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Unerwarteter Tod eines bekannten Wissenschaftlers

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Mit seiner Forschung und Lehre hat er Generationen von Studierenden und zahlreiche Kolleginnen und Kollegen geprägt: Der Sozialanthropologe Christian Gior­dano. Von 1989 bis 2016 war er Professor an der Universität Freiburg. Am 29. Dezember ist er mit 73 Jahren unerwartet in der litauischen Hauptstadt Vilnius an einem Herzversagen gestorben, wie aus einer Würdigung auf der Homepage des Lehrstuhls für Sozialanthropologie hervorgeht. Die Beisetzung fand gestern in ­Vilnius statt.

Christian Giordano wurde als italienischer Staatsbürger am 27. Oktober 1945 in Lugano geboren. Seine Familie war nach der Machtübernahme Titos aus dem heute kroatischen Rijeka in die Schweiz geflohen, wie es in seinem Lebenslauf heisst. Giordano besuchte in Lugano das Gymnasium und studierte danach in Bern Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Bald wechselte er zur deutschen Universität Heidelberg und studierte dort Soziologie, Ethnologie, Kunstgeschichte und Romanistik. 1973 promovierte er in Soziologie an der Universität Heidelberg, 1987 habilitierte er in Frankfurt am Main. Beide Arbeiten drehten sich um mediterrane Gesellschaften, einer seiner Forschungsschwerpunkte. Dafür verbrachte er längere Zeit in den Ländern des Mittelmeerraums. Spätere Forschungen brachten ihn nach Osteuropa sowie nach Malaysia oder Mauritius.

Für eine schweizweite Debatte sorgte Giordano, als er 2008 in einem Beitrag für die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus die Idee des Rechtspluralismus aufbrachte. Für neu eingewanderte Migranten solle anderes Recht gelten, forderte er damals.

Selbstverständliches hinterfragen und über den Gartenzaun schauen: Das forderte Giordano auch von seinen Studentinnen und Studenten. «Christian Giordano war bei den Studierenden äusserst beliebt und ein sehr anerkannter Wissenschaftler», sagt Thomas Schmidt, Vize-Rektor der Uni Freiburg, auf Anfrage. «Ich werde ihn als liebenswürdigen und freundlichen Menschen in Erinnerung behalten.»

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