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Trotz Bedenken hat der Grosse Rat dem Elanco-Landkauf klar zugestimmt

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Die Grundstücke und Gebäude des US-amerikanischen Unternehmens Elanco kaufen zu können, sei eine «einzigartige Gelegenheit» für den Kanton Freiburg. Das sagten gestern Grossrätinnen und Grossräte aus allen politischen Lagern bei der Debatte im Freiburger Rathaus. Das Parlament stimmte dem Kauf deshalb zu; das Abstimmungsresultat fiel mit 93 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung deutlich aus. Damit gehen Ende Mai insgesamt 1,4 Millionen Quadratmeter Land in Marly und St-Aubin für 23 Millionen Franken in den Besitz des Kantons über (siehe auch Kasten).

Nahe der Autobahnausfahrt

Als Argumente für den Kauf erwähnten die Parlamentarier, dass der Kanton so eine aktive Bodenpolitik betreibe und Firmen, die sich im Kanton ansiedeln möchten, Land zur Verfügung stellen könne. Nadia Savary (FDP, Vesin) freute sich über den Standort St-­Aubin: «Der Broyebezirk ist wirtschaftlich schwach, er braucht eine stärkere Entwicklung.» Sie lobte, dass das Grundstück von der Autobahnausfahrt Avenches her gut erreichbar sei und dass dafür kein einziges Dorf durchquert werden müsse. «St-Aubin liegt 30 Minuten von Bern und von Lausanne entfernt, das ist ideal.»

Romain Collaud (FDP, Cottens) hob hervor, dass das Gelände in St-Aubin andere Möglichkeiten biete als beispielsweise jenes der Blue Factory in Freiburg oder der Firma Tetra Pak in Romont, das der Kanton ebenfalls gekauft hatte. «St-Aubin eignet sich vor allem für Firmen, die komplett neu bauen wollen», sagte er.

Verschiedene Rednerinnen und Redner wiesen auf den «vernünftigen» Preis für die Grundstücke und Gebäude hin. Finanzdirektor Georges Godel (CVP) bezifferte diesen auf 50 Franken pro Quadratmeter, inklusive der Kosten, die für Abbruch sowie Unterhalt der Gebäude vorgesehen sind.

Ablehnung gefordert

Trotz der vielen positiven Voten gab es etliche Kritik. Für Unverständnis sorgte bei vielen, dass das Amt für Kulturgüter gewisse Gebäude der ehemaligen Tierforschungsanstalt in St-Aubin unter Schutz gestellt hat. Pierre-André Grandgirard (CVP, Cugy) meinte, dass es gar nicht möglich sei, die alten Gebäude an die heutigen Energie-Bedingungen anzupassen. Gabriel Kolly (SVP, Corbières) forderte den Staatsrat auf, sich bei den Verhandlungen mit dem Kulturgüteramt nicht mild zu zeigen. «Die alten Gebäude müssen abgerissen werden.» Georges Godel antwortete darauf: «Es ist die Rolle des Kulturgüteramts, uns zu sagen, dass wir bei gewissen Gebäuden aufpassen müssen. Aber das Amt ist offen für Lösungen.»

Elias Moussa (SP, Freiburg) kritisierte, der Staatsrat habe keine Strategie für die Grundstücke. «Welche Art von aktiver Bodenpolitik und Wirtschaftsförderung will der Kanton betreiben?» Die SP begrüsse neue Arbeitsplätze im Kanton, sei aber nicht für jede Firma: Würde sich beispielsweise ein Waffenhersteller niederlassen, wäre die Linke dagegen.

Gar die Ablehnung des Postulats forderten Markus Bapst (CVP, Düdingen) und Claude Brodard (FDP, Le Mouret). Bapst tat dies aus raumplanerischen Gründen: Kaufe der Kanton Land wie in Marly, das erst verwendet werden könne, wenn die Strassenverbindung Marly-Matran bestehe, horte er Bauland. Bapsts Ansicht nach ergibt es mehr Sinn, Land in den strategischen Zonen, die der Kanton definiert hat, zu erwerben. Brodard seinerseits konnte nicht verstehen, dass der Kanton die Grundstücke ohne klares Ziel kaufen will. «Es bringt nichts, in jedem Bezirk Land zu kaufen. Besser wäre es, die Zonen, die wir haben, aufzuwerten und zu nutzen.»

Finanzdirektor Godel erklärte, dass sich eine Arbeitsgruppe gebildet hat, um die Bodenpolitik des Kantons zu konkretisieren. Er betonte, dass eine Offenheit nötig sei: «Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt und welche Firmen sich ansiedeln möchten.»

Zahlen und Fakten

Das Land ist bereits in der Arbeitszone

Im Herbst 2015, zehn Monate nachdem die Elanco-Gruppe die Abteilung Tiergesundheit von Novartis in St-Aubin übernommen hatte, entschloss sie sich, den Standort aufzugeben. Der Kanton kauft nun das Grundstück: Das sind 277 000 Quadratmeter Land in der Arbeitszone, wovon 150 000 nicht überbaut sind. Hinzu kommen 986 000 Quadratmeter Landwirtschaftsland. Auf dem Grundstück befinden sich Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 25 000 Quadratmetern. Das Grundstück in Marly umfasst 150 000 Quadratmeter in der Arbeitszone.

mir

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