen Parteien im Unklaren gelassen.

Die Rechtspartei wird wieder alleine in diesen zweiten Wahlgang steigen. «Wir haben inoffizielle Kontakte mit anderen Parteien betreffend einer Unterstützung aufgenommen, diese haben aber nichts ergeben», sagte Gilberte Demont.

Wählerstärke als Argument

SVP-Kandidat Pierre-André Page hatte im ersten Wahlgang mit 20 569 Stimmen nur den zehnten Rang unter zwölf Kandidaten erreicht. Die Parteipräsidentin ist aber überzeugt: «Der kommende 4. Dezember bringt eine völlig neue und offene Wahl.»

Die Freiburger SVP führt vier Argumente ins Feld, warum sie an der Kandidatur festhält: die Tatsache, dass im ersten Wahlgang kein Kandidat das absolute Mehr erreicht hat; die früheren Aussagen von Page, dass die Kampagne bis zum 4. Dezember dauere; das «hervorragende persönliche Ergebnis» von Page in allen Bezirken und über die SVP-Wählerschaft hinaus; und die Wählerstärke der Partei, die sich in Form von Regierungsverantwortung niederschlagen solle.

Für Pierre-André Page ist die SVP-Wählerstärke das Hauptargument für seine Kandidatur. Diese sei stetig am Steigen. Gilberte Demont glaubt gar, das Volk hätte anders gewählt, wenn es die Stärkeverhältnisse im neuen Parlament schon gekannt hätte. Für Jean-François Rime liegt es einzig an der linken Allianz, dass beispielsweise die Grüne Marie Garnier ein besseres Resultat als Page erzielt hat.

Damit die Wählerstärke der SVP sich wirklich in der Regierungszusammensetzung widerspiegelt, überlegt sich die Partei, eine Initiative für das Proporzsystem bei Staatsratswahlen zu starten. Rime hat diese Idee in den Vorstand eingebracht; doch muss die Parteiversammlung die Initiative erst genehmigen.

SVP-Kantonalpräsidentin Gilberte Demont (l.) setzt sich vehement für ihren Staatsratskandidaten Pierre-André Page (r.) ein.Bild Alain Wicht

Reaktionen: Der zweite Wahlgang wird zur Zerreissprobe für die linke Allianz

Die Freiburger Parteien sind bereit für einen zweiten Wahlkampf. Während die bürgerlichen Parteien sich annähern, zeigt die linke Allianz Risse.

FDP-Präsident Jean-Pierre Thürler sagt, seine Partei habe mit dem Rückzug von Markus Ith ein Zeichen gesetzt und auf die Weisheit der anderen gehofft. «Unser Kandidat ist gut platziert und hat Steigerungspotenzial.» Der FDP-Vorstand habe nun mit der CVP eine gegenseitige Wahlempfehlung vereinbart. CVP-Präsidentin Thérèse Meyer bestätigt dies. Die Unterstützung könnte eine Erwähnung des FDP-Kandidaten in der Wahlwerbung beinhalten. Für die eigenen Kandidaten ist Meyer zuversichtlich.

Die SP hat gestern in einem Communiqué festgehalten, dass sie die eigenen Kandidaten und die Grüne Marie Garnier unterstützt. Bonny ist überzeugt, mit einem Dreierticket die richtige Strategie zu fahren. Die SP strebe frühestens 2016 einen vierten Sitz für die Linke an. Zur Kandidatur des CSP-Mannes Pierre-Olivier Nobs sagt Bonny: «Die CSP muss dies selbst verantworten.» Luc Bardet, Vizepräsident der Grünen, ist überzeugt, Nobs hätte sich zurückgezogen, wenn es auch der SVP-Kandidat getan hätte. So aber werde die Absprache nicht respektiert, nur mit den drei besten Linken in den zweiten Wahlgang zu steigen. Die Grünen wissen noch nicht, wie sie sich gegenüber Nobs verhalten werden. CSP-Präsident Philippe Wandeler spricht von Diskussionen unter den Linken, aus denen aber kein Vertrag entstanden sei. Nach dem ersten Wahlgang sei die Lage sowieso neu zu beurteilen. «Die Chancen von Nobs sind schwierig einzuschätzen», so Wandeler. «Wir wollen Wähler mobilisieren, um die SVP zu bremsen.»uh

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