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Teilprojekte müssen sofort realisiert werden

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Wasserbauliche Massnahmen an der Taverna zum Schutz von Flamatt

Autor: Von ANTON JUNGO

Die Mitglieder des Gemeindeführungsorgans (GFO) von Wünnewil-Flamatt haben am Montag zusammen mit den verantwortlichen Personen der kantonalen Ämter den Lauf der Taverna – vom Einfluss des Ledeubachs in Mühletal bis zur Einmündung in die Sense in Flamatt – abgeschritten. Dabei wurde deutlich, dass der hochgehende Bach an nicht weniger als an 25 Stellen seine zerstörerischen Spuren hinterlassen hat. Er hat Gebäudefundamente unterspült, frühere Bachverbauungen und Stege weggerissen, sich ins Kulturland eingefressen, sich streckenweise einen neuen Lauf gesucht und ist an vielen Stellen über die Ufer getreten.

Künstliche Wehre führen zu Rückstaus und Überflutungen

Besonders sichtbar ist die gewaltige Kraft der Taverna eingangs des Dorfes Flamatt. Die Liegenschaft der Garage Scheidegger wurde total überflutet, und ein Teil des Parkplatzes wurde weggerissen. Der Gewerbebetrieb liegt nach Beurteilung der Fachleute im ehemaligen Bett des Baches, bevor dieser zur Stromproduktion in das sogenannte Wanderwehr umgeleitet worden war. Total überflutet wurde ebenfalls das Begegnungszentrum der reformierten Kirchgemeinde sowie die benachbarten Liegenschaften. Diese Überflutungen sind teils darauf zurückzuführen, dass es beim Mühlewehr einen Rückstau gab.

Ein eigenwilliger Bach

Wäre die Taverna eine Person, würde man sie als eigenwillig bezeichnen. Bei Hochwasser holt sie sich zurück, was die Menschen ihr vorher weggenommen haben. Stösst sie auf Hindernisse (z.B eine alte Panzersperre) bahnt sie sich einen neuen Weg. Die Fluten schaffen aber auch ökologische Nischen. Am Bachlauf durch das Mühletal entstanden Sand- und Kiesbänke, die den Vergleich mit vielen Badestränden nicht scheuen müssten.

Prioritäten setzen

Im Verlauf der Ortsbegehung wurde denn auch die Frage diskutiert, ob es dort, wo keine Menschen oder Güter bedroht sind, nicht sinnvoll wäre, der Taverna freien Lauf zu lassen. Die Präsidentin des GFO, Gemeindepräsidentin Doris Bucheli-Betschart, hält die Frage jedenfalls für prüfenswert, ob es die öffentliche Hand nicht günstiger zu stehen käme, das an den Bach angrenzende Land zu erwerben, statt in regelmässigen Abständen Geld für Bachverbauungen auszugeben. Der Bach könnte dann in diesen Gebieten seine Dynamik frei entfalten.Am 20. April dieses Jahres hat die Gemeindeversammlung von Wünnewil-Flamatt das Konzept und den Kredit für wasserbauliche Massnahmen im Einzugsgebiet der Taverna genehmigt. Bei der Ortsbesichtigung am Montag zeigte sich, dass einzelne Bereiche des Konzepts überarbeitet werden müssen. Vor allem aber wurde auch klar, dass verschiedene Teilprojekte sofort in Angriff genommen und vorgezogen werden müssen.«Wir müssen die Prioritäten dort setzen, wo Menschenleben und wichtige Infrastrukturgüter bedroht sind», erklärte die Gemeindepräsidentin Doris Bucheli-Betschart. Jean-Claude Raemy, Mitarbeiter beim kantonalen Tiefbauamt, wies darauf hin, dass die vorgezogenen Arbeiten ins Gesamtkonzept passen müssen. «Wir dürfen das Projekt nicht unterhöhlen», hielt er fest. Er betonte, dass dringliche Massnahmen vom Kanton sicher subventioniert würden.

Mühlewehr wird sofort entfernt

Ein Teilprojekt, das angesichts der angekündigten neuen Regenfälle ohne Aufschub in Angriff genommen werden muss, ist die Entfernung des Wehrs bei der Mühle Flamatt. Diese Kunstbaute, die wirtschaftlich keine Bedeutung mehr hat, führt zu Rückstaus und verhindert den Abfluss von Geschiebe. Noch im Verlauf der Ortsbesichtigung hat Marius Cotting, Chef des Gemeindebauamtes, Unternehmen organisiert, die das Wehr bis heute (Donnerstag) entfernen. Von dieser Massnahme erhofft man, dass das Bachbett bis hinauf zur Liegenschaft Scheidegger von Geschiebe befreit wird.Ein wenig ratlos sind die Fachleute zurzeit noch, wie die Situation bei der Liegenschaft Scheidegger unter Kontrolle gebracht werden kann. Im Gesamtkonzept ist eine Verlegung des Bachbettes und eine Vergrösserung des Durchlasses bei der Kantonalstrasse vorgesehen.Eine weitere dringende Massnahme, die gegenwärtig vom örtlichen Zivilschutz ausgeführt wird, ist die Entfernung von Schwemmholz aus dem Bett der Taverna. Gleichzeitig werden an Stellen, wo das Hochwasser zu Erosionen am Kulturland geführt hat, Rauhbäume und Steinblöcke verlegt, um weitere Schäden zu vermeiden.

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