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«Tafers ist die ganze Schweiz»

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Eine 80-jährige Frau aus dem Sensebezirk ist am Montag, 10.  August, von ihrem Mann zum Spital Tafers gefahren worden, nachdem sie akute Atemnot bekommen hatte. Auf der Fahrt zum Spital verlor sie ihr Bewusstsein. Vor Ort war der Notfall geschlossen, was der Mann nicht gewusst hatte. Erst durch Hupen gelang es ihm, Personal zu alarmieren. Dieses konnte der Frau nicht mehr helfen: Auf dem Parkplatz stellte es ihren Tod fest.

Die FN berichteten am Montag über diesen dramatischen Vorfall, worauf ihn zahlreiche Medien aus der ganzen Schweiz aufgriffen. Gestern hat nun das Freiburger Spital (HFR) in einer telefonischen Medienkonferenz zum Zwischenfall Stellung bezogen. Wie Ronald Vonlanthen, medizinischer ­Direktor des HFR, sagte, sei dies in Absprache mit der Familie der Verstorbenen geschehen, der er sein Mitgefühl ausdrückte.

«Soll sich nicht wiederholen»

«Was geschehen ist, ist tragisch, und es soll sich nicht wiederholen», sagte Ronald Vonlanthen. «Wichtig ist uns, zu informieren, was in einem solchen Notfall zu tun ist. Nicht nur im Kanton Freiburg, sondern generell in der ganzen Schweiz.» Es gehe darum, in einem solchen Fall die Rettungsmittel einzusetzen, die man in der Schweiz zur Verfügung habe. «Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass man die Nummer 144 kennt. Das Personal dort empfiehlt, welche Mittel einzusetzen sind und an welches Spital man sich wenden solle, oder bietet die Notfalldienste gleich direkt auf.»

Vonlanthen wurde gefragt, ob er der Deutschfreiburger Bevölkerung weiterhin rate, in den Notfall nach Tafers zu gehen. «Die Problematik betrifft nicht Tafers allein. Tafers ist die ganze Schweiz», so Vonlanthen. «Es gibt in der ganzen Schweiz kleine Regionalspitäler, die nachts eher dünn besetzt sind. Das Personal hat in der Regel im Nachtbetrieb wenig zu tun, und entsprechend sind die Dienstequipen angepasst. In kleinen Spitälern sind meist junge Kollegen nachts im Einsatz, und die sind ab 2  Uhr nachts oft alleine. Aber das ist in der ganzen Schweiz so.»

Viele Personen seien sich nicht bewusst, dass es grosse Unterschiede gebe bei den Notfalldiensten zwischen einem Unispital, einem Kantonsspital oder einem Kleinspital.

«Falsche Sicherheit»

«Die Bezeichnung ‹Notfall› gibt der Bevölkerung oft eine falsche Sicherheit vor», so Ronald Vonlanthen. Aber es sei gar nicht möglich, in Regionalspitälern wie in Tafers 24  Stunden am Tag eine Infrastruktur zu bieten, um Notfälle wie Herzinfarkte zu behandeln. Für ein solches Spital bräuchte es 5, 6 Stellen für Kardiologen sowie eine millionenteure Ausrüstung für rund 100 Fälle im Jahr.»

Um dieses Bewusstsein zu schärfen, will das Freiburger Spital seine Kommunikation ausweiten. Jeannette Portmann, Kommunikationsverantwortliche des Spitals, rief in Erinnerung, dass das HFR aufgrund der Bedürfnisse in der Corona-Pandemie den Notfall in Tafers nachts eingestellt hatte, im Juli aber entschied, dass dieser Notfalldienst ab 2021 wieder rund um die Uhr verfügbar sein solle. «Wir haben diese Wiedereröffnung über eine Medieninformation und Inserate kommuniziert», so Portmann. «Der Fall zeigt nun aber, dass die Information noch verstärkt werden muss. Wir planen für den Herbst eine breite Kam­pagne für die Bevölkerung mit den Öffnungszeiten und dem richtigen Verhalten. Diese Medienkonferenz heute ist bereits eine erste solche Massnahme.»

«Frau war wohl schon tot»

Ronald Vonlanthen informierte gestern, dass die verstorbene Frau eine lange medizinische Vorgeschichte hatte. «Sie war schwer krank – es war eine lebensbedrohliche Situation.» Vonlanthen wurde an der Medienkonferenz gefragt, ob die Frau überlebt hätte, wenn man ihr früher hätte helfen können. «Definitiv werden wir das nie wissen», sagte er. Er habe sämtliche Akten zum Vorfall studiert und auch die Protokolle gelesen. «Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Frau wohl bereits tot war, als sie in Tafers eintraf.» Als sich das Spitalpersonal um sie kümmerte, sei bereits keine Herzaktivität mehr feststellbar gewesen. Der Herzstillstand sei vermutlich bereits einige Minuten vorher erfolgt. Weiter meinte Vonlanthen: «Auch mit professioneller Hilfe hätte man die Frau wohl nicht mehr retten können.»

Es sei zwar schwierig, zu Hause auf Hilfe zu warten, meinte Vonlanthen. Aber in einem solchen Fall jemanden ins Spital zu fahren, davon sei in jedem Fall abzuraten. Man verliere viel Zeit, eine Person in das Auto zu bringen, dann führe die sitzende Position bei einem Herzinfarkt viel schneller zum Tod, und schliesslich könne der Fahrer auch keine Erste Hilfe leisten. «Man gewinnt viel Zeit, wenn man sofort professionelle Hilfe anfordert», betonte Vonlanthen.

«Was geschehen ist, ist tragisch, und es soll sich nicht wiederholen.»

Ronald Vonlanthen

Medizinischer Direktor HFR

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