Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Talman-Ensemble beschäftigt sich mit Max Frisch und den Fragen des Lebens

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Dieses Jahr hätte der Schriftsteller Max Frisch seinen 100. Geburtstag gefeiert: Grund genug für zahlreiche Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und Theateraufführungen während des ganzen Jahres. Auch das in Überstorf ansässige Talman-Ensemble ist auf den Zug aufgesprungen und inszeniert ein Stück von Max Frisch. Mit der Komödie «Biografie: Ein Spiel» feiert die Truppe um Schauspieler und Regisseur Niklaus Talman am Freitag Premiere bei «Theater in Freiburg».

Zeitlose Fragen

Er habe das Frisch-Jahr nutzen wollen, um sein Lieblingsstück von Max Frisch auf die Bühne zu bringen, sagt Niklaus Talman. Ausgerechnet in diesem Jahr Frisch zu spielen, sei zwar nicht besonders originell, aber immerhin werde «Biografie: Ein Spiel» sonst nirgends gezeigt. «Dabei handelt es sich meiner Ansicht nach nicht nur um das beste, sondern auch um das zeitloseste Stück Frischs», so Talman.

«Es geht um Fragen, die alle Menschen irgendwann beschäftigen: Was würde ich anders machen, wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte? Was ist vorbestimmt, und was kann ich selber beeinflussen?»

Die Ehefrau ändert alles

Im Stück ist es der todkranke Verhaltensforscher Hannes Kürmann, der sich mit diesen Fragen befasst. Doch er belässt es nicht bei philosophischen Überlegungen, sondern will es ganz genau wissen. Er engagiert einen Regisseur samt Assistenten und versucht im Spiel, zusammen mit seiner Ehefrau, entscheidende Momente seines Lebens zu verändern und so seine Biografie umzuschreiben. Aber wie er es auch dreht und wendet, am Ende läuft es immer auf das Gleiche hinaus. Sein Leben ändert sich erst, als der Regisseur der Ehefrau die Initiative überlässt und diese ihrerseits Veränderungen vornimmt.

Wer bestimmt unser Leben?

«Frisch sagt mit dem Stück, dass nicht wir selber unser Leben bestimmen, sondern die Menschen um uns herum», erklärt Niklaus Talman. Er selber stimme dem nur bedingt zu: «Es ist sicher so, dass Begegnungen und Beziehungen mit anderen Menschen für unser Leben entscheidend sind», so der Schauspieler, der im Stück Hannes Kürmann spielt. «Ich glaube auch an eine gewisse Vorbestimmung, weil sonst vieles sinnlos wäre. Ich bin aber ebenso überzeugt, dass wir unsere Biografie selber mitgestalten können.»

Neue Streichfassung

Dass er sich überhaupt mit solchen Fragen befasse, sei mit ein Grund dafür, dass er sich für «Biografie: Ein Spiel» entschieden habe. Tatsächlich habe er den Kürmann als junger Schauspieler schon einmal gespielt. «Ich war 28 Jahre alt, man musste mich künstlich älter machen, und ich hatte wenig Bezug zu dem, was Kürmann umtrieb. Heute, als 44-Jähriger, stelle ich mir die gleichen Fragen selber.»

Auch sonst habe die neue Inszenierung nichts mehr mit jener von vor 16 Jahren zu tun. Talman hat eine neue Streichfassung erarbeitet, um zum Beispiel veraltete Passagen zu umgehen. Auch das fünfköpfige Ensemble (siehe Kasten) spielt zum ersten Mal in dieser Form zusammen.

«Es ist eine einmalige, optimale Besetzung», sagt Talman über seine Truppe. «Mit diesen Leuten konnte ich das Stück genau so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt hatte.» Auf die beiden neuen Ensemble-Mitglieder sei er im Übrigen fast zufällig gestossen. Schicksal? Max Frisch hätte die Antwort vielleicht gewusst.

Aula der Universität Miséricorde, Freiburg. Fr., 4. November, 20 Uhr. Vorverkauf beim Verkehrsbüro Freiburg: 0263501100. Weitere Vorstellungen finden am Do., 24., und Sa., 26. November, im Theater am Käfigturm in Bern statt (20 Uhr). www.talmanensemble.ch.

Niklaus Talman (l.) möchte als Kürmann seine Biografie umschreiben; Michael Glatthard soll ihm dabei behilflich sein.Bild Aldo Ellena

Die Schauspieler

Zwei neue Gesichter im Ensemble

Niklaus Talman, der selber die Rolle des Hannes Kürmann spielt, hat für die neue Inszenierung zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler engagiert, die in dieser Zusammensetzung noch nie zusammen auf der Bühne standen: MitLuc Spori in der Rolle des Regisseurs ist ein langjähriger Weggefährte Talmans dabei. AuchNina Iseli, die Kürmanns Ehefrau Antoinette Stein spielt, ist schon früher mit dem Talman-Ensemble aufgetreten. Neu dabei sind die beiden NachwuchstalenteFernanda Rüesch undMichael Glatthard.cs

Mehr zum Thema