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Treffpunkt wie immer am Stand der «Hüetlera»

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Treffpunkt wie immer am Stand der «Hüetlera»

Der Plaffeienmarkt: Von feinen Cremeschnitten und guten Gesprächen mit alten Freunden

Für feine Cremeschnitten, ein Paar bequeme Sommerschuhe oder auch nur für einen Schwatz mit alten Bekannten: Der Plaffeienmarkt gehört seit 200 Jahren zu den beliebtesten gesellschaftlichen Ereignissen der Region – daran änderte auch der gestrige Dauerregen nichts.

Von ALDO ELLENA (Bilder)
und IMELDA RUFFIEUX (Text)

Eine Mutter wartet mit dem Regenschirm in der Hand geduldig vor einem Stand mit Modeschmuck und prüft, ob die Plastikhülle über dem Kinderwagen auch richtig sitzt. Währenddessen sichten ihre beiden Töchter das reichhaltige Angebot und es fällt den beiden Teenagern sichtlich schwer, sich zu entscheiden: Soll es eher ein modisches Halskettchen sein oder vielleicht doch ein auffälliger Fingerring? Der Kleine im Kinderwagen hat sich schon entschieden: Er knabbert mit Begeisterung am Lebkuchenherz und lässt sich auch vom Nieselregen nicht stören.

Treue Kundschaft

Ja, es herrschte gestern nicht gerade ideales Marktwetter. Für das 200-Jahr-Jubiläum hätte man sich schon etwas Sonnenschein gewünscht. Wer aber regelmässig an den Plaffeienmarkt geht, weiss, dass es auch schon schlimmer war – vor vier Wochen zum Beispiel schneite es wie im tiefsten Winter. Gerade die treuen Marktfahrer können zum Thema Wetter allerlei Anekdoten erzählen.

«Ich bin daran gewöhnt und entsprechend eingerichtet», erklärt etwa Alfred Jenni. Er kommt von Brienzwiler schon seit 20 Jahren viermal im Jahr nach Plaffeien, wo er einen Kleiderstand betreibt. «Es läuft gut hier, die Kundschaft ist sehr treu.» Als professioneller Marktfahrer schätzt er vor allem, dass hier noch ein «richtiger Landmarkt» veranstaltet wird.
«Es herrscht eine gute Ambiance. Man kann gut verdienen hier – natürlich nur, wenn auch das Wetter mitspielt», erklärt Bruno Montanari, der bereits seit rund 30 Jahren viermal im Jahr die über eine Stunde lange Fahrt von Hägendorf nach Plaffeien unternimmt, um hier seine Schuhe zu verkaufen.

Auch regionale Produkte

Etwa 15 Prozent der Marktfahrer sind aus der näheren Umgebung, wie etwa die Käserei Bongard aus St. Antoni, die in Plaffeien ihre regionalen Produkte feilbietet. Für Irène Bongard ist es eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Und seit der Stand aus mehr als nur einem Zelt besteht und deshalb relativ wetterfest ist, macht es auch mehr Spass. «Heute lohnt sich der Aufwand wohl nicht», meint auch Rudolf Marro mit einem Blick auf den regenverhangenen Himmel. Er bietet mit seinen Fitness-Drinks nicht gerade ein typisches Marktprodukt an. Da seine Produkte in der Region aber gut verankert seien, ist er gesamthaft gesehen zufrieden mit dem Marktgeschäft.

«Kein Tag ist gleich, es gibt immer etwas Neues», beschreibt André Vanazzi aus Zuchwil sein Leben als Marktfahrer. Seit elf Jahren fährt er mit seinem Schmuckstand als Selbständigerwerbender von Markt zu Markt. Er spüre allerdings die Rezession, die Leute geben weniger Geld aus als früher, erklärt er.

«Ich bin eigentlich nur gekommen, um mich ein wenig umzuschauen», sagt eine ältere Frau, die sich das Angebot an einem Kräuterstand ansieht. Nun habe sie aber ein schönes Spielzeug für ihre Enkelin gefunden und auch gleich ein Stück Käse für das Nachtessen gekauft. «Es werden halt so viele gute Sachen angeboten, da konnte ich nicht widerstehen.»

Viele Anfragen

Das Angebot ist tatsächlich sehr breit gefächert, was die Marktkommission noch zu fördern versucht. Etwa 80 Prozent der Standbetreiber gehören quasi zur Stammbelegschaft des Plaffeienmarkts und stellen ihren Stand auch immer an der gleichen Stelle auf. Immer wieder gibt es aber auch neue Anfragen. Die Adresskartei von Marktaufseher Andreas Bapst umfasst mittlerweile 380 Adressen. Für ihn ist es nicht immer leicht, die Stände einzuteilen. Man versuche, eine gute Durchmischung zu erzielen: zum Beispiel nicht zu viele Kleiderhändler zuzulassen und Stände mit ähnlichem Angebot nicht nebeneinander zu platzieren, erklärte er.

Markttradition seit 1911

Eine, die ihren angestammten Platz am Marktmorgen schon kurz nach fünf Uhr einrichtet, ist Yvonne Riedo, besser bekannt unter dem Namen «Hüetlera». Sie selbst ist eine Art Dorf-Original im positivsten Sinn: Mit ihrer Frohnatur trotzt sie auch dem schlimmsten Hudelwetter. Gestern trug sie einen alten schwarzen Polizeiumhang sowie einen eigens für den Markt kreierten mit Schleifen und Federn geschmückten Hut.

Bereits ab 1911 verkaufte die Familie Riedo am Plaffeienmarkt Hüte, Yvonne war 1936 als fünfjähriges Mädchen erstmals dabei. Das lange Stehen den ganzen Tag mache ihr gar nichts aus, dann langweilig wird ihr nie. «Es kommen immer wieder Leute, die ich schon seit Jahren kenne.» Der Plaffeienmarkt sei halt ein guter Treffpunkt, gerade für alte Freunde und Familienangehörige, die auswärts wohnen. «Viele machen dann jeweils ab: Wir sehen uns am Stand der Hüetlera!»

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