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Ueberstorf will ein Stück vom Kuchen

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Die Ueberstorfer Gemeinderätin Diana Schmutz hat an der gestrigen Sitzung der Stiftung St. Wolfgang in Bösingen Kuchenstücke verteilt: an Düdingen, Schmitten, Wünnewil-Flamatt und Bösingen. Nur für den Vertreter der eigenen Gemeinde blieb der Kuchenteller leer. Mit diesem symbolischen Akt wollten die Vertreter von Ueberstorf klarmachen, wie ungerecht sie die geplante Strategie 2018–2023 der Stiftung finden. In jeder dieser vier Trägergemeinden steht heute ein Pflegeheim, nur Ueberstorf muss noch warten. Die bisherige Strategie sah als Ziel vor, dass in jeder Stiftungsgemeinde ein Pflegezentrum zu stehen kommt und dass Uebers­torf als nächstes dran ist. In der Überarbeitung hat der Verwaltungsrat diesen Passus dahingehend geändert, dass kein spezifischer Standort für eine Ergänzung der Infrastruktur mehr genannt wird.

Mehr Freiheit bei der Planung

Verwaltungsratspräsidentin Ursula Krattinger-Jutzet führte gute Gründe für diesen Weg an. Zum einen bestimme der Kanton, wie viele Pflegeheimbetten dem Bezirk nach 2022 zugesprochen würden, und es sei dann noch lange nicht klar, ob diese zusätzlichen Pflegebetten auch gleich an die Stiftung gehen würden, sagte sie. «Wir dürfen zudem nicht davon träumen, dass wir zwischen 40  und 50 Betten erhalten.» Um aber ein Heim betriebswirtschaftlich ohne Defizit führen zu können, brauche es diese Anzahl. «Die offene Formulierung in der Strategie gibt uns mehr Freiheit und Flexibilität, auch andere Dinge als einen Heimneubau zu prüfen, zum Beispiel einen Anbau an einem bestehenden Standort oder eine Aufstockung.»

Dass Ueberstorf in der Strategie nicht explizit erwähnt sei, heisse aber nicht, dass dort nie ein Heim gebaut werde, betonte die SP-Grossrätin.

Hatte Diana Schmutz mit Kuchen argumentiert, so gebrauchte ihr Gemeinderatskollege Bruno Riedo in seinem Plädoyer eindringliche Worte. Er appellierte an die übrigen Stiftungsräte, den ursprünglichen gemeinschaftlichen Gedanken der Stiftung nicht zu brechen und Ueberstorf nicht abzuhängen. Nicht umsonst hätten die Vorgänger im Stiftungsrat genau diese Betonung auf Ueberstorf als nächsten Heimstandort gelegt. «Wir finden es unfair, wenn dies gestrichen wird. Der Entscheid wäre unausgewogen, wenn damit unsere Gemeinde Zweitklassenmitglied wird», sagte Bruno Riedo. «Die meisten Menschen wollen in ihrem Dorf alt werden und sterben», betonte er. Die Gemeinde sei bereit für ein eigenes Heim, habe eine Parzelle ausgeschieden und sähe auch Synergiemöglichkeit mit einer bereits tätigen Stiftung, die im Dorf Alterswohnungen betreibe. «Unsere Forderung ist legitim», sagte er mit der Aufforderung, dem Ueberstorfer Änderungsantrag zur Strategie zuzustimmen.

Entscheid vertagt

Am Ende mussten die Delegierten noch nicht zwischen dem Begehren von Ueberstorf und dem Vorschlag des Verwaltungsrates entscheiden. Die Ueberstorfer Vertreter selbst sorgten mit dem Austausch eines einzigen Wortes in ihrem Antrag für eine andere Ausgangslage: Sie schlugen vor, dass in der Strategie zwar weiterhin Ueberstorf als möglicher Standort festgehalten wird, dass aber dort nicht steht, dass in Ueberstorf ein Heim partout realisiert wird, sondern ein Bau lediglich «geprüft» wird.

Weil diese Änderung erst kurz vor der Versammlung eingebracht wurde, hatten die übrigen Stiftungsräte keine Zeit, sie in ihren Gemeinden zu besprechen. Sie stimmten mit neun zu fünf Stimmen zu, den Entscheid über die Strategie auf die Frühlingsversammlung zu verschieben.

Weitere Geschäfte

Patienten- und Pflegedossiers bald nur noch elektronisch

Die Gemeindevertreter der Stiftung St. Wolfgang, die vier Heime und ein Tagesheim betreibt, haben an ihrer gestrigen Sitzung einem Rahmenkredit von 245 000 Franken für ein EDV-Projekt zugestimmt. Mit diesem Entscheid wird sich unter anderem auch der Umgang des Pflegepersonals mit der Pflegedokumentation ändern: Was heute noch handschriftlich geführt wird, geschieht bald auf elektronischem Weg. Damit macht die Stiftung auch den Weg frei für das schweizweite Projekt E-Health, das ein elektronisches Patientendossier vorsieht.

Die Stiftungsräte haben zudem zwei Landgeschäfte genehmigt. Eines betrifft eine Parzelle im Brugerawald in Düdingen, die für 9000 Franken an den benachbarten Waldbesitzer geht. Ein anderes betrifft ein Stück Strasse und Böschung in Guggershorn, Düdingen, das an die Gemeinde verkauft wird.

Mit der Umsetzung des Projekts Senior Plus schreibt der Kanton vor, dass das Gesundheitsnetz Sense und die Stiftung St. Wolfgang einen Leistungsvertrag abschliessen müssen. Die Delegierten haben dem Antrag zugestimmt.

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Zahlen und Fakten

Budget 2018 mit 250 000 Franken Defizit

Daniel Neuhaus, bei der Stiftung St. Wolfgang für die Finanzen zuständig, hatte an der Versammlung von gestern Abend in Bösingen schlechte Nachrichten für die Vertreterinnen und Vertreter der fünf Trägergemeinden. Das Betriebsbudget für das nächste Jahr sieht einen Aufwandüberschuss von 250 000 Franken vor. «Dabei haben wir nichts Ausserordentliches hinein­gepackt», sagte er. Wie bei anderen Heimen in der Region schlägt auch in der Stiftung der Schereneffekt zwischen eingefrorenen Pensionspreisen und steigenden Gehaltsanpassungen nach dem kantonalen Besoldungssystem zu Buche. «Wir haben bei den Ausgaben keinen grossen Spielraum mehr, zum Beispiel, um einmal ein ­spezielles Projekt zu verwirklichen», führte Daniel Neuhaus aus. Immerhin konnte er in Aussicht stellen, dass die Rechnung 2017 höchstwahrscheinlich besser ausfällt als budgetiert. Dort war ein Defizit von 155 000 Franken vorgesehen. Verwaltungsratspräsidentin und SP-Grossrätin Ursula Krattinger-Jutzet informierte, dass sie mit Grossratskollegen einen überparteilichen Vorstoss plant, damit die Pensionspreise auf 2019 geändert werden. Die Stiftungsräte haben das Betriebsbudget einstimmig und diskussionslos genehmigt.

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